Rapperswil-Jona

Kinderfreundlichkeit auf Koreanisch

Wie kam die Rosenstadt zu einem Unicef-Label? Um diese Frage zu beantworten, stattete eine Delegation südkoreanischer Bürgermeister der Stadt einen Besuch ab.

Kinderfreundlichkeit kennt keine Sprachgrenzen: Die Delegation südkoreanischer Bürgermeister auf Besuch im Joner Kindergarten Schachen.
Video: Paul Steffen

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Rapperswil-Jona ist ausserordentlich kinderfreundlich: Dies attestiert der Rosenstadt seit 2015 das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde». Dass Rapperswil-Jona seinen Jüngsten besonders gut zu schauen weiss, scheint sich mittlerweile sogar bis nach Südkorea herumgesprochen zu haben. Im Rahmen einer Unicef-Studienreise reiste am Dienstag eine Delegation südkoreanischer Bürgermeister an den Obersee, um vom Engagement der Stadt für Kinder und Jugendliche zu lernen.

Eine Auszeichnung auf Zeit

Beim offiziellen Empfang der Gäste im Joner Kreuz stand der Austausch mit Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP) und weiteren Fachpersonen der Stadtverwaltung im Vordergrund. «Für uns ist es schön, dass wir den südkoreanischen Gästen unsere Errungenschaften und Bemühungen in diesem Bereich näherbringen durften», sagte Kurt Felder, Ressortleiter Gesellschaft, Alter. Um die Zertifizierung der Unicef zu erlangen, habe die Stadt in den letzten Jahren eng mit dem internationalen Kinderhilfswerk zusammengearbeitet.

Für Rapperswil-Jona dauerte der Bewerbungsprozess fast drei Jahre. Anfang 2012 hat Rapperswil-Jona das Verfahren zum Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» gestartet. 2015 wurde sie zertifiziert. Die Stadt liess sich die Evaluation rund 20 000 Franken kosten und darf sich für vier Jahre mit dem Label schmücken.

Schachen und Schlüssel

Neben der Erläuterung bürokratischer und politischer Prozesse zur Erlangung des Unicef-Labels konnten die weit gereisten Bürgermeister zwei bereits umgesetzte Projekte besichtigen: das Familienzentrum Schlüssel und der Kindergarten Schachen.

Letzterer ist Teil des Spiel- und Pausenplatzkonzepts. Mit dem eben gestarteten Pilotprojekt möchte die Stadt den Schulweg sicherer, aber auch erlebnisreicher machen. «Mit einem erlebnisreichen Schulweg wollen wir Anreize schaffen, die Kinder zu Fuss in die Schule oder den Kindergarten zu schicken», erklärte Schulpräsident Thomas Rüegg. Eine Grundidee, die wohl auch in Südkorea auf Anklang stossen dürfte.

Erstellt: 21.06.2017, 08:14 Uhr

Kinderfreundliche Gemeinde

Darum geht es beim Unicef-Label

Seit knapp 20 Jahren ist die UN-Kinderrechtskonvention in der Schweiz verbindlich. Sie verpflichtet die unterzeichnenden Staaten, die Kinderrechte mit gesetzlichen Massnahmen zu schützen. Mit der Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» stellt Unicef Schweiz den Gemeinden ein Instrument zur Verfügung, womit sie ihre Programme und Projekte auf die Auswirkungen auf Kinder überprüfen und die Kinderfreundlichkeit verbessern können.

Für Rapperswil-Jona dauerte der Bewerbungsprozess fast drei Jahre. Anfang 2012 hat Rapperswil-Jona das Verfahren zum Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» gestartet. 2015 wurde sie zertifiziert. Die Stadt liess sich die Evaluation rund 20 000 Franken kosten. Vom Kanton gibt es für die Bemühungen einen finanziellen Unterstützungsbeitrag.

Einmal ausgezeichnet, darf sich eine zertifizierte Gemeinde für vier Jahre mit dem Label schmücken. Neben Rapperswil-Jona tragen drei weitere St. Galler Gemeinden das Label: Uznach, Flawil und Wil. Der Kanton St. Gallen stellt die meisten «kinderfreundlichen Gemeinden» der Schweiz. Uznach wurde 2014 als erste Gemeinde in der Schweiz rezertifiziert. (pst)

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