Linth

Kanton zwingt Kommission zu höheren Sitzungsgeldern

1000 Franken statt 150 pro Sitzungstag: Die Mitglieder der Linthebene-Melioration profitieren seit Anfang Jahr von einer höheren Entschädigung.

1000 Franken Sitzungsgeld: Die Entlöhnung für die Mitglieder der Linthebene-Melioration wurde auf einen Schlag um über 500 Prozent erhöht.

1000 Franken Sitzungsgeld: Die Entlöhnung für die Mitglieder der Linthebene-Melioration wurde auf einen Schlag um über 500 Prozent erhöht. Bild: Archiv Manuela Matt

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Pumpstationen oder Brücken sind ihre Welt. Linthebene-Melioration kümmert sich in der Landschaftsebene von Uznach über Tuggen bis nach Schänis um die Werkanlagen entlang des Linthkanals. Die Verwaltungskommission der Linthebene-Melioration, sprich die Exekutive dieser öffentlich-rechtlichen Anstalt, musste sich bisher mit einem niedrigen Sitzungsgeld von lediglich 150 Franken begnügen. Nun wird das Taggeld für die fünf bis sechs Sitzungen pro Jahr mehr als versechsfacht. Neu streichen die sieben von den Kantonen Schwyz und St. Gallen berufenen Mitglieder 1000 Franken pro Tag ein, dazu erhält der Präsident eine feste Vergütung von 5000 Franken. Die Regeln gelten rückwirkend ab dem 1. Januar, wie aus dem Amtsblatt hervorgeht.

Joe Oettiker, Präsident des Aufsichtsrates und ehemaliger Gemeindepräsident von Reichenburg, rechtfertigt die Anpassung: «Die Mitglieder haben eine grosse Vorbereitungszeit, die damit besser vergütet wird.» Die Kommissionsmitglieder müssten müssten etwa umfangreiche Berichte zu Fachthemen studieren. Die Entschädigung von 150 Franken sei schlicht nicht mehr zeitgemäss. Die frühere Finanzvorgabe stammte denn auch aus den 1970er-Jahren.

Kanton hat Kommission vergessen

Dass die Sitzungsgelder jetzt angepasst werden hat überraschende Gründe. Der Kanton St. Gallen hat bei der Vereinheitlichung der Sitzungsgelder 2016 die Linthebene-Melioration schlicht und einfach vergessen. Berücksichtigt wurde nur die Melioration der Rheinebene. Deshalb sei der Aufsichtsrat in der Linthebene nun aufgefordert worden, die Entschädigung anzupassen, sagt Oettiker.

Vor zwei Jahren schaffte die St. Galler Regierung sogenannte «Public Corporate Governance»-Regeln. Darin sind «Grundsätze über Steuerung und Beaufsichtigung von Organisationen mit kantonaler Beteiligung» festlegt. Mit den Regeln soll die Gleichbehandlung der Mitglieder strategischer Leitungsorgane im Kanton gewährleistet werden. 2016 musste deshalb etwa auch die Sitzungsgelder des Hochschulrates der HSR Rapperswil angepasst werden – auch diese wurden auf 1000 Franken korrigiert.

Ironie des Schicksals: Der 15-köpfige Aufsichtsrat der Linthebene-Melioration, welcher die Lohnerhöhung beschliessen musste, profitiert nicht von den angepassten Sitzungsgeldern. Bei diesem Gremium sind die Gemeinden für die Entschädigung ihrer Delegierten zuständig.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.02.2018, 18:44 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.