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Invasorengebiet wird geflutet

Zwei dichte Goldrutenbestände werden abgeschürft und die Mulden künftig durch die künstliche Bewässerung des Riets geflutet. So werden neue Flachgewässer entstehen.

Die Goldrutenfläche wird mit dem Bagger rund 20 bis 25 cm tief abgeschürft. Das anfallende Material wird entsorgt.
Die Goldrutenfläche wird mit dem Bagger rund 20 bis 25 cm tief abgeschürft. Das anfallende Material wird entsorgt.
zvg / Antonia Zurbuchen

Im winterlich verschneiten Kaltbrunner Riet sind Baumaschinen aufgefahren und werden in den nächsten vier bis fünf Wochen im Schutzgebiet im Einsatz stehen. Das Bauprojekt habe zum Ziel, neue grossflächige Flachgewässer zu schaffen, die als Kinderstube für Frösche, Molche oder Libellen und zahlreiche weitere Insektenarten dienen, schreibt Pro Natura. Diese Wasserorganismen werden ihrerseits hungrige Vogelschnäbel anlocken. Reihervögel, Störche oder diverse Watvögel werden so neue Futterplätze erhalten.

Weil die Flachmoorvegetation im Kaltbrunner Riet geschützt ist, darf sie nicht beeinträchtigt werden. Deshalb werden die Flachgewässer an Stellen gebaggert, wo sich im Kaltbrunner Riet zwei ausgedehnte und sehr dichte Goldrutenbestände mitten im Riet befinden und keine Flachmoorvegetation zerstört wird. Die Spätblühende Goldrute ist eine gebietsfremde Pflanzenart und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Im Kaltbrunner Riet hat sie sich an verschiedenen Stellen stark ausgebreitet und bildet teilweise Reinbestände. Zwei davon werden nun auf einer Fläche von insgesamt 8500 m2 rund 20 bis 25 cm tief abgeschürft. Es entstehen flache Mulden, die vom Frühjahr bis zum Herbst durch die künstliche Bewässerung des Riets geflutet werden können. Durch die Flutung des Terrains ist die Goldrute nicht konkurrenzfähig und wird künftig nicht mehr aufwachsen können.

Aushub wird in Kiesgrube deponiert

Es werde schätzungsweise 1800 m3 Aushub anfallen. Dieser wird mit kleinen Raupendumpern aus dem Schutzgebiet gefahren und an der Benknerstrasse beim kleinen Parkplatz zwischengelagert. Von dort wird das Material schliesslich auf Lastwagen verladen und in die Kiesgrube Eichholz-Ost gefahren, wo es sachgerecht deponiert wird. Somit kann sichergestellt werden, dass die Goldruten nicht erneut aufwachsen und andernorts neue Bestände bilden.

Die Bauarbeiten im Schutzgebiet werden spätestens Ende Februar abgeschlossen. Mit dem Frühling wird also auch im Riet wieder Ruhe einkehren, und die Natur kann ungestört aus dem Winterschlaf erwachen.

Ein vergleichbares Projekt wurde bereits 2010 im Naturschutzgebiet realisiert und hat sich bewährt. Deshalb wurde diese zweite Etappe auch im Konzept «Goldrutenbekämpfung im Kaltbrunner Riet (2013)» vorgesehen und kann jetzt realisiert werden. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen trägt den Grossteil der Kosten, und Pro Natura St. Gallen-Appenzell finanziert die Restkosten.

Einschränkungen für Besucher und Besucherinnen

Während der Bauarbeiten stehen an der Benknerstrasse keine Parkplätze zur Verfügung, und der grosse Turm kann nicht begangen werden. Besucher und Besucherinnen des Riets können den Weg von der Benknerstrasse zum Infopavillon weiterhin benutzen, es empfiehlt sich aber, robustes Schuhwerk zu tragen.

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