Uznach

Schon bald sind die Adebare wieder im Theaterrausch

Langsam, aber sicher steigt das Fieber bei der Commedia Adebar. Ihr neues Stück ist am Entstehen, die Auswahl der Schauspieler läuft. Bis im Mai müssen sich die Fans der Uzner Theatertruppe aber noch gedulden.

Im Mai 2018 wird die Commedia Adebar in Uznach wieder eine Märchenwelt hinzaubern. Unser Bild stammt von der Produktion «Calamity Jane» aus dem Jahr 2013.

Im Mai 2018 wird die Commedia Adebar in Uznach wieder eine Märchenwelt hinzaubern. Unser Bild stammt von der Produktion «Calamity Jane» aus dem Jahr 2013. Bild: Archiv Manuela Matt

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Noch ist der Vorhang zu, und noch sind viele Fragen offen. Aber die Freunde des hochstehenden Laientheaters dürfen sich bereits auf den 23. Mai 2018 freuen. Das ist das Premierendatum, an dem die Commedia Adebar ihr neues Stück vorstellen wird. Allzuviel will Vereinspräsident Andi Widmer noch nicht verraten. Fest steht, dass es ein Freilichtspektakel sein wird.

Gespielt wird rund um eine alte Scheune in Uznach. Fest steht auch, dass Barbara Schlumpf wieder Regie führt. Die einheimische Theaterfrau arbeitet seit der Gründung der Commedia Adebar 1991 mit der Truppe zusammen. Einmal mehr wird Schlumpf «ihren» Adebaren ein Stück auf den Leib schneidern. Dieses sei noch am Entstehen, sagt Widmer und lässt sich nur noch entlocken, dass es etwas mit Märchen zu tun hat, in der Endfassung aber kein Märchen sein wird.

Zauberflöte in der Lagerhalle

So ähnlich war es auch bei der letzten Produktion im Jahr 2015. Sie hatte etwas mit Mozarts Zauberflöte zu tun, doch das Stück, das in der Lagerhalle der Firma Vögele Schuhe in Uznach spielte, war eben nicht einfach die neuntausendneunhundertneunundneunzigste Neuauflage des Singspiels, sondern etwas ganz und gar Eigenständiges. Und weil die Adebare nach der Halle jetzt wieder Lust auf Frischluft haben, spielen sie statt im exakten Zweijahresrhythmus ein halbes Jahr später, im nächsten Frühsommer. Anfangs Jahr beginnen die Proben. Es wird wieder Livemusik zu hören sein, auch das steht fest. Die Verhandlungen mit zwei bekannten einheimischen Musikern stehen kurz vor dem Abschluss.

«Bis der Faden richtig eingefädelt ist, ist es schon ein rechter Chrampf.»Andi Widmer, Vereinspräsident

Eine Freilichtaufführung birgt grössere Risiken als das Spiel in einer wettersicheren Halle. Dank ihrem finanziellen Polster ist der Commedia aber nicht bang, wie Widmer versichert. Selbst wenn im schlimmsten Fall einige Aufführungen abgesagt werden müssten, stünde die Gruppe nicht gleich vor dem Aus. Der Vereinspräsident lobt ausdrücklich die grosse finanzielle Unterstützung durch den Kanton und die Region Zürichsee-Linth. Zahlreiche Sponsoren, über hundert freiwillige Helfer, das treue Publikum und die Theaterbeiz tragen jeweils das Ihre zum guten Ergebnis bei.

Barbara Schlumpfs Verdienste

Noch ist nicht definitiv klar, welche Schauspieler mitmachen werden und ob es, wie bei der Zauberflöte, wieder mehr als zwanzig sein werden. Bei einer Gruppe wie der Commedia Adebar, die im Kern lediglich aus rund zehn Personen besteht, stellt sich die Frage, wie sie zu neuen Spielerinnen und Spielern kommt. «In den letzten Jahren lief es meistens so, dass unsere Mitglieder Leute angesprochen haben, die sie kennen, und die vielleicht schon mal an einem anderen Ort Theater gespielt haben», erklärt Andi Widmer, der selber seit 2005 mitmacht. Die meisten Spielerinnen und Spieler bleiben über Jahre dabei. Das liegt auch an Regisseurin Barbara Schlumpf, die aus den neuen genauso wie aus den bestandenen Schauspielern immer wieder Erstaunliches herausholt.

Bis der Faden richtig eingefädelt, das Stück also bühnenreif sei – das sei gleichwohl jedes Mal ein rechter «Chrampf», räumt Andi Widmer ein. Die Spieler werden in den Prozess der Stückentstehung einbezogen, und dieser dauert in der Regel bis kurz vor der Premiere. Da tauche manchmal schon die Frage auf, ob wirklich alles rechtzeitig fertig werde. Und wenn dann noch ein Schauspieler drei Wochen vor der Premiere aussteigt, was auch schon vorkam, liegen auch die Nerven der routinierten Adebare ziemlich blank. Überhaupt die Zeit kurz vor der Premiere: Bis viermal pro Woche stehen Proben im Terminkalender, und vor halb elf Uhr nachts sind sie selten fertig. «Wie streng es war, merkt man meistens erst am Schluss, wenn alles vorbei ist», sagt Andi Widmer.

Doch jammern mag er nicht. Lieber spricht er vom Theaterrausch, der die Truppe jeweils gegen Ende der intensiven Probenphase überfällt; dann, wenn die Kostüme sitzen, die Musik spielt, das Licht installiert ist. Das alles gebe den Spielern Sicherheit. Doch diese Sicherheit sollte sich nicht zu früh einstellen, sonst könnten Konzentration und Spielwitz leiden. Widmer weiss es schon heute: Irgendwann im Mai 2018 wird ihn und die anderen Spieler wieder das Gefühl beschleichen: «Das klappt nie.» Aber wie jedes Mal klappt‘s dann doch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.10.2017, 13:51 Uhr

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