Rapperswil-Jona

Nächster Knatsch um Strassenprojekt bahnt sich an

Die Planauflage für das Projekt Rütistrasse ist gestartet. Trotz einmal mehr drohendem Widerstand aus der Bevölkerung steht der Stadtrat zum Projekt.

Die Sanierung der stark befahrenen und oft verstopften Rütistrasse ist umstritten.

Die Sanierung der stark befahrenen und oft verstopften Rütistrasse ist umstritten. Bild: Manuela Matt

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Ganz sicher ist man sich beim Thema Rütistrasse nie. Richtet sich der Widerstand der Anwohner nur gegen die geplanten Überbauungen oder ärgern sie sich tatsächlich auch über das Sanierungsprojekt der Strasse? Die Strassensanierung ist notwendig, um die Erschliessung der Bauprojekte Chrüzacher I + II, sowie Rütistrasse Süd zu ermöglichen. Projekte, die wegen ihrer grossen und hohen Baukörper umstritten sind.

Vom 2,6 Millionen Franken teuren Strassenumbau wird dereinst vor allem der Langsamverkehr profitieren: Es werden breitere Trottoirs realisiert, ein Radweg und sichere Fussgängerquerungen gebaut. Die Bushaltestelle Schönau wird vierzig Meter stadteinwärts versetzt. Zudem wird dank neuen Belägen und einer Senkung der signalisierten Geschwindigkeit von 60 auf 50 Stundenkilometern eine Lärmreduktion möglich. Aus Platzgründen nicht möglich ist der Bau einer separaten Busspur. Der Bus soll aber dank einer Lichtsignalanlage den Autos gegenüber bevorzugt werden.

Für den Autoverkehr bringt das Strassenprojekt laut der Stadt allerdings keine grossen Verbesserungen: «Die Stauzeiten werden sich kaum ändern», erklärte Bauchef Thomas Furrer (parteilos) bei der Projektpräsentation 2017. Separat verbessert wird der Einlenker von der Frohbergstrasse in die Rütistrasse, wie Furrer berichtet. Dafür wird in Kürze ein städtisches Strassenprojekt erstellt.

Zurückhaltende Anwohner

Dass die Planauflage für all diese Anpassungen nun erfolgt ist, haben auch die Anwohner bemerkt. Mit einer Einsprache könnten sie auf juristischem Weg versuchen, die Erschliessung des Quartieres – und damit auch der Bau der neuen Siedlungen – zu verhindern. «Wir sind in Gespräch», erklärt Herbert Reinfried, Sprecher der Anwohner kurz und knapp. Es sei derzeit zu früh, um über eine Einsprache zu sprechen. Vieles mit dem Projekt Rütistrasse sei «nebulös» sagt Reinfried. Weiter will er sich nicht äussern. Die Anwohner haben für eine Einsprache bis Mitte Oktober Zeit.

Thomas Furrer rechnet zwar mit Einsprachen, kann sich aber nicht vorstellen, dass Grundsatzopposition entstehen werden. Bei der Erarbeitung der detaillierten Pläne habe der Kanton auch Rückmeldungen der Anwohner entgegengenommen. Allerdings konnten nicht alle berücksichtigt werden - etwa jene nach einer separaten Busspur oder einer Tempo-30-Zone. Furrer steht denn auch dazu: «Diese Strategie an der Rütistrasse ist darum richtig, weil wir fest mit dem Tunnel rechnen», sagt der Bauchef. Der – allerdings noch weit entfernte – Stadttunnel wird nach Berechnungen den Verkehr auf der Rütistrasse zwischen Kempraten und der Autobahn A53 um über die Hälfte reduzieren.

Langwieriges Verfahren

Die Bauprojekte Chrüzacher I+II und Rütistrasse Süd gehören zu den grössten in der Stadt. Geplant sind fast 100 Wohnungen und 750 Quadratmeter Gewerbeflächen.

Der Überbauungsplan für das Projekt Chrüzacher I ist rechtskräftig. Derzeit arbeiten die Bauherren laut Furrer an einer entsprechenden Baueingabe. Eine entsprechende Voranfrage sei bei der Stadt eingegangen.

Die Bauprojekte Chrüzacher II und Rütistrasse Süd sind nach wie vor durch Einsprachen der Anwohner blockiert. Die Mühlen des Rechtsdienst des St. Galler Baudepartements mahlen allerdings äusserst langsam. Seit der Projektauflage sind bereits zweieinhalb Jahre vergangen, der Augenschein vor Ort fand im Februar dieses Jahres statt. Obwohl der Schriftenwechsel eigentlich abgeschlossen wäre, kam kürzlich ein neues Thema auf, wie Furrer bestätigt. Weil inzwischen das neue Planungs- und Baugesetz in Kraft getreten ist, will der Rechtsdienst des Kantons nun auch noch überprüfen, ob die Planungsberichte der Sieldungen den erhöhten Anforderungen des neuen Gesetzes entsprechen. Auch dies verzögert den Rechtsstreit weiter.

Anwohner Herbert Reinfried erklärt, man sei laufend auch mit den Bauherren im Gespräch. Bauverhinderer wolle man nicht sein – es müssten einfach die Vorschriften eingehalten werden. Mit Blick auf die lange Verfahrensdauer scheint es aber doch nicht ganz so einfach zu sein. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.09.2018, 17:01 Uhr

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