Linthgebiet

Neues Werkjahr findet bei Gemeinden keinen Anklang

Das neu aufgelegte Werkjahr in Rapperswil-Jona stösst bei den anderen Gemeinden im Linthgebiet nicht auf Interesse. Die Kommunen setzen lieber auf schulische Integration.

Das Werkjahr findet neu nicht in Uznach, sondern in der Joner Oberstufenschule Weiden statt. Bisher stösst das Angebot für lernschwache Schüler in den übrigen Gemeinden des Linthgebiets auf wenig Resonanz.

Das Werkjahr findet neu nicht in Uznach, sondern in der Joner Oberstufenschule Weiden statt. Bisher stösst das Angebot für lernschwache Schüler in den übrigen Gemeinden des Linthgebiets auf wenig Resonanz. Bild: Archiv ZSZ

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Die grossen Sommerferien sind nicht mehr fern. Mit dem Ende des Schuljahrs geht auch die Geschichte des Werkjahrs Linthgebiet zu Ende. 1980 zur Unterstützung von lernschwachen Schülern gegründet, scheint es heute aus der Zeit gefallen. Seit Jahren hatte das Interesse abgenommen, seit einiger Zeit stammte der Grossteil der Schüler aus Rapperswil-Jona, hinzu kamen einige Kaltbrunner Jugendliche.

Im Frühling stimmten daher alle Gemeinden ohne grosse Diskussionen für die Auflösung des gemeinsamen Zweckverbands Werkjahr. Nun wird das Werkjahr in Rapperswil-Jona fortgeführt. Keine andere Gemeinde schickt Schüler dorthin, obwohl die Stadt angeboten hat, Jugendliche aus anderen Kommunen aufzunehmen. Der Grund dafür: Kleinklassen sind im Linthgebiet nicht hoch im Kurs. Ausser Rapperswil-Jona setzt nur noch die Oberstufe Kaltbrunn auf dieses Angebot. Alle anderen Gemeinden integrieren schulisch schwache Kinder in die Regelklassen.

«Sie werden gezielt unterstützt und gefördert, damit sie den Anschluss an das soziale Gefüge und den Schulbetrieb in ihrer Altersgruppe soweit wie möglich behalten», heisst es etwa auf der Internetseite der Oberstufe Weesen-Amden. Hinzu kommt Unterstützung durch Heilpädagogen, die intensiv mit den Schülern arbeiten.

Eigene Kleinklassen

Auch Uznach, Standortgemeinde des Werkjahrs, hat schon seit Jahren keine Schüler mehr in die Kleinklasse geschickt. «Wir setzen in der Oberstufe auf Regelklassen», erklärt Rektor Urs Kuhn. Eine Ausnahme bildet das Einschulungsjahr, welches als Zwischenjahr zwischen Kindergarten und erster Klasse dient und in Uznach geführt wird. Es ist für Kinder gedacht, die noch nicht für die erste Klasse bereit sind.

In der Kaltbrunner Oberstufe, wo auch die Benkner Jugendlichen zur Schule gehen, setzt man auf eine eigene Lösung mit einer Kleinklasse. «Für uns war früh klar, dass wir keine Schüler nach Rapperswil-Jona schicken werden», erklärt Rektor Hugo Gort. Kaltbrunn hat schon länger eine stufenübergreifende Kleinklasse, die bisher von der sechsten Primarschule bis zur zweiten Oberstufe reicht. Im letzten obligatorischen Schuljahr gingen die Schüler jeweils ins Werkjahr nach Uznach. Neu umfasst die Kleinklasse in Kaltbrunn stattdessen die gesamte Oberstufe.

Das habe den Vorteil, dass nun die Kontinuität gewährleistet sei komme, sagt Gort. Die Lehrperson bleibe gleich und die im achten Schuljahr begonnene Berufsfindungsbegleitung könne reibungslos fortgesetzt werden. «Die Eltern freuen sich natürlich auch, dass die Kinder im Dorf bleiben.»

In Kaltbrunn sei man der Meinung, dass Jugendliche mit grossen Defiziten und Lernschwierigkeiten in Kleinklassen gut aufgefangen würden. «Damit verhindern wir unter Umständen eine Überforderung in den Regelklassen», sagt Gort.

Lehrer entlassen

In Rapperswil-Jona startet das neue Werkjahr mit einer einzigen Klasse mit 13 Schülern, erklärt Schulpräsident Thomas Rüegg (FDP) auf Anfrage. Im auslaufenden Schuljahr in Uznach waren es noch zwei Klassen. Aus diesem Grund werden drei Lehrpersonen entlassen. Dies obwohl Schulleiter Kai Jerzö der Zürichsee-Zeitung letzten September versichert hatte, dass alle angestellten Personen weiterhin das Werkjahr unterrichten würden.

«Das ist eine herausfordernde Geschichte» meint Thomas Rüegg, der auch Präsident des Verwaltungsrats des Werkjahres ist. Die Zahl der angestellten Lehrer habe schon immer geschwankt, je nach Schülerzahl. «Wir sind da auch nicht immer ein sicherer Partner gewesen», gibt er zu. Alle Personen hätten aber eine Anschlusslösung gefunden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.06.2018, 15:08 Uhr

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