Zum Hauptinhalt springen

Ortsgemeinde will Grundstück am Meienberg umzonen

Das Grundstück im Dornacher am Joner Meienberg ist umstritten. Soll es überbaut werden oder nicht? Die Ortsgemeinde will es jetzt zur Wohnzone machen.

Der Dornacher dürfe nur im Bereich der Schrebergärten bebaut werden, meinte die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission 2013.
Der Dornacher dürfe nur im Bereich der Schrebergärten bebaut werden, meinte die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission 2013.
Sabine Rock

Mit Pauken und Trompeten konnte die IG Freiraum Meienberg eine Umzonung des Gebiets Dornacher 2009 in letzter Sekunde verhindern. Jetzt will es die Ortsgemeinde erneut versuchen und das Grundstück am Meienberg von der Zone für öffentliche Bauten in eine dreigeschossige Wohnzone umzonen lassen. Der Stadt wurde ein entsprechendes Planungsgesuch angekündigt, wie Bauchef Thomas Furrer auf Anfrage der Zürichsee-Zeitung bestätigt. Pikantes Detail: Die Umzonung würde in letzter Sekunde geschehen. Tritt am 1. Oktober das neue St. Galler Planungs- und Baugesetz in Kraft, sind Teilzonenplanänderungen nur noch mit öffentlichem Interesse möglich. Ansonsten muss auf die langwierige Gesamtrevision des Zonenplans gewartet werden. Und dafür haben die Gemeinden zehn Jahre Zeit.

Anfragen von Investoren

Warum will die Ortsgemeinde das Gebiet im Dornacher gerade jetzt umzonen? «Wir haben gelegentlich Anfragen für Grundstücke, welche die Ortsgemeinde im Baurecht abgeben könnte», sagt Christoph Sigrist, Geschäftsführer der Ortsgemeinde. Das Gebiet am Meienberg könne man derzeit schlecht anbieten, da es in der Zone für öffentliche Bauten liegen. «Das schränkt unsere Handlungsfreiheit ein.» Ausserdem habe man aktuell eine Anfrage von Investoren pendent, die sich für das Land im Baurecht interessieren würden. Sigrist betont, dass es sich beim betroffenen Grundstück ursprünglich um Bauland handle. «Wir möchten nur den alten Zustand wiederherstellen.»

Tatsächlich war das Grundstück vor 1997 der allgemeinen Wohnzone zugeteilt. Als Reserve für den künftigen Schulraumbedarf der damaligen Gemeinde Jona wurde es 1997 umgezont. Laut Sigrist mit dem Hinweis, dass das Grundstück bei Nichtinanspruchnahme wieder in die ursprüngliche Wohnzone W3 umgezont wird. Später war der Dornacher als Grundstück für das - nun im Schachen geplante - Alterszentrum in der Diskussion.

Ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) kam in diesem Zusammenhang zum Schluss, dass das angesprochene Grundstück bebaut werden könnte. Allerdings nur auf der Fläche der heute bestehenden Schrebergärten und nicht höher als zwei Geschosse. Die Nachbargrundstücke seien derzeit freizuhalten.

Stadt ist zurückhaltend

Thomas Furrer sagt, das Umzonungsgesuch werde – sobald bei der Stadt eingetroffen - genau geprüft. Eine Auflage nach altem Recht müsse bis spätestens 30. August starten. Furrer macht deutlich, dass die Stadt nicht auflegen müsse oder «auf Reserve» umzonen wolle. Allerdings ist fraglich, ob die Stadt der Ortsgemeinde verbindliche Auflagen für eine Sondernutzungsplanpflicht oder zur raschen Planung einer Überbauung machen könnte. Denn solche planungsrechtliche Verträge sieht nur das neue Baurecht vor, das alte jedoch nicht. Das weiss man auch bei der Ortsgemeinde. Geschäftsführer Sigrist sagt: «Wir zonen nach altem Baugesetz um».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch