Zum Hauptinhalt springen

Schmerikon reicht Einsprache gegen Doppelspurausbau ein

Das Perron zu kurz, die Wartezeit an der Barriere zu lang: Der Schmerkner Gemeinderat macht ernst und wehrt sich gegen den Doppelspurausbau zwischen Uznach und dem Seedorf. Die Folgen sind nicht abschätzbar.

Dieser Perron ist zu kurz: Auch wenn er zukünftig verlängert wird, kann auf Gleis 2 kein Schnellzug halten. Damit würde der Fahrplan bautechnisch zementiert.
Dieser Perron ist zu kurz: Auch wenn er zukünftig verlängert wird, kann auf Gleis 2 kein Schnellzug halten. Damit würde der Fahrplan bautechnisch zementiert.
Moritz Hager

Der Gemeinderat von Schmerikon hat die Signale auf Rot gestellt. Er reicht eine Einsprache gegen den Doppelspurausbau zwischen Uznach und Schmerikon ein. Dies hat der Gemeinderat an seiner Sitzung diese Woche beschlossen, wie Gemeindepräsident Félix Brunschwiler (parteilos) auf Anfrage der Zürichsee-Zeitung bestätigt.

Im Detail will sich Brunschwiler nicht äussern, weshalb der Gemeinderat juristisch gegen die Ausbaupläne vorgeht. Nur so viel: «Mit dem Bauprojekt wird der Fahrplan in Stahl und Beton gegossen.» Brunschwiler deutet damit die Kritik an, dass seine Gemeinde den Schnellzugshalt des Voralpen-Express verlieren könnte. Auf politischer Ebene hatte sich der Gemeinderat bereits gegen diese Aufhebung gewehrt, die Suche nach Lösungen im Fahrplan läuft.

Bei der Einsprache an das Bundesamt für Verkehr kann der Gemeinderat allerdings nicht mit dem Fahrplan argumentieren, sondern muss Mängel im Bauprojekt vorbringen. Deshalb dürfte sich die Einsprache vor allem gegen den Ausbau des Perrons an Gleis 2 richten. Dieses wird von heute 170 auf 185 Meter verlängert. Das ist aber zu kurz: Eine Komposition des Voralpen-Express ist bis zu 225 Meter lang und könnte deshalb gar nicht halten. Heute hält der Voralpen-Express am längeren Perron von Gleis 1.

Knackpunkt Barriere

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Barriere an der Allmeindstrasse. Diese bleibt mit der Einführung der Doppelspur und der Stadtbahn Obersee zukünftig länger geschlossen. Das Industriegebiet hinter der Barriere ist aber nur über die Allmeindstrasse erschlossen. Bleibt die Barriere länger unten, bildet sich Rückstau bis ins Dorf – und in Notfällen kommen Rettungsdienste nicht zur Industrie. Die SBB müssten, so die Meinung des Gemeinderates vor der Auflage des Doppelspurprojektes, eine Lösung zur besseren Erschliessung der Industrie prüfen.

Der Schmerkner Gemeinderat hatte 2011 ein eigenes baureifes Projekt für eine Verbindungsstrasse von der Allmeindstrasse im Osten direkt zur A53 vorgelegt. Region und Kanton lehnten das Projekt mit Blick auf die geplante Gasterstrasse ab. Ob die Gasterstrasse aber überhaupt je realisiert wird, ist völlig offen. Und vor allem: Der Doppelspurausbau soll bis Ende 2019 realisiert werden, dann ist die Gasterstrasse noch nicht einmal konkret projektiert.

Trotz der Einsprache will der Gemeinderat von Schmerikon die Weichenstellung in die Bahnzukunft am Obersee nicht grundsätzlich verhindern. «Unsere Punkte sollen das Projekt verbessern.» Eine zeitliche Verschiebung müsse man deshalb in Kauf nehmen. Weder die SBB noch das Amt für öffentlicher Verkehr des Kantons St. Gallen können Angaben zu möglichen Verzögerungen machen. «Der Zeitplan für das Bauprojekt ist tatsächlich eng», sagt Amtsleiter Patrick Ruggli. Und einen Plan B gebe es derzeit noch nicht.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch