Ufenau/Lützelau

Insel-Ehepaare verzeichnen Rekordsommer

Das Inselpaar auf dem Zürichsee verbindet mehr als nur Fischknusperli. Beide werden von Ehepaaren bewirtet. Sowohl Lötschers als auch Kunzes können auf eine mehr als gelungene Saison zurückblicken.

Die «Panta Rhei» bringt Passagiere zur Ufenau: Die Wirte auf den Zürichsee-Inseln sind zufrieden mit der Saison.

Die «Panta Rhei» bringt Passagiere zur Ufenau: Die Wirte auf den Zürichsee-Inseln sind zufrieden mit der Saison. Bild: Archiv Manuela Matt

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Keine Autos, kein Stadt- oder Dorflärm, auf den Inseln Ufenau und Lützelau fühlt man sich fast wie in den Ferien. «Deshalb kommen die Leute so gerne hierher», sagt Rösli Lötscher, die zusammen mit ihrem Mann Beat die Gastwirtschaft auf der Ufenau führt. Sie profitierten vom heissen und trockenen Sommer dieses Jahr. «Wir konnten über einen Drittel mehr einnehmen als in Vorjahren», freut sie sich. Bereits seit 2007 bewirtet das Ehepaar die Ufenau.

Nach einenhalb Jahren Umbauarbeit ist die Insel der Stille seit Ende März wieder öffentlich zugänglich. Die Sanitär- und Kühlanlagen wurden aus dem altehrwürdigen Barockbau in den Materialschopf respektive in den Holzanbau ausgelagert. Nun bietet der sogenannte Klosterkeller 70 Sitzplätze. «Viele Leute sind gekommen, weil sie das Resultat sehen wollten. Wir haben ausnahmslos positive Rückmeldungen erhalten», sagt Lötscher. Bei schönem Wetter sitzen die Gäste jedoch lieber draussen. Hier wurde wenig verändert. Die Besucher freuts, denn sie können wie gewohnt gemütliche Abende unter den Platanen verbringen.

Schwerer Start

Auch auf der Lützelau wirtschaftet ein Ehepaar: Joe und Stefanie Kunz. Sie können ebenfalls auf einen sehr erfolgreichen Sommer zurückblicken. «Wir hatten vor allem im Camping einen Besucherrekord», erzählt Joe Kunz. Auch der Gesamtumsatz lasse sich sehen. Dieser erreiche ähnlich hohe Zahlen wie letztes Jahr, als ihnen der Betriebsstop auf der Ufenau zugute kam.

Kunz und seine Frau sind mittlerweile ein eingespieltes Team, für sie ist es bereits die siebte Saison auf der Lützelau. Anfang Jahr befanden sie sich noch in einer heiklen Lage. Die neu gelegte Stromleitung hatte nicht funktioniert. Das Paar wusste nicht, wann und ob sie den Inselbetrieb aufnehmen können. «Die Ungewissheit war hart. Unser Personal war bereits eingestellt. Wir wussten nicht, wann und ob unser Restaurant überhaupt geöffnet werden kann», schildert Kunz. Glücklicherweise konnte die Lützelau übergangsweise an das alte Stromnetz angeschlossen werden und das Ehepaar nahm mit einer Woche Verspätung ihre Arbeit an die Hand. Der Strom in der neuen Leitung fliesst aber nach wie vor nicht. «Dieses Dossier ist noch nicht abgeschlossen», sagt Kunz.

Neues Boot entlastet

Während auf der Ufenau die Schiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft haltmachen, transportiert die Lützelau ihre Gäste mit ihrem eigenen «Lütz-Shuttle». Dieses Jahr hat das Ehepaar Kunz ein zusätzliches Boot angeschafft. Dieses nutzen sie sowohl für den Waren- als auch für den Personentransport. «Das Boot ist vielseitig einsetzbar. Zu Spitzenzeiten können die Besucher jetzt schneller zurück ans Festland gefahren werden», erklärt Kunz. Darauf angesprochen, ob es für ihn ein persönliches Highlight gab, erwidert er: «Das Beste ist, wenn ich abends zufrieden ins Bett gehen kann, weil alles nach Plan verlaufen ist.»

Sowohl er und seine Frau als auch das Ehepaar Lötscher auf der Nachbarinsel schuften hart. Während des Sommers haben sie keinen einzigen Tag frei. «Das ist Saisonarbeit. Damit müssen wir leben können», sagt Kunz mit einem Schulterzucken. Nach der «Ustrinkete» am 22. September, wintern sie den Betrieb ein. Danach haben sie sich eine Auszeit verdient. Im Winter wird Joe Kunz unter anderem Glühwein ausschenken, während Rösli Lötscher drei Wochen in Uganda verbringt. Dort baut sie mit ihrer Schwester eine Nähschule auf. Auch sie schliesst: «Es ist ein Privileg, dass wir auf dieser wunderschönen Insel wohnen können, aber gegen Ende haben wir wieder Sehnsucht nach dem Festland.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.09.2018, 14:17 Uhr

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