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Petition zur Rettung der Abfallsammelstelle lanciert

Das Ende soll aufgeschoben werden. Am 15. Juli müsste die Sammelstelle «brings!» schliessen. Der von der Keller Recycling AG betriebene Entsorgungspark hatte zu wenige Nutzer. Die Stadt müsse helfen, finden nun Petitionäre.

Durch eine Petition soll der Entsorgungspark vor der Schliessung gerettet werden.
Durch eine Petition soll der Entsorgungspark vor der Schliessung gerettet werden.
Manuela Matt

Joel Keller hat gekämpft und gab schon auf. Die Reaktionen aus der Bevölkerung haben den Geschäftsführer der Abfallsammelstelle «brings!» in Rapperswil-Jona nun aber davon überzeugt, nochmals einen Versuch zu starten, seine Institution zu retten. Zusammen mit Freunden lanciert Keller darum eine Petition. Das Ziel: Die Abfallsammelstelle im Schachen-Quartier soll erhalten bleiben. Drei Hauptargumente führen die Petitionäre auf: Erstens wollen sie gleich lange Spiesse wie Entsorger Karl Rüegg im Engelhölzli, zweitens möchten sie an den sozialen Aspekt der «brings!»-Sammelstelle erinnern und drittens an den ökologischen Vorteil einer Sammelstelle im Quartier.

Die Petition wird auf der Sammelstelle in Rapperswil-Jona aufgelegt und per Post an sämtliche 2400 Kunden verschickt. Freunde der Sammelstelle wollen zudem am Samstag kommender Woche bei Einkaufszentren Unterschriften sammeln.

«Viele möchten jetzt noch ein neues Abo lösen»

Das Problem von Joel Keller: 30 Franken pro Jahr kostete die Jahreskarte der Sammelstelle «brings!». Der Kundenstamm reicht nicht, das Angebot zu finanzieren, dafür wären 4000 Abonnenten nötig gewesen. Die Konkurrentin Karl Rüegg AG mit dem Entsorgungshof «Engelhölzli» kommt hingegen ohne Abogebühr aus. Damit ist es für andere Anbieter deutlich schwieriger in der Stadt richtig Fuss zu fassen.

Die Petitionäre haben dafür eine Lösung parat. Die Abfallgebühr von 90 Franken pro Wohnung soll um 20 Franken erhöht werden. «Zehn Franken für uns, zehn Franken für Karl Rüegg», sagt Keller. Damit könnten die beiden Entsorgungsstellen gut überleben. «In einer Stadt wie Rapperswil-Jona» seien zwei Sammelstellen optimal, insbesondere weil «brings!» sehr zentrumsnah liege.

Joel Keller hat in der vergangenen Woche, seit der Schliessungsentscheid bekannt wurde, viele Reaktionen erhalten. «Die meisten sind traurig, dass wir schliessen müssen.» Aber sie seien froh um das Engagement. Besonders bedauern würden die Kunden, dass für die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Arbeitsplätze wegfallen würden. «Viele möchten jetzt noch ein neues Abo lösen», sagt Keller. Moralisch könne er das aber nicht vertreten. Die Entsorung von Abfällen ist damit bis zur Schliessung kostenlos.

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