Rapperswil-Jona

Polen lancieren abgespeckte Version des Museums im Schloss

Die St. Galler Regierung traf sich mit dem polnischen Botschafter. Thema war auch das Polenmuseum im Schloss. Der polnische Staat will ein kleineres Museum im Schloss auf eigene Kosten realisieren. Die Stadt winkt ab.

Die Tage des Polenmuseums im Schloss Rapperswil sind gezählt. Nach Möglichkeit sollen Exponate des Museums auch zukünftig im Schloss ausgestellt werden.

Die Tage des Polenmuseums im Schloss Rapperswil sind gezählt. Nach Möglichkeit sollen Exponate des Museums auch zukünftig im Schloss ausgestellt werden. Bild: Archiv Manuela Matt

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Es gibt wieder Bewegung in der Frage des Polenmuseums im Schloss Rapperswil. Im Zentrum eines Gesprächs zwischen dem St. Galler Regierungs- und dem polnischen Botschaftsrat standen Verbindungen zwischen Polen und St. Gallen.

Regierungspräsident Fredy Fässler (SP) nutzte das gemeinsame Treffen, um auf die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Polen einzugehen. Erwähnung fand hierbei auch das Polenmuseum im Schloss Rapperswil, das ursprünglich als polnisches Nationalmuseum im Exil gegründet wurde.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Der polnische Botschafter Jakub Kumoch habe auf die eminente Bedeutung des Polenmuseums hingewiesen, sagt Fässler: «Gleichzeitig hat er aber ebenso festgestellt, dass eine attraktive, moderne Museumsgestaltung und eine Reduktion der Fläche auch aus Sicht Polens unabdingbar seien.» Polen kenne und respektiere die aktuellen Eigentumsverhältnisse, sei aber sehr daran interessiert, ein neugestaltetes Museum im Schloss Rapperswil auf eigene Kosten realisieren zu können.

Anna Buchmann, Direktorin des Polenmuseums, begrüsst die Initiative des polnischen Botschafters: «Wir hoffen darauf, dass Stadt und Ortsgemeinde diesen Vorschlag prüfen. Und dass diese Variante des Museums Aufnahme findet im neuen Konzept des Schlosses.» Buchmann verweist hierbei auf Gespräche, die das Polenmuseum mit der Stadt Rapperswil-Jona nach Abschluss des derzeit laufenden Projektwettbewerbs der Architekten führen wird.

Museum steht vor dem Ende

Martin Stöckling (FDP), Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, winkt derweil ab: «Am Entscheid gegen das Polenmuseum wird nicht gerüttelt. Das Polenmuseum wird definitiv geschlossen.» Die Stadt sei nicht nicht in die Gespräche zwischen der St. Galler Regierung und dem polnischem Botschafter involviert gewesen. «Wir haben immer klar kommuniziert, dass ein eigenständiges Polenmuseum nicht verhandelbar ist», konstatiert Stöckling: «In den Gesprächen mit dem Polenmuseum nach Abschluss des Projektwettbewerbs stehen die Schliessungsmodalitäten im Fokus.»

Zudem werde die Frage thematisiert, ob Exponate des Polenmuseums allenfalls Platz im zukünftigen Konzept des Schlosses Rapperswil finden sollen. Die Jurierung im Wettbewerbsverfahren ist im August vorgesehen. Anfangs Sepember soll der Entscheid, wen die Jury als Siegerprojekt auserkoren hat, mitgeteilt werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.05.2018, 17:48 Uhr

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