Rapperswil-Jona

«Nervosität ist das Benzin im Blut eines Musikers»

Mundartsänger Ritschi hat diesen Frühling sein drittes und bisher persönlichstes Solo-Album «Ritschi» veröffentlicht. Dieses bringt er am Samstag mit ins ZAK für einen Konzertabend. Ritschi im Gespräch über das Musiker-Dasein, wie das Vatersein ihn veränderte und worauf sich die Besucher freuen dürfen.

«Den Grossteil meiner jetzigen Fans habe ich mir jedoch neu erspielt und aufgebaut.»: Mundartsänger Ritschi ist am Samstag im ZAK in Jona zu hören.

«Den Grossteil meiner jetzigen Fans habe ich mir jedoch neu erspielt und aufgebaut.»: Mundartsänger Ritschi ist am Samstag im ZAK in Jona zu hören. Bild: Manuela Matt

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Du bist seit 2009 als Solo-Künstler unterwegs. Was löst es in dir aus, wenn du immer noch als «Ritschi von Plüsch» bezeichnet wirst?
Ich merke bei solchen Aussagen, dass die Leute meine Solo-Musik noch nicht so gut kennen. Ich habe seit den Plüsch-Zeiten einiges anderes gemacht, war zweimal auf Platz 2 und einmal auf Platz 1 der Hitparade mit meinen Solo-Alben und habe viele Konzerte gespielt. Plüsch ermöglichte mir, der zu werden, der ich heute bin. Trotzdem ist es so, dass ich den Adelstitel «von Plüsch» vor einigen Jahren ablegte und ich freue mich sehr, wenn mich die Fans einfach als «Ritschi» kennenlernen.

Wurden deine Fans von damals mit dir erwachsen oder hat sich deine Fanbase verändert?
Insgesamt hat sich die Fanbase sicherlich verändert. Doch es sind nach wie vor einige Fans der ersten Stunde dabei, was ich absolut grossartig finde. Den Grossteil meiner jetzigen Fans habe ich mir jedoch neu erspielt und aufgebaut. Im Moment spreche ich vor allem Menschen in meinem Alter an – Frauen wie Männer – welche sich mit den Themen in meinen Liedern identifizieren können.

Wie haben sich deine persönlichen Konzert-Erlebnis verändert - irritiert es dich manchmal, wenn du von der Bühne aus auf einen See von Smartphones schaust?
Allgemein sind die Menschen an Konzerten viel weniger aufmerksam als früher. Man checkt rasch den Facebook-Status, es wird viel mehr geredet und teilweise wird das halbe Konzert gefilmt. Das alles gibt halt eine Distanz zum Publikum. Ich habe mir auch schon mal überlegt, das Smartphone zu meinem Gesicht hoch zu halten und zu sagen: «Hey, wie ist das so für euch, wenn ich so singe? Denn so sehe ich euch gerade». Wer weiss, wie das Publikum darauf reagieren würde. Umso toller ist es natürlich gerade auch in der heutigen Zeit, wenn es dir auf der Bühne gelingt, die Leute mitzureissen. Und das ist bei jedem Konzert mein Ziel.

Wie hat dein Vater-Sein dein Songwriting verändert?
Es hat mich in erster Linie als Mensch verändert. Wenn man Vater wird, werden plötzlich ganz andere Dinge wichtig. Es ist mir viel wichtiger, Zeit für meine Kinder zu haben und dass sie mich einen coolen «Päppu» finden, als ständig Facebook-Posts zu verfassen. Ich bin auch gelassener geworden, nicht mehr so nervös vor den Gigs wie früher. Aber natürlich gehört eine gesunde Nervosität immer noch dazu, sie ist das Benzin im Blut eines Musikers!

Nebst eingängigen Ohrwürmern und vielen tanzbaren Nummern hat es auf deinem Album ein paar wunderbare Balladen, zum Beispiel das Duett «Fähle wirsch mer glich» mit der ehemaligen Lunik-Sängerin Jaël. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?
Ich hatte den Song bereits geschrieben, als ich Jaël bei einem Firmenanlass singen sah und fand, es wäre cool, dieses Lied als Duett mit ihr aufzunehmen. Sie verlieh dem Lied ihre einzigartige Note, ich finde sie eine Hammer-Sängerin.

Kennst du das ZAK in Jona?
Nein, bis jetzt noch nicht. In Rapperswil-Jona erlebten wir im Sommer eines unserer Tour-Highlights beim diesjährigen Blues‘n’Jazz. Dementsprechend cool ist es, wieder live in dieser Gegend aufzutreten. Wir haben ein knackiges Set, eine super Band und freuen uns auf einen geilen Konzertabend.

Konzert mit Ritschi und Band im ZAK Jona. Samstag, 25. November, Türöffnung 20 Uhr. Informationen und Tickets auf www.zak-jona.ch (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.11.2017, 13:50 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare