Kaltbrunn

Ortsparteien sagen «Ja, aber...» zum neuen Feuerwehrdepot

Am Mittwoch stimmen die Bürger über einen Baukredit für den Neubau eines Feuerwehrdepots ab. Die Parteien sprechen sich mehrheitlich für die Vorlage aus. Kritisiert werden allerdings die Grösse und die Lage des Depots. Bemängelt wird, dass keine regionale Zusammenarbeit zustande kommt.

An der Uznacherstrasse in Kaltbrunn soll für vier Millionen Franke ein neues Feuerwehrdepot gebaut werden.

An der Uznacherstrasse in Kaltbrunn soll für vier Millionen Franke ein neues Feuerwehrdepot gebaut werden. Bild: zvg

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In Kaltbrunn ist Hektik ausgebrochen. Weil das kantonale Feuerschutzgesetz revidiert wird, entfallen zukünftig Subventionen für den Neubau von Feuerwehrdepots. Um den Beitrag für das geplante neue Depot nicht zu verlieren, muss eiligst eine Vorlage zur Abstimmung gebracht werden: So geht am 4. Juli in Kaltbrunn eine ausserordentliche Bürgerversammlung über die Bühne, an der die Bürger über einen Baukredit in der Höhe von knapp vier Millionen Franken für einen Neubau eines Feuerwehrdepots abstimmen werden.

Sagen die Bürger Nein zur Vorlage, entfällt der Beitrag der Gebäudeversicherung an den Bau des Feuerwehrdepots. Dieser macht einen Viertel der beitragsberechtigten Kosten aus: In der aktuellen Vorlage wäre dies ein Betrag von 450 000 Franken.

«Stört das Ortsbild»

«Die Notwendigkeit des Depots ist unbestritten», sagt Chiara Zeckai, Aktuarin der FDP Kaltbrunn. Die Partei sagt Ja zum neuen Feuerwehrdepot. Zeckai bedauert allerdings, dass es zu keiner Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Benken gekommen ist, obwohl Kaltbrunn hierzu willig war. «Angesichts dessen, dass derzeit eine regionale Zusammenarbeit nicht möglich ist, erachte ich die Vorlage als zielführend», sagt Zeckai: Zumal durch einen Neubau auch neue Synergien für die Zukunft geschaffen würden.

Auch die CVP spricht sich für die Vorlage aus, kritisiert aber die Lage des neuen Depots an der Uznacherstrasse: «Es tangiert den Ortsbildschutz», sagt Marcel Hofstetter, Präsident der CVP: Aus diesem Grund sei auch der Bau der Inline-Halle an dieser Strasse abgelehnt worden. Zudem moniert Hofstetter die Grösse des Depots: Möglicherweise sei dieses in fünf Jahren bereits wieder zu klein.

«Keine Notwendigkeit»

Judith Oberholzer, Präsidentin der SP, vermisst eine Zusammenarbeit der Region in Sachen Feuerwehr und hinterfragt die Notwendigkeit der Vorlage, die einzig dem Umstand geschuldet sei, dass zukünftig die Beiträge des Kantons für den Bau eines Depots ausfallen würden. SVP-Präsident Ernst Frischknecht wiederum findet den Alleingang von Kaltbrunn gut: «Wenn Feuerwehren fusionieren, fällt der Nachwuchs aus, weil die Identifizierung fehlt.» Zudem sei die Lage des neuen Depots ideal.

Hinzu komme, dass für das alte Depot eine gute Lösung gefunden worden sei, indem es für den Werkhof zur Verfügung gestellt werde. Nach Auskunft von Marco Fäh, Vorstandsmitglied der UGS Linth, stellen sich auch die Grünen hinter die Vorlage.

Allenfalls neue Lösung suchen

Aus Sicht der Gemeinde wäre ein Nein der Bürger am 4. Juli ein «demokratischer Entscheid»: «Das Ergebnis müsste analysiert werden. Allenfalls wäre eine neue Lösung zu suchen», sagt Markus Schwizer (CVP), Gemeindepräsident von Kaltbrunn: Dies allerdings voraussichtlich ohne Subvention des Kantons. «Dass das Feuerschutzgesetz überarbeitet wird, war klar», konstatiert Schwizer: «Dass die Subventionen für das Depot gestrichen werden, war das Ergebnis der Beratungen in der vorberatenden Kommission und nicht vorhersehbar.»

Am Mittwoch kommt eine zweite Vorlage zur Abstimmung: Die Bürgerschaft befindet über einen Baukredit in der Höhe von 1,2 Millionen Franken für die Sanierung des Schulhauses Altbreiten. Diese Vorlage ist unbestritten. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.06.2018, 16:35 Uhr

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