Tempo 30

Rapperswil-Jona ist allein auf weiter Flur

72 neue Zonen für Tempo 30 sind in den letzten zehn Jahren im Kanton St. Gallen allein ausserhalb der Hauptstadt entstanden. Im Linthgebiet ist nur Rapperswil-Jona beteiligt. In keiner anderen Gemeinde stehen Tempo-30-Tafeln. Erst vereinzelt wird das Thema in die Planung aufgenommen.

Strassen mit Tempo 30 gibt es im Linthgebiet erst in Rapperswil-Jona, einige Gemeinden wagen sich erst zaghaft an die Planung von Langsamzonen, andere verzichten darauf.

Strassen mit Tempo 30 gibt es im Linthgebiet erst in Rapperswil-Jona, einige Gemeinden wagen sich erst zaghaft an die Planung von Langsamzonen, andere verzichten darauf. Bild: Manuela Matt

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Seit Anfang dieses Jahrtausends boomt in der Schweiz Tempo 30. In ganzen Gemeinden und Stadtquartieren wurden die Strassen flächendeckend verlangsamt. Zwei Gründe standen zunächst im Vordergrund: Sicherheit und die Kanalisierung des Motor­fahrzeugverkehrs auf die Hauptachsen. Heute kommt Tempo 30 meist dann infrage, wenn es um Lärmschutz geht.

Auch am linken und rechten Zürichseeufer wurden vor rund 15 Jahren mehrere Gemeinden verkehrsberuhigt. Dann stockte der Trend. Seither ist in der Region kein flächendeckendes Tempo 30 eingeführt worden. Wenn, dann kamen immer nur einzelne Strassenzüge dazu, meist aufgrund des Wunsches der Anwohner oder rund um Schulanlagen.

Im St. Galler Linthgebiet verebbte die Tempo-30-Welle. Allein Rapperswil-Jona begann 2007 mit der Umsetzung eines Konzepts zur Verkehrsberuhigung. Eine Um­frage der ZSZ zeigt, was in den übri­gen Gemeinden beim Thema Tempo 30 geplant ist. Aus Amden trafen keine Antworten ein.

Benken: Im Herbst beginnen erste Vorabklärungen

Benken kennt keine Tempo-30-Zone, wie Gemeindepräsidentin Heidi Romer (CVP) mitteilt. Das könnte sich aber ändern. An der Bürgerversammlung 2018 wurde angekündigt, das Thema 30 anhand zu nehmen. «Wir werden uns im Herbst an die Vorabklärungen machen», sagt sie. Dazu gehören etwa Geschwindigkeitsmessungen in den Quartieren und Konzeptionierung. Denn für Ro­mer­ ist klar: «Damit der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung fällen kann, müssen die nötigen Daten aufbereitet werden.»

Eschenbach: Vorbereitet sein für allfällige Tempo-30-Zonen

In Eschenbach werden bei neuen Strassen oder Gesamtsanierungen von Strassen bauliche Vorbereitungen für geschwindigkeitsreduzierende Massnahmen getroffen und umgesetzt, erklärt Hansjörg Hunziker von der Abteilung Liegenschaften + Strassen. So sei die Gemeinde später, aufgrund eines noch zu erarbeitenden Gesamtkonzepts Tempo 30 über das gesamte Gemeindegebiet, schon etwas vorbereitet.

Massnahmen mit Schwellen wurden an der Schrennen­strasse und der Mythenstrasse erstellt. Massnahmen werden auch im Zug des aktuellen Strassenbaus Binzenstrasse umgesetzt.

Gommiswald: Appellan die Eigenverantwortung

In Gommiswald gibt es weder Tempo-30-Zonen, noch seien solche geplant, sagt Gemeindepräsident Peter Hüppi (SP). «Wir appellieren an die Eigenverantwortung bei den zu befahrenden Quartierstrassen.»

Kaltbrunn: Für Gemeinderatkein Handlungsbedarf

«Nach Praxis des Kantons St. Gallen stehen bauliche Massnahmen zur Temporeduktion gegenüber Tempo-30-Zonen im Vordergrund», teilt Gemeindeschreiber Thomas Wey mit. Messungen in den Quartieren hätten ausserdem gezeigt, dass die Verkehrsteilnehmer bereits heute wesentlich unter der maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h fahren. «Für den Gemeinderat besteht somit kein Handlungsbedarf», sagt Wey.

Schänis: Thema in laufender Richt- und Zonenplanung

Gemäss Gemeindepräsident Her­bert Küng (FDP) ist die Einführung von Tempo-30-Zonen an Bedingungen gekoppelt und könne nur im Rahmen einer Gesamtschau erfolgen. Pläne gibt es bereits. «Wir werden das Thema im Rahmen der laufenden Gesamtüberarbeitung der Richt- und Zonenplanung angehen», antwortet Küng in der Umfrage.

Schmerikon: Baulich dieGeschwindigkeit herabsetzen

Der Gemeinderat Schmerikon verfolgt im Grundsatz das Ziel, in den Wohnquartieren den Verkehr zu beruhigen, teilt Gemeindepräsident Félix Brunsch­wiler (parteilos) mit. Dazu gehöre unter anderem die Senkung des Geschwindigkeitsniveaus. «Die Verkehrspolizei St. Gallen ist in ihren Anforderungen für Verkehrsanordnungen mit signalisierter Tempo-30-Zone sehr anspruchsvoll», sagt er. Deshalb beschränkten sich die Massnahmen der Gemeinde darauf, baulich die «Planungsgeschwindigkeit» her­abzusetzen. So geschah es zum Beispiel in diesem Jahr in der Säntisstrasse, aktuell ist die Neue Eschenbacherstrasse dran.

Damit werde in der Regel ein vergleichbares Geschwindigkeitsniveau erzielt. «Man muss der Verkehrspolizei fairerweise auch zugutehalten, dass von Laien die gefühlte Geschwindigkeit oft überschätzt wird», sagt Brunsch­wiler. «Nichtsdestotrotz wird immer wieder bei Strassenbauprojekten situativ geprüft, ob eine Tempo-30-Zone angestrebt und beantragt wird. Dies wird auch in Zukunft so bleiben.»

Uznach: Wenig Verkehrin den schmalen Strassen

«In den Quartieren haben wir viele Stichstrassen und einige enge­, schmale Strassen», erklärt Gemeindepräsident Christian Holderegger (FDP). «Deswegen haben wir dort auch wenig Durchgangsverkehr, der zusätzlich durch Tempo-30-Zonen gelenkt werden muss. Zur generellen Verkehrsberuhigung und zur Reduktion des Verkehrslärms auf Gemeindestrassen könnten Tempo-30-Zonen einen Beitrag leisten. Wo und in welchem Umfang solche Massnahmen auch in Uznach umgesetzt werden sollen, müsse geprüft werden.

Weesen: Ein gescheiterterAnlauf aus der Bevölkerung

Weesen besitzt keine Tempo-30-Zonen «und plant derzeit auch keine solchen einzurichten», schreibt Gemeindepräsident Marcel Benz (parteilos). «Unter meinem Vorgänger wurde vor Jahren ein Begehren aus der Bevöl­kerung gestellt, welches aber nicht weiterverfolgt wurde.» Soweit er informiert sei, waren ­damals die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.07.2018, 10:18 Uhr

Tempo 30 in Rapperswil-Jona

«Grösste Zone noch in Erarbeitung»

In Rapperswil-Jona begann das Zeitalter von Tempo 30 im selben Jahr, wie die Stadt­teile fusionierten: 2007. Eine flächendeckende Einführung der Verlangsamung des Strassenverkehrs war es aber keine. Gemäss Stadtrat Thomas Furrer (parteilos) gibt es nebst den Tempo-30-Zonen auch verkehrs­beruhigte Zonen und Strassenabschnitte mit Tempo 30. «Seit zehn Jahren sind wir an der Umsetzung.»

Ein Drittel realisiert

Von den 30 Zonen, die für eine Verlangsamung des Strassenverkehrs evaluiert wurden, ist ein Drittel bereits realisiert. Die Zone Eichfeld soll vergrössert, die Zone Rain verkleinert werden. Einige Zonen warten noch auf ihre Umsetzung. In anderen, wie rund um den Bahnhof, bei der Alten Fabrik und Bur­ger­au, Wagen Süd und Nord oder Bollingen sind Tempo-30-Zonen unzweckmässig.

Die nächsten Pläne für Tempo 30 liegen bereit. «Die flächenmässig grösste Zone ist noch in der Erarbeitung, die öffentliche Auflage ist für 2018/19 vorgesehen», sagt Furrer. (di)

Hier gibt es alles zum Konzept für Tempo 30.

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