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Nach den Anschlüssen nimmt Schmerikon die Barriere ins Visier

Ein zusätzlicher Bus verbessert die Verbindungen für die Gemeinde Schmerikon. In Zukunft erhält das Seedorf damit auch auf der Strasse einen Halbstundentakt. Dafür hat die Gemeinde ein Problem mit der Allmeind-Barriere.

Mit der Stadtbahn Obersee würden die Wartezeiten an der Barriere in Schmerikon deutlich länger.
Mit der Stadtbahn Obersee würden die Wartezeiten an der Barriere in Schmerikon deutlich länger.
Moritz Hager

Eines hat der Schmerkner Gemeindepräsident sicher erreicht: Die Gemeinde landet beim öffentlichen Verkehr nicht auf dem Abstellgleis – unabhängig davon, ob der Voralpen Express auch in Zukunft im Seedorf hält oder nicht.Zwei konkrete Ergebnisse gibt es aus den Verhandlungen. Einerseits soll der perrongleiche Anschluss von der S6 (Ziegelbrücke-Uznach-Rapperswil) und der S5 (Rapperswil-Uster-Zürich) in Rapperswil wieder möglich sein, andrerseits erhält Schmerikon voraussichtlich eine zusätzliche Busverbindung.

Der perrongleiche Umstieg von der S6 auf die S5 war mit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Jahr aus Kostengründen abgeschafft worden (siehe Kasten). Dass der Anschluss ab 2019 wieder möglich sein soll, ist für Gemeindepräsident Félix Brunschwiler eine positive Erkenntnis. Die SBB und die SOB hätten in den Gesprächen betont, dass eine Lösung für den Umstieg möglich ist, ohne in die Infrastruktur zu investieren, teilt der Kanton mit. Das Amt für öffentlicher Verkehr hat beim Bundesamt für Verkehr deshalb ein sogenannt betreiberunabhängiges Änderungsbegehren eingereicht, um diese Lösung zu ermöglichen. Die Lösungsidee kommt von der Südostbahn: Sie könnte ab 2020 die SBB-Verbindung der S6 übernehmen und mit den SOB-Linien S40 (Einsiedeln–Rapperswil), der S4 (St. Gallen/Sargans–Rapperswil) oder dem Voralpen-Express kombinieren.

Bahnknoten verbinden

Die neue Busverbindung erschliesst Uznach und Schmerikon mit einem Ortsbus. Bisher wird das Seedorf nur jede Stunde mit dem Bus 630 erreicht. Jetzt soll ein Halbstundentakt entstehen. Dies sei durchaus positiv, betont Brunschwiler. Damit würden die östlichen Gebiete von Schmerikon besser erschlossen. Der Halbstundentakt wird möglich, weil ab dem Fahrplanwechsel 2019 Benken per Zug mit einem Halbstundentakt bedient wird. Dort ergänzt bisher ein Bus die andere halbe Stunde. Braucht es diesen Bus in Benken nicht mehr, kann die freigewordene Kapazität in Schmerikon eingesetzt werden. Dieser Shuttlebus soll die Bahnknoten optimal ergänzen, ist man beim Kanton überzeugt.

Lange Warten vor der Barriere

Grossen Handlungsbedarf gibt es trotz der positiven Entwicklungen im ÖV-Bereich: Ein Dorn im Auge ist der Gemeinde die Barriere an der Allmeindstrasse. Diese bleibt mit der Einführung der Doppelspur und der Stadtbahn Obersee zukünftig länger geschlossen. Das Industriegebiet hinter der Barriere ist aber nur über die Allmeindstrasse erschlossen. Bleibt die Barriere länger unten, bildet sich Rückstau bis ins Dorf – und in Notfällen kommen Rettungsdienste nicht zur Industrie. Das Plangenehmigungsverfahren zur Doppelspur ist ab Anfang April aufgelegt. «Wir erwägen eine Einsprache gegen den Projektteil zur Barriere», sagt Brunschwiler. Die SBB müssten dann eine Lösung zur besseren Erschliessung der Industrie prüfen.

Der Schmerkner Gemeinderat ist in der Bredouille: 2011 hatte die Gemeinden ein eigenes baureifes Projekt für eine Verbindungsstrasse von der Allmeindstrasse im Osten direkt zur A53. Region und Kanton lehnten das Projekt mit Blick auf die geplante Gasterstrasse ab und empfahlen mit Nachdruck zuzuwarten. Ob die umstrittene Gasterstrasse aber überhaupt je realisiert wird, steht heute noch in den Sternen. Für Brunschwiler ist aber klar: Die Lösungen braucht es schon bald – und nicht erst in vielen Jahren.

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