St. Gallenkappel

Migrationsamt hat Mühe, die Flüchtlinge zu platzieren

Noch bis Ende Woche dient die Zivilschutzanlage St. Gallenkappel dem Kanton als temporäres Asylzentrum. Bis dann müssen die 100 Asylbewerber ausgezogen sein. Das Migrationsamt sucht zurzeit noch nach Lösungen. Denn nicht für alle gibt es einen Platz in einer St. Galler Gemeinde.

Die Unterbringung in einer Zivilschutzanlage ist nur eine temporäre Lösung. Von dort werden die Asylsuchenden auf die Gemeinden verteilt.

Die Unterbringung in einer Zivilschutzanlage ist nur eine temporäre Lösung. Von dort werden die Asylsuchenden auf die Gemeinden verteilt. Bild: Manuela Matt

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Es wird erneut eine Lösung in letzter Minute. Schon Anfang Januar, als die Asylunterkunft Haus Pelikan in Weesen ihre Türen schloss, musste das St. Galler Migrationsamt innert weniger Tage ein neues Obdach für einen Teil der Bewohner suchen. Etwas Ähnliches zeichnet sich nun auch für die Flüchtlinge in der Zivilschutzanlage St. Gallenkappel ab. Diese diente dem Kanton seit Mitte Oktober als vorübergehendes Asylzentrum. 89 Männer und 11 Frauen waren in den letzten Monaten hier untergebracht. Ende Januar ist definitiv Schluss. Eine Verlängerung kommt nicht infrage.

Kanton springt ein

Doch wohin die 100 Personen als Nächstes gehen, ist derzeit noch unklar. «Die Frage ist bei weitem noch nicht gelöst», sagt Jürg Eberle, Leiter des St. Galler Migrationsamtes. Für einen kleinen Teil der Asylbewerber ist eine Unterbringung in einer der 77 St. Galler Gemeinden vorgesehen. «Wir erhoffen uns bis Ende Woche weitere Zuweisungen an die Gemeinden. Für die übrigen Asylbewerber suchen wir momentan noch nach einer Lösung», sagt Eberle. Weil die Gemeinden bei der Unterbringung der ihnen zugewiesenen Asylbewerber am Anschlag sind, lässt sich nicht für alle Personen aus der Zivilschutzanlage St. Gallenkappel auf Anhieb ein Platz finden.

Für die, die nicht platziert werden können, muss der Kanton auf eigene Strukturen zurückgreifen. Zwar habe der Druck etwas nachgelassen, sagt Eberle. Es kommen nicht mehr über 100 neue Asylbewerbende pro Woche in den Kanton St. Gallen wie noch Ende 2015. «Dennoch weist uns der Bund mehr Personen zu, als die Gemeinden wöchentlich übernehmen können.» Bei den Gemeinden bleibt der Druck deshalb hoch. 160 Asylbewerber seien im Januar bisher von einem kantonalen Zen­trum auf die 77 Gemeinden verteilt worden, heisst es bei der Asylkoordinationsstelle Komi der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidenten (VSGP). 40 weitere Platzierungen seien für den Monat Februar prognostiziert, sagt VSGP-Geschäftsführer Roger Hochreutener. Ob darin auch Asylbewerber aus der Zivilschutzanlage St. Gallenkappel eingerechnet sind, kann er nicht sagen.

Die St. Galler Gemeinden seien permanent auf der Suche nach neuem Wohnraum für die Asylsuchenden. Im Unterschied zum Kanton müssten sie aber Lösungen suchen, die längerfristig stabil seien, sagt Hochreutener. Priorität habe die Platzierung von Familien mit Kindern, danach kämen Frauen und schliesslich allein reisende Männer. Beim Entscheid, wo jemand untergebracht wird, spielt der Zufall eine grosse Rolle.

Erstellt: 26.01.2016, 08:25 Uhr

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