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Ruhe und Sturm in der Kirche

Alle drei Jahre konzertiert die Musikgesellschaft Harmonie Weesen in der Flikirche. Damit will sie bewusst Abstand nehmen von den Unterhaltungskonzerten mit all ihrem Drumherum.

Die Musikgesellschaft Harmonie Weesen begeisterte unter der Leitung von Martin Bodenmann mit ihrem Kirchenkonzert in der Flikirche.
Die Musikgesellschaft Harmonie Weesen begeisterte unter der Leitung von Martin Bodenmann mit ihrem Kirchenkonzert in der Flikirche.
Hansjakob Becker

Die Flikirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Erstmalig stand das Kirchenkonzert unter einem Thema und dieses entsprach dem Wetter überaus trefflich. «Die Ruhe und der Sturm» – unter diesem Titel eröffnete die MGH das gut ausgewählte Programm mit «The perfect storm» von James Horner. Das Werk beschreibt die Fahrt eines Schwertfischbootes, das in einen heftigen Sturm gerät und auseinander bricht.

Schon hier zeigte sich, dass Dirigent Martin Bodenmann seine über 300 Bläserinnen und Bläser sorgfältig vorbereitet hatte. Sein Dirigat ist klar und wird von den aufmerksamen Spielenden genau umgesetzt. Vor allem fallen der schöne Gesamtklang und die durchwegs gute Intonation auf. Auch rhythmisch meistert das Korps alle geforderten Tempi ohne Probleme. In «The ecstasy of gold» von Ennio Morricone bewies das Korps seine hohen Qualitäten. Hier, wie in anderen Werken, glänzten einzelne Solistinnen und Solisten mit ihrem Saxofon und einem sehr gepflegten Spiel.

Gastsolist als Überraschung

In den Werken «Purple Rain» von Prince und dem 1984 komponierten «Hallelujah» von Leonard Cohen stellte sich der in Weesen wohnhafte und weltbekannte Musiker Pepi Hug ans Mikrofon und sang den Solopart. Mit seiner kräftigen Stimme überzeugte er alle. Trotz der etwas gar lauten Begleitung verhalf er den beiden Stücken zum Erfolg.

Im Zentrum des Programms stand «Kyrill – Storm oft he Century» von Otto M. Schwarz. Dieses anspruchsvolle und lange Werk beschreibt den grössten Orkan Europas, der 2007 grosse Schäden verursachte. Die Musik stellt die Entstehung des Sturmes, seine Wucht, Kraft und Chaos, wie auch die nachfolgende Ruhe in zum Teil extremer Lautstärke dar, inklusive echte Sirene.

Martin Bodenmann führte die Musikerinnen und Musiker sicher durch alle Klippen. Dabei überzeugten das gute Zusammenspiel in «wilden» Abschnitten und das harmonische Gleiten, bei ruhigeren Teilen. In «up where we belong» und «Tanz der Vampire» spürte man die grosse Spielfreude und das rhythmische Miteinander. Nach «Stairway to heaven» endete das offizielle Programm. Der Applaus forderte eine Zugabe, die vom Publikum dankbar entgegengenommen wurde.

Freude und Bewunderung

Man freut sich darüber, dass die MGH, ein relativ kleiner Verein, so erfreuliche Konzerte gibt. Dazu trug auch die gute Akustik der Flikirche bei. Die Moderation hatte der Dirgent selber übernommen und ziemlich ausführlich die gespielten Werke besprochen und seine Bläserinnen und Bläser in launischen Worten vorgestellt. Das Zusammenwirken zwischen Leiter und Musikanten geschieht in Harmonie und gegenseitiger Wertschätzung, was sich spürbar in die gespielte Musik überträgt.

Nächste Auftritte der MGH Weesen: Jahreskonzert, 3./4. März 2018 in der Speerhalle

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