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Probleme mit Party-Volk wird es auch diesen Sommer geben

Ein weiteres verlorenes Jahr für die Natur: Bis das Betretungsverbot für den Hänggelgiessen in Kraft treten kann, ist wohl auch der diesjährige Sommer vorbei.

Der Hänggelgiessen an der Linth soll strenger geschützt werden. Doch das dauert.
Der Hänggelgiessen an der Linth soll strenger geschützt werden. Doch das dauert.
Manuela Matt

Eigentlich sind sich alle einig: Um die empfindliche Natur im Gebiet Hänggelgiessen am Linthkanal zu schützen, braucht es ein Betretungsverbot. Doch auch vier Jahre nach der Eröffnung des neuen Linthwerks gibt es dieses Verbot noch nicht. In den vergangenen zwei Sommern war es im Hänggelgiessen zu enormen Problemen gekommen. Nächtelange, laute Partys, Picknicks auf den Kiesinseln, die gar nicht betreten werden dürften, Böötler, die überall an Land gingen, störten die im Naturschutzgebiet lebenden Tiere – vor allem Vögel und Wild.

«Eine Illusion»

Der Schänner Gemeindepräsident Herbert Küng (FDP) findet deutliche Worte: «Es war eine Illusion zu glauben, dass eine Naturschutz- und eine angrenzende Intensiverholungszone einander nicht stören würden.» Gemeinde, Kanton und Linthwerk waren sich schon nach dem heissen Sommer 2015 einig gewesen: Solche Zustände dürfe es im Hänggelgiessen nicht mehr geben. Die Gemeinde erarbeitete eine neue Schutzverordnung. Diese sieht vor, dass der Hänggelgiessen nirgendwo mehr betreten werden darf und dass Boote auf den Kiesinseln nicht mehr anlegen dürfen.

Die Verordnung lag ein rundes Dreivierteljahr beim Kanton zur Vorprüfung. Als sie zurückkam, musste die Gemeinde einiges ergänzen, beispielsweise eine neue Wildruhezone. Diese Arbeit ist praktisch abgeschlossen, doch Schänis will noch eine zweite Prüfung durch den Kanton, um auf Nummer sicher zu gehen. Gemeindepräsident Herbert Küng ärgert sich über die langen Verfahrenszeiten. «Durch sie entsteht der Eindruck, die Gemeinde mache ihre Hausaufgaben nicht, was überhaupt nicht zutrifft.»

Noch viel Linthwasser

Das Verfahren ist noch lange nicht abgeschlossen, und bis das Betretungsverbot in Kraft tritt, fliesst wohl einen weiteren Sommer lang Wasser die Linth hinunter. Die Gemeinde muss die Schutzverordnung während dreissig Tagen öffentlich auflegen. Küng rechnet mit Einsprachen, denn die neuen Regeln betreffen nicht nur den Hänggelgiessen. Verhandlungen mit Einsprechern brauchen Zeit, und wenn sie erfolglos verlaufen, droht der Weiterzug an die nächste Instanz.

Auch Anna Hausmann, zuständige Kreisplanerin im Amt für Raumentwicklung glaubt nicht daran, dass die Schutzverordnung diesen Sommer wirksam wird. «Das wäre ein sehr sportlicher Zeitplan.» Hausmann macht auf ein weiteres Problem aufmerksam: Mit der Schutzverordnung allein hat man die Probleme nicht im Griff. Es braucht Kontrollen. Und diese sind wiederum Sache der Gemeinde.

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