Kesb

Kesb-Initiative: Das Epizentrum liegt am Obersee

Am Dienstag haben die Kesb-Kritiker in Bern ihre Volksinitiative lanciert. Im achtköpfigen Komitee sitzen unter anderem drei Personen aus dem Linthgebiet. Doch eine prominente Kritikerin fehlt: Nationalrätin Barbara Keller-Inhelder (SVP).

SVP-Nationalrätin Barbara Keller-Inhelder aus Rapperswil-Jona und SVP-Nationalrat Pirmin Schwander äussern sich während der MK zur Lancierung der eidgenössischen Volksinitiative «Eigenständiges Handeln in Familien und Unternehmen».
Video: SDA / Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Obersee liegt das Epizentrum der Kesb-Gegner. Die «Obersee-Nachrichten» haben immer wieder über angebliche Verfehlungen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde berichtet. Die SVP-Nationalräte Pirmin Schwander (Lachen) und Barbara Keller-Inhelder (Rapperswil-Jona) sind die politischen Köpfe der Gegner.

Am Dienstag haben die Kritiker der Behörde ihre Eidgenössische Initiative «Eigenständiges Handeln in Familien und Unternehmen (Kindes- und Erwachsenenschutz-Initiative)» lanciert. Bis 2019 haben sie Zeit 100'000 Unterschriften zu sammeln.

Jona und Weesen vertreten

Die Fäden laufen rund um Rapperswil-Jona zusammen. Auffällig ist etwa, dass das Linthgebiet im Komitee breit vertreten ist. Der ehemalige Kantonsrichter Walter Hauser aus Weesen sowie der Treuhänder Helmut Berg und der Unternehmer Alexander Ineichen aus Jona sind auf der Website der Initiative angegeben.

Diese Konzentration ist sicher kein Zufall. Nationalrätin Barbara Keller-Inhelder bestätigt den Eindruck. Am Obersee habe es in der Vergangenheit «viele problematische Fälle» bei der Kesb gegeben. Darum sei die Behörde in der Region zuerst ein grosses Thema gewesen. Sie verweist aber auch darauf, dass mittlerweile beispielsweise aus den Kantonen Thurgau oder Zürich dazugekommen sind.

Im achtköpfigen Komitee sitzen weiter Pirmin Schwander und die Autorin und Psychologin Julia Onken, die sich öffentlich ebenfalls schon öfters gegen die Kesb in ihrer heutigen Form geäussert hat. Nicht dabei ist etwas überraschend Barbara Keller-Inhelder. Sie sei im erweiterten Komitee dabei, sagt die Nationalrätin, die sich an der Medienkonferenz für die Initiative eingesetzt hat.

Sie und Schwander hätten sich für eine Aufteilung entschieden. Schwander übernimmt den Lead bei der Initiative, sie selber ist Präsidentin der Beratungsstelle Kesb-Schutz. «Wir wollen Personen helfen, die nicht jahrelang warten können», erklärt Keller-Inhelder. Im Vorstand von Kesb-Schutz sitzen etwa zwei Ärzte und ein Pfarrer.

Ein weiterer Grund für ihre Abwesenheit im Komitee der Initiative ist die Ausgewogenheit. «Wir wollten nicht nur SVP-Vertreter im Kernkomitee», sagt Barbara Keller-Inhelder. Tatsächlich sind neben zwei SVPlern auch zwei Vertreter der FDP und ein CVPler dabei. Die anderen Mitglieder gehören keiner Partei an. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.05.2018, 17:07 Uhr

Artikel zum Thema

Kesb-Kritiker bekommt vor dem Kreisgericht recht

Das Kreisgericht Rheintal hat einen Mann freigesprochen, der Beweise gegen die Kesb gesammelt und der Staatsanwaltschaft übergeben hatte. Die Kesb zeigte ihn an, doch der Strafbefehl wird aufgehoben. Mehr...

Gericht spricht von gezielter Diffamierung und medialer Hetze

Kesb-Urteil Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verurteilte Bruno Hug und die «Obersee-Nachrichten» im Dezember wegen Persönlichkeitsverletzung. Die nun veröffentlichte Begründung spricht eine deutliche Sprache. Mehr...

Bruno Hug vom Vorwurf der üblen Nachrede freigesprochen

Kantonsgericht St. Gallen In einem Kesb-Prozess kann Bruno Hug aufatmen. Er hat die Worte «Erpressung» und «faktischer Raub» rechtmässig benützt, urteilt das Gericht. Der grosse Kesb-Prozess ist aber weiter hängig. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.