Hotellerie

Neue Hotels in Zürich bringen Gäste an den See

Trotz des Rückgangs von Logiernächten an Obersee und rechtem Zürichseeufer ist der Präsident von Rapperswil Zürichsee Tourismus zufrieden mit dem ersten Halbjahr. Insgesamt legte die Region gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent zu – ein Wert, den Simon Elsener positiv überrascht.

Das Seminar-Hotel Seedamm-Plaza in Pfäffikon lockt viele Business-Gäste an.

Das Seminar-Hotel Seedamm-Plaza in Pfäffikon lockt viele Business-Gäste an. Bild: Archiv Manuela Matt

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Die Region Zürichsee verzeichnet ein Plus von 7,5 Prozent bei den Logiernächten. Sind Sie ­damit zufrieden?
Simon Elsener: Wir sind positiv überrascht. Über die gesamte Region gesehen gab es im ersten Halbjahr drei Schliessungen von Hotels sowie einige Betreiberwechsel, das ist insgesamt ein positives Resultat. Zudem haben wir nach den ersten, durchzogenen Monaten des Jahres 2017 ein schlechteres Halbjahresresultat erwartet.

Das Linthgebiet hat mit den Schliessungen von Villa Aurum und Kreuz sowie der weiterhin unsicheren Zukunft des ebenfalls geschlossenen Hotels Schwanen ein schwieriges ­Halbjahr hinter sich.
Rapperswil-Jona verzeichnet dadurch einen Rückgang von 19 Prozent oder rund 3000 Logiernächten.

Trotzdem sind Sie auch mit der Bilanz des Linthgebiets zufrieden?
Ja, denn obwohl es leider weniger Hotelbetten gibt, ist die Zahl nicht so schlecht, wie ich erwartet hätte.

Was führte zu diesem in Ihren Augen positiven Resultat?
Der Trend für den Grossraum Zürich ist insgesamt positiv. Wir haben viele Businessgäste. Ich weiss insbesondere von vielen Firmen, die ihre Gäste gerne in Rapperswil-Jona und der Region unterbringen würden.

Sind Sie zuversichtlich, dass das in den nächsten Jahren möglich sein wird? Derzeit mangelt es in der Rosenstadt ja massiv an ­Hotelbetten . . .
Der Architekt Herbert Oberholzer plant zusammen mit seinem Partner Stefano Ghisleni, auf dem Weidmann-Parkplatz an der Neuen Jonastrasse ein Hotel mit über 100 Zimmern und Seminarräumen zu bauen. Dieses Projekt würde nicht nur Rapperswil-Jona, sondern der ganzen Region viel Dynamik verleihen. Jedes neue Hotel in der Region ist zu begrüssen und bringt über seine Verkaufskanäle neue Gäste.

Horgen ist bereits seit Anfang Jahr gut unterwegs.Simon Elsener, Präsident Rapperswil Zürichsee Tourismus

Gibt es weitere Hotelprojekte in der Region, welche Schwung bringen könnten?
Ja, es gibt namentlich in Rapperswil-Jona weitere Projekte. Diese sind jedoch noch nicht spruchreif.

Auch am rechten Zürichseeufer sind die Übernachtungszahlen zurückgegangen. Weshalb?
Verschiebungen innerhalb der Region sind immer möglich. Durch die hohe Anzahl Businessgäste kann dies beispielsweise durch Firmenmeetings oder Kongresse stark beeinflusst werden.

Besser abgeschnitten hat der Bezirk Horgen, dort gab es 3000 Logiernächte mehr als im Vorjahr. Worauf führen Sie das ­zurück?
Horgen ist bereits seit Anfang Jahr gut unterwegs. Wir gehen davon aus, dass unter anderem internationale Firmen die Zahlen durch Businessgäste beflügeln.

Gibt es auch am rechten und ­linken Zürichseeufer Projekte für neue Hotels?
Aktuell sind uns keine grösseren Projekte bekannt. Sicher ist, dass in der Stadt Zürich in den nächsten zwei Jahren rund 2000 neue Hotelbetten entstehen. Diese Tatsache wird auch unsere Region beeinflussen.

Der Druck auf die Preise wird steigen. Werden mittelfristig die neuen Hotels in Zürich zusätzliche Gäste in die Region bringen?
Ja, ich denke, dass die Region um den Zürichsee von den zusätzlichen Gästen in Zürich profitiert. Denn diese werden zumindest teilweise auch die Region um den See erkunden.

Sind die neuen Hotelbetten nicht ein Nachteil für die ­Region?
Das ist nicht zwingend. Vielmehr ist es denkbar, dass die zusätz­lichen Gäste auch auf andere ­Gemeinden und Angebote amSee aufmerksam werden. Zudem erhält der gesamte Bereich von Seminarhotels, welche neben Businessangeboten auch noch Freizeitaktivitäten organisieren, durch die zusätzlichen Hotelbetten in Zürich Aufschwung. Dazu zählt am Zürichsee beispielsweise das Seedamm Plaza in Pfäffikon, welches durch das wachsende Angebot in Zürich gefordert wird.

Werden die geplanten Hotelzimmer in Zürich auch die Preise am See verändern?
Wir werden sicher Preisdruck spüren. Gleichzeitig erwarten wir mehr Tagesgäste für die Region. Mittelfristig hoffe ich, dass sich zwei oder drei neue Hotels etablieren können, welche die Wertschöpfung um den Zürichsee nachhaltig steigern.

Welche Entwicklungen erwarten Sie im zweiten Halbjahr 2017?
Es zeichnet sich ab, dass die Angst vor Terrorismus etwas zurückgeht. Die Menschen reisen wieder gerne. Gäste aus China, Indien und Japan legen weiter zu. Hinzu kommt, dass es für den Grossraum Zürich positive Tendenzen gibt.

Erstellt: 08.08.2017, 17:52 Uhr

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