Zürichsee

Lösung für Obersee-Rundfahrt ist gescheitert

Die Pläne für eine Alternative zur zweiten Rundfahrt am Obersee haben Schiffbruch erlitten. Die Gemeinden wollten die gestrichene Fahrt nicht sterben lassen und suchten private Anbieter. Nun wird die Übung abgebrochen: Die bisherige Strecke lockt wenig Kunden an, und für eine neue Route fehlen die Stege.

Für die gestrichene zweite Rundfahrt am Obersee gibt es keine Alternative. Damit bleibt es bei der einen Rundfahrt, die Teil des ordentlichen Verbundangebots im Zürcher Verkehrsverbund ist und durch die Zürichsee-Schifffahrt betrieben wird.

Für die gestrichene zweite Rundfahrt am Obersee gibt es keine Alternative. Damit bleibt es bei der einen Rundfahrt, die Teil des ordentlichen Verbundangebots im Zürcher Verkehrsverbund ist und durch die Zürichsee-Schifffahrt betrieben wird. Bild: zvg

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Der Obersee wird ab der neuen Saison nur noch einmal täglich mit dem Kursschiff befahren. Pläne, eine zweite Rundfahrt von privaten Anbietern anstelle der Zürichsee-Schifffahrt (ZSG) betreiben zu lassen, sind gescheitert. «Das bisherige Konzept ist nicht attraktiv genug und lockt zu wenig Passagiere an», sagt Martin Stöckling (FDP), Stadtpräsident in Rapperswil-Jona. Aufgrund der ungenügenden Frequenzen sei es für die Gemeinden nicht möglich, diese Lösung weiterhin zu finanzieren.

Hinzu kommt eine weitere Schwierigkeit: «Bisher ist es uns nicht gelungen, mit einem privaten Anbieter einen schlaueren Fahrplan zu gestalten», sagt Stöckling. Dies hängt unter anderem mit der privilegierten Situation der ZSG zusammen, die von einer Sonderregel profitiert: Die Kursschiffe der ZSG dürfen als konzessioniertes Unternehmen die Stege mit deutlich höherem Tempo anfahren als Private. Für private Anbieter gelten die «normalen» Schifffahrtsregeln.

Private Lösung vom Tisch

«Um mehr Passagiere auf die Schiffe zu locken, müsste die Streckenführung verändert und damit attraktiver werden», führt Stöckling aus: Indem das Schiff zum Beispiel in Busskirch, Bollingen oder im Lido Halt machen würde. «Allerdings müssten hierzu Stege gebaut oder verlängert werden. Weil die Infrastrukturen hierzu fehlen, ist eine solche Lösung vorderhand vom Tisch», konstatiert Martin Stöckling.

Laut Simon Elsener, Präsident von Rapperswil Zürichsee Tourismus, hat eine Lösung mit einem privaten Anbieter zudem den gewichtigen Nachteil, dass dessen Angebot nicht in den ZSG-Fahrplan integriert werden könnte. Elsener bleibt trotz der nun definitiv gescheiterten zweiten Obersee-Rundfahrt zuversichtlich, dass die Schifffahrt am Zürichsee für den Tourismus attraktiv bleibe.

Einsprachen gegen Schiffbeiz

So verweist Elsener auf das Konzept der ZSG ab 2020: Ab diesem Jahr soll das Angebot rund um die Rosenstadt mit der Schaffung weiterer Rundfahrten verbessert werden. Konkret würde das heissen, dass ab Rapperswil die Verbindungen Richtung Insel Ufenau und Pfäffikon ausgebaut würden. Das Fahrplankonzept sei aktuell allerdings noch nicht spruchreif, sagte Wiebke Sander, Mediensprecherin der ZSG.

Geplant ist zudem auch ein Ausbau des Angebots vor Ort – zumindest in kulinarischer Hinsicht: Der Schifffahrtsbetrieb Hensa will stehende Schiffe im Rapperswiler Hafenbecken zu einer Bar respektive zu einer Beiz umnutzen. Laut Auskunft von Thomas Furrer (parteilos), Bauchef in Rapperswil-Jona, sind gegen das Bauvorhaben drei Einsprachen eingegangen – darunter eine vom Verein «gastliche Altstadt». Dieser moniert, gemäss Hafenordnung sei eine «gewerbliche Anlage» nicht erlaubt. Zudem verweisen die im Verein vertretenen Gastrobetriebe auf eine Ungleichbehandlung und darauf, dass für Bauten ausserhalb der Bauzone der Kanton zuständig sei. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.03.2018, 15:46 Uhr

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