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Keine Gefahr für Trinkwasser nach dem Güllenschock

Die Wasserproben aus dem Lattenbach sind einwandfrei, das vom Güllenunfall betroffene Pumpwerk Tägernau kann in wenigen Tagen wieder ans Netz. Die Bevölkerung war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Fürs Gülle-Ausbringen existieren klare Regeln: Nicht nur die Menge ist klar definiert, sondern auch die Witterungsverhältnisse, bei denen der Bauer das stinkende Etwas verteilen darf.
Fürs Gülle-Ausbringen existieren klare Regeln: Nicht nur die Menge ist klar definiert, sondern auch die Witterungsverhältnisse, bei denen der Bauer das stinkende Etwas verteilen darf.
Symbolbild, Keystone

Die Wasserproben aus dem Lattenbach sind bakteriologisch einwandfrei. Dies hat das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen festgestellt. «Die Konsumenten waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet», hält Kantonschemiker Pius Kölbener fest. Damit ist die Untersuchung des Grundwassers nach dem Güllenunfall von vergangenem Wochenende abgeschlossen. Aufgrund der entlastenden Resultate der Grundwasseranalyse kann das Pumpwerk Tägernau bald wieder Wasser aufbereiten. «In etwa einer Woche gehen wir wieder ans Netz», sagt Brunnenmeister Ueli Scheidegger.

Das Pumpwerk der Wasserversorgung Rapperswil-Jona musste nach dem Güllenunfall vom vergangenen Sonntag ausser Betrieb genommen werden, da eine Wasserverschmutzung durch Bakterien zu befürchten war. Das Werk befindet sich rund einen Kilometer entfernt vom in Mitleidenschaft gezogenen Naturschutzgebiet Curtiberg. Das Pumpwerk Tägernau ist eines von vier städtischen Pumpwerken und kann in der Regel vier Zonen mit Trinkwasser versorgen. Normalerweise versorgt Tägernau den östlichen Stadtteil von Rapperswil-Jona.

Der durch die Gülle verschmutzte Lattenbach. Bild: zvg/Kapo SG.
Der durch die Gülle verschmutzte Lattenbach. Bild: zvg/Kapo SG.

Erneutes Durchpumpen

Trotz der entlastenden Analyse des auf Bakterien untersuchten Grundwassers leitet Brunnenmeister Ueli Scheidegger die erste Trinkwasserförderung über eine Verwurfleitung in die städtische Kanalisation. Anschliessend könne das Pumpwerk Tägernau das Versorgungsnetz der Wasserversorgung Rapperswil-Jona wieder mit einwandfreiem Trinkwasser bedienen. «Das ist lediglich eine Vorsichtsmassnahme», hält der Brunnenmeister fest.

«Nach einer Woche ohne Betrieb steht das Grundwasser förmlich.»

Ueli Scheidegger, Brunnenmeister

Scheidegger möchte auch aus anderem Grund nochmals Wasser auspumpen: «Nach einer Woche ohne Betrieb steht das Grundwasser förmlich.» Dies ist an und für sich völlig unbedenklich, jedoch können Trübungen auftreten. «Wenn wir nun wieder mit Pumpen beginnen, kommt Bewegung ins Wasser», erklärt der Experte des nassen Elements.

Regeln für Bewirtschaftung

Auch wenn die Wasserproben einwandfrei sind und das in Mitleidenschaft gezogene Pumpwerk seine Arbeit wieder aufnehmen kann, werden die Folgen des Gülleunfalls im Naturschutzgebiet selbst noch lange spür- und sichtbar sein.

Um solche Verschmutzungen zu verhindern, existieren klare Richtlinien für die Bewirtschaftung von Naturschutzgebieten. So ist das Ausbringen von Gülle in jedem Fall untersagt. Verboten sind ausserdem die Beweidung, das Ausbringen von Dünger sowie der Einsatz von Spritzmitteln. Darüber hinaus sollte die Bewirtschaftung schonend erfolgen und keine Schäden verursachen. Auch der Wasserhaushalt des Naturschutzgebiets darf nicht tangiert werden. «Es dürfen nur Massnahmen getroffen werden welche den Zustand der Natur erhalten oder verbessern», resümiert der Umweltbeauftragte der Stadt Peter Lanz.

Das Naturschutzgebiet zwischen Jona und Ermenswil, das offiziell «N 27 Curtiberg» heisst, steht bereits seit 1994 unter Schutz. Eine Detailkartierung gibt es für das 2000 Quadratmeter kleine Feuchtgebiet nicht, sagt Lanz. Bei grösseren Naturschutzgebieten werden normalerweise Kartierungen erstellt. In diesen werden unter anderem auch sogenannte floristische Artendaten gesammelt. Das heisst: Es werden die im Naturschutzgebiet vorhanden Pflanzen aufgeführt.

Zum Flachmoor Curtiberg bestehen solche Angaben nicht. Nichtsdestotrotz werden Naturfreunde die Entwicklung der Flora im kleinen Feuchtgebiet beobachten. Wie rasch sich Pflanzen wie die seltenen Orchideen von der Gülle erholen, werden jedoch erst die kommenden Jahrzehnte zeigen.

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