Rapperswil-Jona

Quartierverein ad acta gelegt

Die Liquidatoren des im Frühling aufgelösten Quartiervereins Hanfländer haben gestern in Rapperswil die Vereinsakten Stadtarchivar Markus Thurnherr übergeben. Mehr noch als der Mitgliederschwund beschäftigt die anderen Quartiervereine die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern.

Karl Kobler und Susi Fischer mit einem der fünf Ordner, die sie am Mittwoch in die Hände von Archivar Markus Thurnherr legten.

Karl Kobler und Susi Fischer mit einem der fünf Ordner, die sie am Mittwoch in die Hände von Archivar Markus Thurnherr legten. Bild: Ueli Abt

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«Vielleicht interessiert sich ja dereinst jemand dafür, was die Menschen früher miteinander unternahmen», sagte Liquidator Karl Kobler bei der gestrigen Übergabe der Vereinsakten im Rapperswiler Stadtarchiv. Laut Archivar Thurnherr ist es nicht der erste Verein, der im Keller beim Rapperswiler Rathaus gewissermassen ad acta gelegt wird: Dort lagern bereits die Akten des Feuerwehr- und des Personalvereins, die im Zuge der Gemeindefusion aufgehoben wurden; ebenso die Akten der vor 20 Jahren aufgelösten Dramatischen Gesellschaft. «Welche Dokumente in die Kiste kamen und welche nicht, war Sache des Vereins», sagte Thurnherr. Die Akten könnten späteren Generationen ein Bild der Gesellschaft in vergangenen Jahrzehnten ermöglichen. Die Mitgliederliste sei möglicherweise bei künftigen Forschungen über Personen interessant. Wie lange das grösstenteils aus Fotokopien bestehende Material bestehen bleibe, sei ungewiss – mindestens aber einige Jahrzehnte.

Lücken im Vorstand fordern Vereine heraus

Die ­verbleibenden elf Quartiervereine sind unterschiedlich stark mit abnehmendem ­Interesse konfrontiert. Die Sinn- und Motivationskrise ist nicht in allen Quartiervereinen spürbar. So ist etwa die Mit­gliederzahl des Quartiervereins Rankwald annähernd stabil. Laut Präsidentin Vera Keel gab es jüngst sogar einige neue Beitritte. Kürzlich im Vorstand entstan­dene Lücken habe man zudem rasch durch engagierte Personen schliessen können.

Auch beim Verein für eine wohnliche Altstadt gibt es wenig Grund zur Klage: Gemäss Präsident Christian Peisker verharrt der Mitgliederstand konstant bei rund 100 Personen – «auch ohne jede Werbung».

Wenn nicht mit einer geringen Mitgliederzahl, so doch mit der Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern kämpft hingegen der Quartierverein Busskirch. «Es ist schwierig, geeignete Leute zu finden», schreibt Präsident Ruedi Bertschi auf Anfrage. Derzeit sei der Posten des Vizepräsidenten vakant. «Man scheut sich allgemein vor Verpflichtungen. Ältere Personen haben Angst vor dem PC und Schreibarbeiten mit demselben.»

Erholung nach Krise

Mindestens der Quartierverein Lenggis-Kempraten verzeichnet einen massiven Mitgliederrückgang, wie er diesen Frühling pu­blik machte. Neuzuzüger zeigten geringes Interesse, dem Verein beizutreten. Dass sich Vereine nach Krisenzeiten wieder erholen können, zeigt das Beispiel des Quartiervereins Süd: Vor rund zehn Jahren stand er kurz vor der Auflösung. Heute geht es dem Verein wieder gut, die Mitgliederzahl liegt bei rund 200, Tendenz steigend.

Erstellt: 23.12.2015, 17:50 Uhr

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