Rapperswil-Jona

HSR-Studentinnen gewinnen Stadtplanungs-Wettbewerb

Drei Studierende der HSR haben im Rahmen eines Kurses die Innenstadt von Mönchengladbach umgeplant. Mit ihrem Projekt haben sie den prestigeträchtigen Schlaun-Wettbewerb für Stadtplanung gewonnen.

Sie bauten in der Theorie einen ganzen Stadtteil von Mönchengladbach um: Amelie Kessler, Alexandra Liening und Carina Brandl (von links).

Sie bauten in der Theorie einen ganzen Stadtteil von Mönchengladbach um: Amelie Kessler, Alexandra Liening und Carina Brandl (von links). Bild: PD

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Seminararbeiten sind für die meisten Studierenden mühsam und das Ergebnis oft nichtssagend. Nicht so für Carina Brandl, Alexandra Liening und Amelie Kessler: Sie bauten einen ganzen Stadtteil um, zumindest auf dem Papier. Die drei jungen Frauen studieren Landschaftsarchitektur in Deutschland. Für ein Austauschsemester an der Hochschule für Technik kamen sie nach Rapperswil. Dort wohnten die drei gemeinsam in einer Wohngemeinschaft des Studentenheims und besuchten ein Seminar bei Prof. Andrea Cejka.

In diesem Rahmen nahmen sie mit Konkurrenten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum am Schlaun-Wettbewerb in Nordrhein-Westfalen teil. Dieser zeichnet jährlich angehende Architekten, Bauingenieure und Landschaftsarchtiekten aus. In diesem Jahr stellte die Jury die Aufgabe, das Zentrum der deutschen Stadt Mönchengladbach zukunftsgerecht umzugestalten. Inzwischen ist Amelie Kessler bereits nach Deutschland zurückgekehrt. Die anderen beiden, Carina Brandl und Alexandra Liening, traf die ZSZ für ein Gespräch.

Blick in die Zukunft

Der Kurs wurde wie alle Seminare von Dozenten mit Berufserfahrung unterrichtet. Zudem wurden immer wieder externe Experten mit langjähriger Erfahrung zu bestimmten Themen beigezogen. «Diese Inputs von Berufstätigen schätzten wir sehr. Dass solche Koryphäen sich für unsere Projekte Zeit nehmen, ist an der HSR einzigartig», erzählt die 23-jährige Carina Brandl.

Am Anfang des Kurses mussten sich die Studentinnen entscheiden, ob sie das Areal komplett umgestalten oder an Bestehendem anknüpfen wollen. Um die Umsetzbarkeit des Projekts zu gewährleisten und den Charakter der Innenstadt zu bewahren, entschieden sie sich für Letzteres. «Durch die Urbanisierung leben immer mehr Menschen zusammen auf engem Raum. Wir wollen, dass sie sich trotz des Platzmangels in ihrer Umgebung wohlfühlen», sagt Brandl. Deshalb schuffen sie Freiräume. Sie hatten die Idee, die Gleise aufzuständern, damit darunter eine Bahn für Läufer, Fahrradfahrer und Spaziergänger gebaut werden kann. «Das wäre ein vergleichsweise kleiner Eingriff, der einen hohen Mehrwert schafft», erklärt Liening. Die Passion merkt man den beiden an, wenn sie von ihrem Projekt erzählen.

Drei Studierende der HSR haben im Rahmen eines Kurses die Innenstadt von Mönchengladbach umgeplant. Dabei war es ihnen wichtig, viele Freiräume zu schaffen. Visualisierung: PD.

Ein weiteres Augenmerk legten sie auf die Mobilität. «Der Individualverkehr ist ein Auslaufmodell. Car-Sharing, autonomes Fahren und velofreundliche Städte sind die Zukunft. Wir wollen zeigen, wie wichtig es ist, sich darauf vorzubereiten», führt Brandl aus. Ihr Projekt sieht deshalb mehrere Parkplätze und Aufladestationen für elektrische Autos und Fahrräder vor.

Technik und Mensch vereint

Die drei HSR-Studentinnen überzeugten die Jury, sie gewannen den besten Preis in der Kategorie Städtebau. «Darüber freuten wir uns riesig, aber das Konzept zu entwerfen war spannender als zu gewinnen», schildert Brandl.

Bestärkt hat sie das Projekt auch in ihrer Berufswahl. «Stadtplanung ist ein faszinierendes Gebiet, vor allem dank der Vielseitigkeit. Jeder Ort hat seine eigenen Tücken und Potentiale.» Ein guter Stadtplaner müsse sowohl die Natur als auch die Stadt verstehen. «Trotz der technischen Materie, geht es darum, Menschen und ihre Bedürfnisse zu kennen», sagt Liening. Die gelernte Gärtnerin könnte sich auch vorstellen, im Denkmalschutz zu arbeiten.

Wenn die Bahngleise in die Höhe geplant werden, dann bleibt mehr Platz für Sport und Spass, so die Idee der HSR-Studentinnen. Visualisierung: PD.

«Die Schweiz ist in der Landschaftsarchitektur sehr erfolgreich, denn das Feld hat hier einen hohen Stellenwert», erzählt sie. Die Dichte renommierter Büros in der Schweiz ist sehr hoch. An anderen Orten wird bei grossen Bauprojekten oft das Budget überzogen. Wenn in der Endphase die Landschaft gestaltet wird, stehen kaum mehr Mittelzur Verfügung.

Um von der florierenden Schweizer Branche zu profitieren, haben Brandl und Liening ein Praktikum in der Schweiz angehängt. Heimweh haben sie keines. «Die Berge und die Seen sind einfach zu bestechend», schwärmt Liening.

Erstellt: 17.09.2018, 14:34 Uhr

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