Jona

Jazz der alten Schule zelebriert

Auf Einladung des Jazz- Clubs Linth trat am Freitagabend die Allotria Jazzband im Kreuz auf. Die deutsche Formation spielt seit fast einem halben Jahrhundert klassischen Jazz, der zu überzeugen weiss.

Die Allotria Jazzband vermochte die Zuschauer im Kreuz Jona mit ihrem Sound restlos zu überzeugen.

Die Allotria Jazzband vermochte die Zuschauer im Kreuz Jona mit ihrem Sound restlos zu überzeugen. Bild: Patrick Gutenberg

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Frank Zappa hat auf dem 1974 erschienenen Album «Roxy & Else­where» die berühmte Aussage getätigt, dass der Jazz nicht tot sei. Er rieche bloss etwas komisch. Die Allotria Jazzband aus München sowie die Mitglieder und Freunde des Jazz-Clubs Linth hätten dem amerikanischen Komponisten und Musiker am Freitagabend wohl widersprochen. Sowohl die Formation aus Bayern als auch die Musiklieb­haber aus Jona halten nämlich gerade denjenigen Jazz hoch, der sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts durch­setzen konnte.

So blickt Klarinettist und Saxofonist Rainer Sander als Gründungsmitglied der vergnüglich aufspielenden Truppe auf eine 48-jährige Bandgeschichte zurück. Konzerte in Europa, im ­Nahen Osten und Tourneen in Nordamerika sind neben vielen Plattenaufnahmen die Höhepunkte. «Die bisherige Entwicklung hat uns auf das Konzert hier in Jona vorbereitet», sagte Sander schmunzelnd.

Begeisternder Drummer

Der Saal im Kreuz war, wie beim Jazz-Club zu erwarten, gut besucht. Mit «Don’t Be That Way» von Benny Goodman und Edgar Sampson startete die Allotria Jazzband mit einem der grossen Hits der Swing-Ära. Leicht tänzerisch spielten sie sich allmählich in Stimmung und überzeugten durch das präzise Zusammenwirken. Mit einer gehörigen Portion Groove präsentierte von nun an Sander seinen eleganten Klang auf dem Altsaxofon, während Andrey Lobanov seiner Trompete durchdringende Soli entlockte. Mathias Götz setzte derweil auf seine warm erklingende Posaune, die er zurückhaltend bespielte.

Fundament der Formation war derweil der begeisternd aufspielende Schlagzeuger Gregor Beck. Es überraschte niemandem im Saal, als Sander erklärte, dass Beck unter anderem langjähriger Drummer der Chris Barber Band gewesen sei. Vor allem Becks Verneigung vor Schlagzeuglegende Gene Krupa im Evergreen «Sing, Sing, Sing» liess den ganzen Saal aufhorchen. Bassist Peter Cischeck schmiegte sich mit seinem Kontrabass zufrieden an Becks Tempovorgaben und dessen abwechslungsreiche Figuren. Als Spezialgast sass für einmal Mike Goetz am Piano der Münchner Formation. Der Berner Jazzmusiker, Dozent und Inhaber einer Plattenfirma gehört zu den bekannteren Namen der hiesigen Szene. Dass er sich nahtlos in die Musikgruppe einfügen konnte, verwunderte somit kaum.

Die Band und ihre Fans zogen auch vor Musikern wie Bix Beiderbecke, Jelly Roll Morton und anderen den Hut. Den Stilen Ragtime, Swing und Dixieland konnte am Freitagabend ohne weiteres Leben eingehaucht werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.08.2017, 16:37 Uhr

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