Uznach

Schubiger-Areal wechselt den Besitzer

Die E. Schubiger & Cie AG hat das gesamte Areal der ehemaligen Seidenfabrik an eine Immobilienfirma verkauft. Dieser plant eine grosse Wohn- und Geschäftsfläche.

Im denkmalgeschützten Fabrikgebäude sollen 1200 Quadratmeter Gewerbeflächen und 30 Loftwohnungen entstehen.

Im denkmalgeschützten Fabrikgebäude sollen 1200 Quadratmeter Gewerbeflächen und 30 Loftwohnungen entstehen. Bild: Sabine Rock

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Auf dem Schubiger Areal in Uznach hat sich einiges getan. Aber nicht wie erwartet, in baulicher Hinsicht, sondern was die Eigentumsverhältnisse angeht. Die E. Schubiger & Cie AG hat das gesamte Areal, welches sich südlich des Ortes oberhalb der Bahnlinie entlang zieht, an die St. Galler Immobilienfirma Fortimo Group AG verkauft. Das geht aus einer von der neuen Eigentümerin publizierten Medienmitteilung hervor. Zu welchem Preis das 20'000 Quadratmeter grosse Areal verkauft wurde, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Dieser Besitzerwechsel kommt unerwartet. Es war zwar bekannt, dass die E. Schubiger & Cie AG auf der Suche nach einen Investor für die seit Jahren geplante Überbauung war. Die Aktiengesellschaft wollte gemäss dem letzten Wissensstand aber Eigentümerin bleiben. Mit dem Areal verbindet sie verbindet eine lange Geschichte

Lange Vorgeschichte

Seit 1853 betrieb die E. Schubiger & Cie AG dort die Seidenfabrik. Ab den 1960er Jahren wurden die Räume immer mehr für andere Zwecke verwendet. Zuletzt mieteten sich ein Kindergarten und die Swisscom in den Räumlichkeiten ein. In den letzten zehn Jahren wurde die Neugestaltung des 20'000 Quadratmeter grossen Areals geplant.

Dort wo sich heute das ehemalige Fabrikgebäude, die alte Seidenweberei und das frühere Posthotel Linthof befinden, soll die neue Wohn-und Gewerbezone von Uznach entstehen. An der ehemaligen Fabrik soll dabei so wenig wie möglich verändert werden. Ein Schwerpunkt legte die E. Schubiger & Cie AG auf Alterswohnungen. Die neuen Besitzer wollen basierend auf dem bereits genehmigten Überbauungsplan die Neugestaltung des Areals in Angriff nehmen. Das denkmalgeschützte Fabrikgebäude der ehemaligen Weberei wird mitsamt Kamin saniert und ausgebaut.

Loftwohnungen in die Fabrik

Danach ist beabsichtigt dort 30 Loftwohnungen, kombiniert mit einer 1200 Quadratmeter grossen Gewerbefläche, einzubauen. Im Weiteren sollen südseitig rund 46 Eigentumswohnungen, sowie 52 Mietwohnungen und knapp 4800 Quadratmeter Dienstleistungsflächen und 280 vornehmlich unterirdische Parkplätze entstehen. Von Wohnungen für Senioren ist in der Medienmitteilung aber nichts mehr zu lesen.

Die ehemalige Eigentümerin war ausserdem im Gespräch mit dem Kanton. Dieser wollte Teile seiner Verwaltung auf das Areal der ehemaligen Seidenfabrik verlegen und war bis vor Kurzem daran Pläne auszuarbeiten, das Untersuchungsamt, die Berufs- und Laufbahnberatung See-Gaster und das Kreisgericht auf dem Schubiger-Areal unterzubringen.

Kanton in der Schwebe

Doch mit dem Verkauf des Areals hängen diese Pläne nun in der Luft.

«Es muss sich zuerst zeigen, ob die neue Eigentümerin auch gewillt ist, uns als Mieter unterzubringen», sagt Jürg Kellenberger vom Hochbauamt St. Gallen. «Bis wir das wissen, sind die internen Verhandlungen auf Eis gelegt.» Für eine Stellungnahme war gestern weder die neuen noch die alten Besitzer des Schubiger-Areals erreichbar. Ob die Fortimo Grouü AG die Verhandlungen mit dem Kanton weiterführen, ist der Medienmitteilung nicht zu entnehmen. Fakt ist, dass bislang noch keine Verträge oder Vereinbarungen unterzeichnet worden sind.

«Wir hoffen, in naher Zukunft ein Gespräch mit den neuen und alten Eigentümern führen zu können», sagt Jürg Kellenberger. Seitens des Kantons würde nach wie vor Interesse am Schubiger Areal bestehen. Daher sieht Kellenberger vorerst auch keinen Grund, sich nach alternativen Mietobjekten umzuschauen. Einer der es auch sehr bedauern würde, wenn die Zusammenarbeit nicht zustande käme, ist der Gemeindepräsident Christian Holderegger (FDP): «Uznach ist das Verwaltungszentrum der Region und soll es auch unbedingt bleiben.»

Deswegen ist es für ihn unerlässlich, dass sich die neuen Eigentümer an den verbindlichen Sondernutzungsplan und die bisherigen Absichten halten. Denn zur Zeit gäbe es in Uznach kein anderes Projekt in diesen Grössenverhältnissen, welches die kantonale Verwaltung aufnehmen könnte. «Es muss also das Schubiger-Areal sein», sagt Holderegger.

Einen genauen Zeitpunkt für den Start der Bauarbeiten wurde bislang nicht kommuniziert. Die Fortimo Group AG hofft auf eine «zeitnahe Entwicklung des Areals». Bis zum Endausbau rechnen sie mit Gesamtkosten von rund 100 Millionen Franken.

Erstellt: 29.08.2018, 18:26 Uhr

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