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Kantonspolizei hat Platzprobleme

Weil die digitalen Programme für Ermittlungen immer mehr Platz beanspruchen, musste die Kantonspolizei St. Gallen Computerspeicher für eine Viertelmillion Franken einkaufen.

Mehr als nur Fingerabdrücke in der Datenbank abspeichern: Für neue PC-Programme, die bei Ermittlungen eingesetzt werden, reichte der Computerspeicher bei der Kantonspolizei St. Gallen nicht mehr aus.
Mehr als nur Fingerabdrücke in der Datenbank abspeichern: Für neue PC-Programme, die bei Ermittlungen eingesetzt werden, reichte der Computerspeicher bei der Kantonspolizei St. Gallen nicht mehr aus.
Symbolbild, Keystone

Die St. Galler Kantonspolizei hat laut Amtsblatt durch eine freihändige Vergabe Computerspeicher in der Höhe von 248'335 Franken eingekauft. Der Grund sind Platzprobleme: Die bei den Ermittlungen untersuchten Geräte sind mit immer mehr Gigabyte ausgerüstet.

Die freihändige Auftragsvergabe wurde im aktuellen Amtsblatt publiziert: Die Kantonspolizei hat bei einer Firma in Spreitenbach unter dem Projekttitel «Digitale Forensik Services» für 248'335 Franken Computerspeichereinheiten gekauft.

Digitale Forensik ist die Bezeichnung für die Aufklärung krimineller Handlungen im Cyberspace. Bei der Kantonspolizei gibt es dafür speziell ausgebildete Fachleute. Sie untersuchen die bei Ermittlungen sichergestellten Mobiltelefone oder Computer.

Wegen eines Ereignisses

Im Text zur Auftragsvergabe im Amtsblatt heisst es, ein Auftrag könne unabhängig von der Höhe freihändig vergeben werden, «wenn zwingende Gründe im Zusammenhang mit unvorhersehbaren Ereignissen ein offenes oder selektives Verfahren verunmöglichen».

Was steckt dahinter? Bei diesen Formulierungen gehe es um die Vorschriften im Beschaffungswesen - und nicht etwa um ein Ereignis in Form eines grossen Falls, klärt Polizeisprecher Florian Schneider auf.

Die Polizei habe wegen der technischen Entwicklung zunehmend Speicherplatzprobleme bekommen, führte er aus. So müssten die Daten von Computern und Mobiltelefonen für die Strafverfahren aufbewahrt werden. Die Geräte wiesen aber immer grössere Kapazitäten aus, inzwischen gebe es Handys mit bis zu 128 GB. Um diese stetig wachsenden Datenmengen abspeichern zu könne, habe man nachrüsten müssen.

Thema im Kantonsrat

Die Auftragserteilung erfolgte unter Vorbehalt der Freigabe des Budgets 2017 durch den Kantonsrat. Die Digitale Forensik wird in der Novembersession so oder so Thema sein: Bei einer der von der Regierung für das nächsten Jahr beantragten neuen Stellen geht es nämlich um einen Mitarbeiter für Digitale Forensik.

Die Finanzkommission lehnt das Begehren ab. Sie stellt zwar die schon länger bewilligte Zahl von zehn zusätzlichen Polizeistellen nicht in Frage, will der Regierung aber nur Aspiranten und keine zivilen Spezialisten zugestehen.

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