Schmerikon

Schmerkner sagen dreimal Ja

An der Bürgerversammlung wurden sämtliche Vorlagen gutgeheissen. Zu reden gab einzig der 1. April und die in der Krise stehenden Alters- und Pflegeheime.

In Schmerikon gaben für einmal nicht die offiziellen Traktanden der Bürgerversammlung zu reden, sondern das Jubiläum des langjährigen Ratsschreibers Claudio De Cambio.

In Schmerikon gaben für einmal nicht die offiziellen Traktanden der Bürgerversammlung zu reden, sondern das Jubiläum des langjährigen Ratsschreibers Claudio De Cambio. Bild: Archiv ZSZ

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Mit einem kräftigem Applaus der 80 Stimmberechtigten startete die Bürgerversammlung Schmerikon am Dienstagabend in der Turnhalle des Oberstufenschulhauses Süd und mit einem solchen sollte sie rund eineinhalb Stunden später auch wieder enden.

Der erste Applaus des Abends gehörte einem ganz speziellen Jubilar: Gemeindepräsident Félix Brunschwiler (parteilos) sparte in seiner Rede denn auch nicht mit Lob. Lob für den seit 25 Jahren treu im Dienste der Gemeinde Schmerikon stehenden Ratsschreiber Claudio De Cambio. Aufgewachsen in Uznach, trat De Cambio – und das ist kein Scherz – an einem 1. April, im Jahr 1983, die Verwaltungslehre im Gemeindehaus Schmerikon an. Exakt drei Jahre später schloss er diese erfolgreich ab. Nach einigen Wanderjahren trat er wiederum an einem 1. April, im Jahr 1993, erneut in die Dienste der Politischen Gemeinde Schmerikon. Die fast schicksalhaft anmutende Anekdote vermochte denn auch den Gemeindepräsidenten dazu zu verleiten, von einer «magischen Zahl» zu sprechen.

Weitaus nüchterner ging es dann bei den Abstimmungen über die drei Traktanden des Abends zu und her. Die von Brunsch­wiler präsentierte Jahresrechnung 2017 schliesst mit einem geringen Ertragsüberschuss von rund 22 000 Franken ab und wurde einstimmig angenommen. Den grössten Einfluss auf das positive Ergebnis üben die Steuereinnahmen aus, die insgesamt über 300 000 Franken besser als budgetiert abschlossen. Insgesamt dürfe festgestellt werden, dass sich die Steuereinnahmen in Schmerikon seit Jahren ungebrochen überdurchschnittlich entwickeln, erklärte Brunschwiler. So stieg im Zeitraum seit der Jahrtausendwende die einfache Steuer um 87 Prozent, derweil die Bevölkerung um gerade mal 16 Prozent anstieg. «Dies zeugt von einer deutlichen Zunahme der Steuerkraft.»

Eine Lobby für die Ältesten

Der Gemeinderat gehe in der Finanzplanung nach wie vor davon aus, dass in den nächsten Jahren die prozentuale Zunahme der Steuererträge über dem Wachstum der Ausgaben liegen werde, erläuterte Brunschwiler. Dies werde folglich bei gleichbleibendem Steuerfuss in den zukünftigen Ergebnissen zu Ertragsüberschüssen führen. Gleichwohl sieht das Seedorf davon ab, den Steuerfuss weiter zu senken. Für 2018 wurde daher der Bürgerschaft beantragt, den Steuerfuss unverändert bei 119 zu belassen. Hierauf basierend präsentiert der Gemeindepräsident einen Voranschlag 2018 «mit einer schwarzen Null».

Brunschwiler tat dies nicht, ohne dabei seinen Missmut über das seit 2008 geltende Finanzausgleichsgesetz kundzutun. «Mit Verlaub, es ist pervers, dass eine Gemeinde wie Kaltbrunn 3,6 Millionen Franken Ausgleichszahlungen erhält und ihren Steuerfuss auf 110 Prozentpunkte senken kann.» Schmerikon dagegen sei klar einer der Verlierer in diesem System. Die Stimmbürger genehmigten das Budget in der Folge bei zweiEnthaltungen einstimmig. Ebenfalls einstimmig hat die Bürgerschaft am Dienstag ausserdem der Auflösung des Zweckverbands Werkjahr Linthgebiet zugestimmt. Das Schuljahr wird ab August 2018 in die Schulorganisation Rapperswil-Jona eingegliedert.

Zum Schluss der Versammlung wurde es dann noch einmal emotional. Der pensionierte Pfarrer Hans Mettler wandte sich mit einem ganz speziellen Appell an seine Mitmenschen. Über die Ostertage habe ihn quasi ein medialer Weckruf ereilt. «Unsere Altenpflege steckt offensichtlich in einer Krise.»

Mettler spielte damit auf die Berichterstattung verschiedener Titel aus dem Verlagshaus Tamedia über die Pflegequalität in Hunderten von Schweizern Altersheimen an. «Wie steht es in dieser Sache in unserer Region?», fragte der Rentner in die Runde. Als Trägergemeinde des Zweckverbands Pflegezentrum Linthgebiet müsse Schmerikon seine Verpflichtung ernst nehmen, appellierte er. «Vielleicht können wir als Bürger ja auch etwas beisteuern.» Möglicherweise würde das Bilden einer Lobby helfen, sinnierte Mettler. «So können wir auf das Thema aufmerksam machen und zur Stimme jener werden, die sich in unserer Mitte nicht mehr selber äussern können.» Zustimmender Applaus schloss das Votum des Pensionärs.

Erstellt: 04.04.2018, 08:59 Uhr

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