Medien

Bruno Hug will Obersee-Nachrichten zurückkaufen

Bruno Hug gründete 1981 die Obersee-Nachrichten und verkaufte sie Ende der 1990er-Jahre an die Somedia. Nach seiner Freistellung bei der Zeitung hegt Hug neue Pläne. Für ihn wäre gar ein Rückkauf der Gratiszeitung denkbar.

Der unfreiwillige Abgang von Bruno Hug bei den «Obersee-Nachrichten» (ON) kam nach dem Urteil im Kesb-Prozess. Nun denkt der 63-Jährige über einen Rückkauf der Gratiszeitung nach.

Der unfreiwillige Abgang von Bruno Hug bei den «Obersee-Nachrichten» (ON) kam nach dem Urteil im Kesb-Prozess. Nun denkt der 63-Jährige über einen Rückkauf der Gratiszeitung nach. Bild: Archiv/Conradin Knabenhans

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Seit Wochen machen in der Medienbranche Gerüchte die Runde: Für die Obersee-Nachrichten wird ein neuer Besitzer gesucht. Der Somedia-Verlag aus Chur, seit 1999 im Besitz der Obersee-Nachrichten, versuchte bereits im Herbst die Zeitung im Tausch für eine andere Publikation abzugeben und bot sie später auch zum Kauf an, wie die ZSZ aus gut informierten Kreisen weiss.

Eine Erklärung für das Rascheln im Blätterwald ist der Kesb-Prozess gegen die Gratiszeitung. Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland urteilte, die ON hätten mit ihrer Kampagne die Stadt Rapperswil-Jona und Kesb-Präsident Walter Grob in ihrer Persönlichkeit verletzt. Die Somedia akzeptierte das Urteil kürzlich. Bruno Hug, freigestellter Chefredaktor der Obersee-Nachrichten und gleichzeitig deren Gründer, will gegen das Urteil des Kreisgerichts kämpfen. Und Hug bestätigt auf Anfrage: Er hätte Interesse, die von ihm gegründete Gratiszeitung zurückzukaufen. Im Gespräch mit der ZSZ sagt er: «Auch mir wurden die Verkaufs-Absichten zugetragen. Und ich zeigte Somedia auch mein Kaufinteresse an.»

Dass sich Hug den Kauf der Zeitung leisten könnte, ist ein offenes Geheimnis. Der 63-Jährige ist auch Unternehmer und Besitzer mehrerer Immobilien. Kommt dazu: Ohne Obersee-Nachrichten fehlt dem streitbaren Journalisten ein Sprachrohr. Viele Medienbeobachter halten es für undenkbar, dass sich Hug nach dem Gerichtsurteil des Kreisgerichts publizistisch zur Ruhe setzen möchte.

Hohe Kosten

Somedia-Verleger Hanspeter Lebrument äusserte sich zu den Vorgängen rund um die Kesb-Klage bisher nicht. Auch Hugs Kaufgelüste will der 76-Jährige nicht direkt kommentieren. Auf Anfrage erklärt er aber: «Wer eine Landkarte in die Hand nimmt, sieht dass die Obersee-Nachrichten, die Südostschweiz See-Gaster und die Südostschweiz Glarus sehr gut zu uns und in die Gesamt-Südostschweiz passen.» Daraus folgert Lebrument: «Also müsste schon sehr tief in die Tasche gegriffen werden, bis wir von diesen Stücken eines verkaufen und uns medial schwächen würden.»

Die Gerüchte aus der Medienbranche zerstreute der Bündner Verleger am Mittwoch: «Es finden zurzeit nirgends mit uns ON-Verkaufsgespräche statt.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.12.2017, 16:31 Uhr

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