Rapperswil-Jona

Nur sieben Schüler starten zum Informatiklehrgang

Die knappe Vorlaufzeit und die Konkurrenz durch die Berufslehre haben dazu geführt, dass der neue Lehrgang der Informatikmittelschule am Berufs- und Weiterbildungszentrum Rapperswil-Jona ab Sommer nur mit sieben Schülern geführt wird.

Am Berufs- und Weiterbildungszentrum
Rapperswil-Jona startet im Sommer die neue Informatikmittelschule – allerdings mit weniger Schülern als erhofft.

Am Berufs- und Weiterbildungszentrum Rapperswil-Jona startet im Sommer die neue Informatikmittelschule – allerdings mit weniger Schülern als erhofft. Bild: zvg

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Es ist beschlossene Sache. Nach den Sommerferien wird die neue Informatikmittelschule des Kantons St. Gallen (IMS) starten. Mit 35 Schülerinnen und Schülern an den drei Standorten St. Gal­len, Sargans und Rapperswil- ­Jona wird der Startjahrgang zwar etwas kleiner ausfallen, als ursprünglich geplant, dennoch zeigen sich die verantwortlichen Bildungsexperten optimistisch.

«Angesichts der kurzen Vorlaufzeit, die wir hatten, ist es nicht ganz überraschend, dass nicht an allen Standorten die erforder­lichen zwölf Anmel­dungen erzielt werden konnten», sagt Jürg ­Raschle, Generalsekretär des Bildungsdepartements des Kantons St. Gallen. Schliesslich ­habe der Kantonsrat erst im letzten Sommer grünes Licht für die Schaffung einer Informatikmittelschule gegeben.

Obschon mitten in den Sommerferien, und damit in einer Zeit, in der viele Jugend­liche sich bereits für eine Anschluss­lösung entschieden hätten, habe man es riskiert und die Ausschreibung für das Schuljahr 2017/18 lanciert, erklärt Raschle. «Uns war bewusst, dass es ein ehrgeiziges Ziel ist.» Etwas Neues brauche schliesslich Zeit, um sich zu etablieren.

Berufslehre als Konkurrenz

Diese Befürchtungen haben sich nun vor allem in Rapperswil-Jona bewahrheitet. Nur gerade sieben Schüler werden nach den Sommerferien am Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) mit dem neuen Lehrgang starten.

«Wir können mit der erarbeiteten Lösung rund 70 000 Franken sparen.»Werner Roggenkemper, Rektor BWZ Rapperswil-Jona

Es seien zwar einmal zehn Anmel­dungen gewesen, drei Inter­essenten hätten mittler­weile jedoch eine Lehrstelle gefunden, erzählt Werner Roggenkemper, Rektor des BWZ Rapperswil- ­Jona. «Das ist unser Schicksal. Wir sehen uns ja auch als Alternative für die, die keine Lehr­stelle gefunden haben, zu einer Berufslehre.» Böse sei er den Abgesprungenen nicht. «Wenn man als junger Mensch vor der Wahl steht zwischen der IMS und einer ­Lehre bei Google, dann würde ich nicht verstehen, wenn man sich für uns entscheidet.» Das sei in etwa eine Wahl wie die zwischen einem Rolls-Royce und einem Golf, fügt Roggenkemper scherzhaft an.

Allzu komisch ist das Thema aber nicht. Denn die wenigen Anmeldungen haben Folgen. Weil das Führen einer Regelklasse mit nur sieben Schülern erhebliche Mehrkosten verursachen würde, haben die Verantwortlichen sich für eine kombinierte Lösung entschieden. So sollen die Mittelschüler, wo ­immer der Lehrplan es zulässt, in einer Klasse mit den Berufsschülern des BWZ unterrichtet werden. Rund ein Drittel der Unterrichtsstunden würden die Schüler so gemeinsam absolvieren, führt Werner Roggenkemper, Rektor des BWZ Rapperswil-Jona, aus.

Zuversichtlich in die Zukunft

Eine Verlegenheitslösung seien die kombinierten Klassen denn auch nicht. «Wir können mit der erarbeiteten Lösung rund 70 000 Franken sparen», sagt Roggenkemper. Dennoch hofft er natürlich, dass sich auf das Schuljahr 2018/19 mehr Jugend­liche für den IMS-Lehrgang begeistern lassen. Die Nachfrage stimme ihn auf jeden Fall positiv. «An unserem letzten Infoanlass durfte ich rund 60 Interessiert begrüssen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.04.2017, 19:45 Uhr

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