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Neues Gutachten zu Hauswart-Mörder liegt vor

Wird der Mann, der vor sechs Jahren den Hauswart des ehemaligen Swisscom-Gebäudes an der alten Jonastrasse erschoss, verwahrt? Entscheidungsgrundlage ist ein neues, nun vorliegendes psychiatrisches Gutachten.

Im Fall des Rapperswiler Hauswart-Mörders liegt ein neues Gutachten vor.
Im Fall des Rapperswiler Hauswart-Mörders liegt ein neues Gutachten vor.
Archiv ZSZ

Knapp ein Jahr hat es gedauert, bis ein neues psychiatrisches Gutachten ausgearbeitet war. Nun liegt es dem St. Galler Kantonsgericht vor, wie Kantonsrichter Walter Würzer auf Anfrage bestätigt. Im Gutachten geht es um die Frage, ob der heute 62-jährige Mann, der am 25. März 2011 den Haustechniker des ehemaligen Swisscom-Gebäudes aus nächster Nähe erschoss, verwahrt oder eine andere Massnahme angeordnet wird.

Der Mann war vom St. Galler Kantonsgericht in zweiter Instanz wegen Mordes zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Auf die von der Staatsanwaltschaft geforderte Verwahrung verzichtete das Kantonsgericht. Dies aufgrund eines Gutachtens, das an Frank Urbaniok, Leiter des Psychiatrisch-psychologischen Dienstes des Kantons Zürich (PPD) vergeben worden war.

Nun muss das Kantonsgericht neu über eine allfällige Verwahrung oder Massnahmen entscheiden. Nicht mehr zur Debatte stehen die 18 Jahre Haft oder gar Schuld oder Unschuld des Täters. Das Bundesgericht hatte Ende 2015 festgestellt, dass das frühere, zweite Gutachten Mängel aufwies.

Inhalt kritisiert

Das Gutachten sei in weiten Teilen nicht durch Urbaniok persönlich, sondern durch eine andere Ärztin erstellt worden, wurde begründet. Auch vom Inhalt her gabs Kritik. Unter anderem enthalte es gewisse Widersprüche und zum Thema Rückfallgefahr sei der Interpretationsspielraum allzu gross. Auch ein erstes Gutachten hatte Mängel aufgewiesen.

Urteil im Herbst

Es ist nun also das dritte Gutachten, das Klarheit bringen soll. Zum Inhalt konnte Walter Würzer zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen. Bis im Juli haben die Parteien Zeit, Stellung zu nehmen. Je nachdem, wie diese ausfallen, gibt es nochmals eine Gerichtsverhandlung. Oder das Gericht fällt sein Urteil ohne Verhandlung. Das eine oder andere dürfte im September oder Oktober der Fall sein. Das Urteil kann dann erneut angefochten werden. Der Täter sitzt noch immer in Uznach in Haft. Er hatte die Tat stets bestritten.

Das Kantonsgericht sah dessen Schuld bereits nach der Verhandlung 2013 als erwiesen an. An einem Schuh des Beschuldigten war Blut des Opfers gefunden worden. Hände und Kleider wiesen Schmauchspuren auf. Neben diesen Indizien legte die Staatsanwaltschaft auch ein Motiv vor: Anlass der Tat könnte die Kündigung gewesen sein, die der Hauswart dem Mann überbracht hatte, nachdem dieser den Mietzins ein Jahr lang schuldig geblieben war.

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