Notfall

Freizeitunfälle fordern die Spitäler

Im Sommer herrscht in den Notfallaufnahmen der Spitäler Hochbetrieb. Auch auf den Gynäkologie Stationen läuft bei hohen Temperaturen manches etwas anders ab als während dem Rest des Jahres.

Auf den Notfallstationen der hiesigen Spitäler herrscht derzeit Hochbetrieb.

Auf den Notfallstationen der hiesigen Spitäler herrscht derzeit Hochbetrieb. Bild: Symbolbild/Keystone

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Während Sommerzeit für viele Menschen Ferienzeit bedeutet, hat das Personal auf den Notfallstaionen der Spitäler keine Zeit die Füsse hochzulegen. «Im Juni und Juli 2018 haben wir rund 2700 Notfälle behandelt. Auch wenn viele Leute zurzeit in den Ferien sind, spüren wir in der Notfallaufnahme des See-Spitals nichts von einem «Sommerloch»», sagt Manuel Zimmermann, Mediensprecher des See Spitals Horgen. Die ferienbedingte Absenz der Menschen, gleiche sich dadurch wieder aus, dass auch viele Hausärzte den Sommer über wegen Ferien ihre Praxen geschlossen haben, meint Zimmermann.

Auch in den anderen Spitälern rund um den Zürichsee macht sich das bemerkbar. Pro Tag kommen im Spital Linth in Uznach im Schnitt 30 Personen in den Notfall. Im Spital Männedorf am rechten Zürichseeufer gab es im Monat Juli 703 Konsultationen. Im Vergleich zu 2017 und 2016, wo es 683 und 521 ambulante Konsultationen gab, zeichnet sich also eine Steigerung ab. «Die Zunahme ist aber nicht alleine auf die Hitze zurückzuführen. Wir haben über das Jahr verteilt immer mehr Konsultationen», berichtet Michèle Belvisio, Mediensprecherin des Spitals Männedorf.

Gefährlicher Salat

Doch dass die Hitze auch dieses Jahr eine Belastung für die Menschen ist, das wird aus allen drei Spitälern bestätigt. «Ein hitzebedingtes Problem ist die Dehydrierung», sagt Belvisio. Davon seien typischerweise ältere Menschen betroffen.

Hitzeschläge dagegen kämen vor allem bei jüngeren Personen vor, welche sich zu lange der direkten Sonne aussetzen würden. Die meisten Notfall Einweisungen im Sommer seien wetterbedingt, erzählt Naim Azemaj, leitender Notfallarzt im Spital Linth. «Das schöne Wetter lockt die Menschen in die Natur. Dabei geschehen immer wieder Unfälle», sagt Azemaj. Gegenwärtig würden sie viele Knochenbrüche und Prellungen behandeln, welche beim Velofahren oder Wandern entstehen.

Nicht nur Sport kann gefährlich sein, auch Grillieren hat seine Tücken. Viele Patienten suchen wegen Gastroenteritis, auch als Magendarmentzündung bekannt, den Notfall auf. «Was jeweils der Grund für die Magenverstimmung ist, können wir nicht zurückverfolgen», sagt Naim Azemaj. «Vielleicht lag das Poulet vor dem Grillieren zu lange in der Sonne oder der Salat wurde nicht sauber gewaschen.»

Hitze belastet Schwangere

Doch Unfälle sind im Sommer nicht der einzige Grund für einen Spitalbesuch. Im Paracelsus Spital in Richterswil kommen auch im Sommer rund 50 Babies im Monat zur Welt. Bei den meisten Geburten laufe alles so ab, wie gewohnt, sagt Regula Zemp, Hebamme im Paracelsus. Die Hitze habe keinen direkten Einfluss auf den Geburtstermin. «Was ich aber beobachten konnte, ist, dass im Hochsommer viel mehr Frauen am Abend oder in der Nacht gebären, wenn es etwas abgekühlt hat», berichtet Zemp. Vermutlich richte der Körper das so ein, um eine zusätzliche Belastung zu vermeiden. «Schwangere Frauen haben grundsätzlich schon mal wärmer und schwitzen in der Regel auch mehr. Temperaturen von 30 Grad plus sind da eine zusätzliche Herausforderung.» Deswegen verdunkeln die Hebammen die Geburtszimmer, stellen bei Bedarf Ventilatoren auf und bieten kalte Wickel und Fussbäder an.

Grundsätzlich gefährde die Hitze aber weder das ungeborene Kind noch die Mutter. «Wichtig ist, den Kreislauf zu beobachten und regelmässig zu trinken», sagt Zemp. Ein Bad im See sorge ausserdem für die erwünschte Abkühlung und sei auch für hochschwangere Frauen gesund. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.08.2018, 15:27 Uhr

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