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Nicht überall im Linthgebiet wächst die Solarenergie gleich schnell

Im Linthgebiet werden überall Photovoltaikanlagen gebaut. Doch die Förderprogramme für erneuerbare Energien sind nicht in allen Gemeinden gleich effektiv.

Trotz Förderprogrammen hat die Solarenergie auch im Linthgebiet noch viel Potenzial.
Trotz Förderprogrammen hat die Solarenergie auch im Linthgebiet noch viel Potenzial.
Keystone

Im Mai entscheidet sich, wie die künftige Energiepolitik der Schweiz aussieht. Dann steht die Abstimmung über die Energiestrategie 2050 an. Auch im Linthgebiet werden bereits jetzt einige Anstrengungen unternommen, um die Energieversorgung umweltverträglicher zu gestalten. Mehrere Gemeinden in der Region tragen sogar das Label «Energiestadt». Damit werden Kommunen ausgezeichnet, welche eine nachhaltige Energiepolitik umsetzen. Am Obersee tragen, Eschenbach, Kaltbrunn, Uznach und Rapperswil-Jona die Auszeichnung.

2014 hat Zürichsee-Linth, die Dachorganisation der Gemeinden im St. Galler Linthgebiet ein regionales Energiekonzept entworfen. So soll bis 2050 die Hälfte des Stroms regional aus erneuerbaren Energien hergestellt werden.

Den grössten Teil der erneuerbaren Energie in der Schweiz macht die Wasserkraft aus. Im Kanton St. Gallen werden knapp 20 Prozent des gesamten elektrischen Energiebedarfs durch Wasserwerke gedeckt. Das ist am Beispiel der Stadt Rapperswil-Jona deutlich zu sehen. Der Strom für die Gemeinde wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien produziert. Davon stammen 80 Prozent aus Wasserkraftwerken.

Immer mehr Solaranlagen

Wasserkraftwerke benötigen massive Investitionen und werden nicht von einzelnen Gemeinden gestemmt. Stattdessen kommt auf kommunaler Ebene der Sonnenenergie eine immer grössere Bedeutung bei, denn Privatpersonen können sie einfach einsetzen. Hinzu kommt, dass es keine Bewilligungspflicht für die Erstellung einer Anlage gibt, sondern eine Meldepflicht.

2015 produzierte Eschenbach laut dem kantonalen Amt für Umwelt und Energie am meisten Solarenergie im Linthgebiet: Gut 1 700 000 Kilowattstunden erzeugten die Photovoltaikanlagen in der Gemeinde. In diesem Produktionsvolumen zeigt sich die Wirkung des gemeindeeigenen Förderungsprogramms, welches die Programme von Bund und Kantonen ergänzt. Eschenbach hat vor gut 5 Jahren einen Fond zur intensiven Förderung im Bereich Solaranlagen und Wärmedämmungen eingerichtet. Pro Jahr werden 150 000 Franken in Form von Beiträgen ausgezahlt.

«Das Programm hat alle unsere Erwartungen übertroffen», erklärt Gemeinderatsschreiber Thomas Elser. 2011 hatte sich die Gemeinde zum Ziel gesetzt, bis 2050 einen Quadratmeter Photovoltaikfläche pro Einwohner vorweisen zu können. Dieses Ziel wurde dank des Förderprogramms bereits innerhalb von vier Jahren erreicht.

Es hat noch Raum nach oben

Der Anteil an Solarenergie ist in der Energiestadt Rapperswil-Jona hingegen noch relativ klein: 2015 hatte es in der Rosenstadt Photovoltaikanlagen mit einer Produktionskapazität von gut 464 000 Kilowatt. «In Rapperswil-Jona machen erneuerbare Energien leider nur einen kleinen Anteil des Energieverbrauchs aus», bedauert Thomas Furrer (parteilos),«aber es bessert.» Vor allem die Anzahl Photovoltaikanlagen nehme langsam aber stetig zu. Zudem werden nicht nur die klassischen Anlagen auf den Dächern installiert: Immer häufiger würden Anlagen in Gärten aufgestellt oder in vertikale Elemente, wie Wände eingefügt.

Positive Auswirkungen

Am wenigsten Energie aus Photovoltaikanlagen wurde am Obersee in Schänis produziert. Es waren 2015 gut 104 000 Kilowattstunden. «Wir sind leider nicht gerade eine Pilotgemeinde», meint Gemeindepräsident Herbert Küng (FDP) lakonisch. Dabei hat auch Schänis ein Förderprogramm für Solarenergie. Zurzeit übernimmt die Gemeinde fünf Prozent der Investitionen in Photovoltaikanlagen, der Betrag beläuft sich auf maximal 3000 Franken. Am Programm sollen aber Anpassung vorgenommen werden, sodass künftig Geld für die potenzielle Leistung einer Anlage gesprochen wird. «Die Leistung ist schliesslich matchentscheidend», begründet Küng dieses Vorhaben.

«Wir sind leider nicht gerade eine Pilotgemeinde.»

Herbert Küng, Gemeindepräsident Schänis

Die Region Zürichsee-Linth entwickelt zurzeit Richtlinien für Förderprogramme zu erneuerbaren Energien. Wie Projektleiter Silvan Manhart erklärt, werden den Gemeinden aber keine Vorschriften gemacht. «Sie sollen weiterhin die Freiheit haben, selbst zu entscheiden.»

Bei einem Ja zur nationalen Energiestrategie im Mai rechnet der Rapperswil-Joner Stadtrat Thomas Furrer mit einem deutlichen Innovationsschub im Bereich der erneuerbaren Energien, der sich auch auf Werk- und Forschungsplätze auswirkt. Das gälte auch für die Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), die im Bereich Energie forscht. «Die HSR ist für uns ein absoluter Glücksfall» erklärt Furrer. So arbeiten Stadt und Hochschule zum Beispiel beim Projekt Power-to-Gas zusammen. Es handelt sich dabei um eine Technologie, welche elektrische Energie in chemische Energie, in Form eines Gases umwandelt. Somit kann diese Energie länger gespeichert werden. An dieser Technik soll künftig beim Lido mit einer erweiterten Versuchsanlage noch intensiver geforscht werden.

Für Rapperswil-Jona steht zudem dieses Jahr die Wiederbewertung für das Label «Energiestadt» an. Furrer ist gespannt, wo sich seine Stadt dieses Mal positioniert.

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