Pilzsaison

Im Frühling spriesst die Morchel

Werden die Tage wieder länger beginnt auch die Morchelzeit: sie sind die ersten Pilze, die im Jahresverlauf gefunden werden können. Beim Verzehr ist aber Vorsicht geboten.

Die angenehm würzige Spitzmorchel?ist ein kalorienarmer Eiweisslieferant.

Die angenehm würzige Spitzmorchel?ist ein kalorienarmer Eiweisslieferant. Bild: Keystone

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Ihr einzigartiger Geschmack und ihre Seltenheit machen sie zur Delikatesse. In der richtigen Dosis veredelt sie beinahe jedes Gericht: Die Morchel. Bereits kurz nach der Schneeschmelze, je nach Wetterlage Ende März oder Anfangs April startet ihre Saison und geht bis in den Mai hinein.

Auch im Linthgebiet kann die aromatische Köstlichkeit jetzt wieder von Pilzliebhabern gesammelt werden. Zu finden sei sie vor allem auf Waldlichtungen, an Bachläufen und in der Nähe von Obstbäumen, erklärt Willy Kuster, Pilzkontrolleur und Präsident des Pilzvereins March und Umgebung. «In erster Linie braucht die Morchel eine gesunde Pflanze um mit ihr eine Lebensgemeinschaft zu bilden.»

Morcheln erkennt man an ihrer braun-gelblichen Farbe und dem eiförmig und wabenartig strukturierten Hut. Am beliebtesten sind die Speise- und die Spitzmorchel.Letztere erscheint früher im Jahr als die Andere. Geruch und Geschmack sind angenehm würzig, aber mild. Morchel sind kalorienarme Eiweisslieferanten und zudem reich an Vitaminen.

Für Roh-Verzehr ungeeignet

Von ungeübten Sammlern könnten die beliebten Speisepilze allenfalls mit der giftigen Frühjahrs-Lorchel verwechselt werden. Dies sei jedoch äusserst selten, sagt Pilzkontrolleurin Rosmarie Müller. «Die Lorchel hat ein völlig anderes Aussehen als die Morchel.» Die Hüte der Lorcheln hätten vielmehr eine gehirnartig gewundene Oberfläche. Zudem seien die beiden Pilzarten nicht an den selben Standorten zu finden.

Schädlich kann allerdings auch der Roh-Verzehr von Morcheln sein. Da sie Stoffe enthalten, die rote Blutkörperchen zerstören. Dies könne im schlimmsten Fall zu bleibenden neurologischen Störungen führen, erklärt Müller. «Kocht man die Pilze bei hoher Temperatur oder lässt sie sechs Monate trocknen, werden die schädlichen Substanzen jedoch inaktiv.» Grosse Mengen von Morcheln sollten aber trotzdem nicht verzehrt werden.

Gemeinden regeln Pilzschutz

Im Kanton St. Gallen ist der Pilzschutz auf komunaler Ebene geregelt. Von den zehn Gemeinden im Linthgebiet verfügen sieben über eine Pilzvorschrift. Zuletzt hat die Gemeinde Eschenbach eine entsprechende Verordnung in Kraft gesetzt. Diese sieht eine Schonzeit für Pilze in den ersten zehn Tagen des Monats vor. Zudem dürfen pro Person und Tag maximal zwei Kilogramm Pilze aller Art gesammelt werden. Auch das organisierte Sammeln in Gruppen von mehr als drei Erwachsenen ist untersagt.

Nach wie vor keine Beschränkungen für Pilzsammler gibt es hingegen in den Gemeinden Rapperswil-Jona, Schmerikon und Benken. Willy Kuster sieht darin allerdings kein Problem. Gerade die Schonzeit hält er ohnehin für unnötig: «Langzeitstudien haben gezeigt, dass es keinen Effekt hat, wenn die Pilze stehen gelassen werden.» Von der Verordnung würden dafür aber die Jäger profitieren, da an Schontagen weniger Betrieb in den Wäldern herrsche. (zsz.ch)

Erstellt: 14.04.2016, 17:57 Uhr

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