Uznach

Lichter aus im Gourmettempel, Shootingstar zieht weiter

Seit dem 28. März ist der renommierte Kunsthof geschlossen. Aus dem Gourmetrestaurant soll schon bald ein Haus für gutbürgerliche Küche werden.

Der österreichische Spitzenkoch Christian Geisler und sein Kunsthof waren oft im Rampenlicht. Nun ging diese Ära zu Ende.

Der österreichische Spitzenkoch Christian Geisler und sein Kunsthof waren oft im Rampenlicht. Nun ging diese Ära zu Ende. Bild: Archiv Conradin Knabenhans

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Auf den Nachfolger des Kunsthof-Pächters Marcus Lindner wartet keine einfache Aufgabe, denn das Restaurant galt als eines der besten im Linthgebiet. Kein Wunder: An seinem Herd wirbelte seit 2014 der gebürtige Österreicher Christian Geisler, vom «Gault Millau» mit 17 Punkten ausgezeichnet und zum «Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz 2015» gekürt. Zudem wurde sein Wirken in Uznach mit einem Michelin-Stern honoriert. Auch Pächter Marcus Lindner kennt sich in der Spitzengastronomie aus; er selber wirkt derzeit als Küchenchef im The Alpina in Gstaad. Davor war er sechs Jahre Küchenchef im Mesa in Zürich, wo er im «Guide Michelin» 2012 mit zwei Sternen ausgezeichnet wurde. Nun hat Lindner als Pächter im Uznacher Kunsthof gekündigt, das Restaurant ist vorübergehend geschlossen. Letzteres ist seit gestern auch offiziell auf der Homepage des Restaurants vermerkt.

Wann der Kunsthof seine Türen wieder öffnet, ist noch unklar. «Das hängt vom künftigen Pächter ab», sagt Benno Schubiger, Geschäftsführer der Restaurantbesitzerin Kunsthof AG. Derzeit laufen Gespräche mit Bewerbern. Dar­un­ter seien «valable Kandidaten», wie Schubiger sagt. Auch wenn der neue Pächter noch nicht feststeht, weiss Schubiger bereits, dass das Haus künftig ohne Spitzenkoch auskommen muss. «Die Gourmetküche hat an diesem Standort nicht rentiert», sagt er auf Anfrage. Auch Pächter Marcus Lindner sagte kürzlich ge­gen­über der «Südostschweiz», er habe aus «wirtschaftlichen Gründen» gekündigt. Auf Anfrage der ZSZ schreibt Lindner, er selber wolle erst nach der Übergabe an einen Nachfolger sowie der Regelung einiger vertraglicher Punkte Stellung nehmen.

«Gehobene Küche»

Für Schubiger steht indes schon fest, dass der neue Kunsthof keine Feinschmeckerdestination mehr sein soll. Vielmehr möchte er aus dem Gourmettempel ein Haus der «gehobenen, aber bezahlbaren Küche» machen. Es sei aber gar nicht so einfach, einen passenden Pächter zu finden, sagt Schubiger. Denn: Diverse Bewerber wollten aus dem Kunsthof eine Pizzeria machen. «Das kommt für mich überhaupt nicht infrage», sagt Schubiger. Vielmehr schwebe ihm eine Küche vor, die feines Essen auf den Teller bringt, «jedoch ohne auf Punkte und Sterne zu schielen».

Benno Schubiger hatte gehofft, den Kunsthof während der Kündigungsfrist offen halten zu können. Nun setzt er alles daran, die Zwangspause möglichst kurz zu halten. Doch für die Erarbeitung eines Konzepts brauche es schon ein bis zwei Monate. «Ideal wäre eine Neueröffnung Ende Mai oder Anfang Juni», sagt Benno Schubiger.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.04.2016, 20:53 Uhr

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