Schmerikon

Schmerikon will Strasse zur A53 vorfinanzieren

Eine Barriere sorgt für Stau im Dorf. In Zukunft könnte sich das Problem mit dem Doppelspurausbau der SBB noch verschärfen. Der Gemeinderat will deshalb eine neue Strasse bauen – und sie später dem Kanton verkaufen.

Die Barriere zum Industriequartier wird zukünftig länger unten bleiben. Die Gemeinde will mit einer Entlastungsstrasse Abhilfe schaffen.

Die Barriere zum Industriequartier wird zukünftig länger unten bleiben. Die Gemeinde will mit einer Entlastungsstrasse Abhilfe schaffen. Bild: Moritz Hager

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Die Schmerkner Industriezone liegt denkbar ungünstig: Mit dem Dorfkern ist sie nur über eine einzige Strasse erschlossen und erst noch durch die Bahngleise getrennt. Kommt dereinst der Doppelspurausbau Uznach-Schmerikon wird die Wartezeit an der Barriere im Extremfall acht Minuten betragen. Im Dorf droht deshalb ein Rückstau. Gemeindepräsdent Félix Brunschwiler will diesem Misstand nicht tatenlos zusehen und hat mit dem Kanton St. Gallen nun einen Deal geschlossen. Die Gemeinde finanziert eine Verbindungsstrasse vom Industriequartier Härti direkt zur A53 selbst, später kauft der Kanton ihr diese Strasse ab.

Das Projekt hat eine lange Geschichte: Bereits 1999 und 2012 hatte die Gemeinde ein eigenes baureifes Projekt für eine solche Verbindungsstrasse mit einer Unterführung unter den Bahngleisen in der Schublade. Region und Kanton lehnten das Projekt mit Blick auf die geplante Gasterstrasse damals ab und empfahlen zuzuwarten. Im nächsten Strassenbauprogramm des Kantons wird der Bau zwar angestrebt, es bestehen jedoch grosse Hürden bis zur Umsetzung. Bis zu dieser Gesamtrealisierung will Brunschwiler nicht warten: Er ist deshalb froh, dass der St. Galler Baudirektor Marc Mächler (FDP) Hand bieten will für eine Lösung.

Das Ergebnis sieht nun so aus: Schmerikon will mittelfristig die Strasse selbst bauen, allerdings nach Plänen des Kantons. Das Projekt 2012 kostete rund 7 Millionen Franken, nun dürften noch einige Franken dazu kommen, weil die Unterführung wegen der Doppelspur länger wird und auch die Linienführung noch justiert wird. Sobald die Gasterstrasse dereinst gebaut ist, kauft der Kanton die Strasse zurück. Für den Kanton ist das Geschäft so praktisch risikolos, wie auch Baudirektor Mächler bestätigt.

Risiko bei der Gemeinde

Die Gemeinde Schmerikon ihrerseits trägt das Kostenrisiko, falls die Gasterstrasse nie gebaut würde. Für den Gemeindepräsidenten kein Problem: «Schmerikon braucht die neue Verbindung zur Autobahn so oder so». Nicht nur wegen der Industriezone, sondern auch wegen der geplanten Neuüberbauung des Herbag-Areal.

Als nächster Schritt führt die Gemeinde nun konkrete Gespräche mit der Ortsgemeinde, die bei den Projekten 1999 und 2011 ebenfalls mit im Boot war. Dazu will Brunschwiler auch das Gespräch mit den Industriebetrieben führen, damit sich diese «einbringen» könnten. Der Gemeindepräsident verhehlt nicht, dass er sich auch eine minimale finanzielle Beteiligung der Betriebe an den Kosten der Strasse vorstellen könnte. «Die Firmen profitieren ja von der Fahrzeitreduktion erheblich.» Wann das Projekt der Bürgerschaft vorgelegt wird, ist noch offen. Die nächsten Planungsschritte wollen Gemeinde und Kanton in den kommenden Wochen besprechen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.01.2018, 15:41 Uhr

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