Rapperswil-Jona

Neues Hotel bringt mehr Betten nach Rapperswil

In vier Monaten gehts los. Bauherrin des lange geplanten Hotels auf dem Weidmann-Parkplatz ist eine Gesellschaft mit lokalen Unternehmern. Betrieben wird es von einer Marriott-Tochter.

Das neue Marriott-Hotel auf dem Weidmann-Parkplatz hat 84 Zimmer und soll in zwei Jahren eröffnet werden.

Das neue Marriott-Hotel auf dem Weidmann-Parkplatz hat 84 Zimmer und soll in zwei Jahren eröffnet werden. Bild: Visualisierung: Ghisleni Partner

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Die Baubewilligung sei bereits abgelaufen, sagt Thomas Furrer vor der offiziellen Eröffnung der Medienorientierung über das neue Hotel. Doch der städtische Bauchef (parteilos) ist zum Scherzen aufgelegt. Bevor sich das Entsetzen in den Gesichtern der Anwesenden breitmacht, beruhigt er: Die Stadt habe die Bewilligung natürlich verlängert.

Der kleine Vorfall zeigt: Das Hotelprojekt an der Neuen Jonastrasse auf dem Parkplatz der Firma Weidmann hat eine lange Geschichte. Geistiger Vater ist der einheimische Architekt Herbert Oberholzer, dem das 500 Quadratmeter grosse Grundstück seit den 1990er Jahren gehört hat. Ein erstes Bauprojekt für ein Büro- und Gewerbehaus scheiterte an einer Einsprache. Ab 2014 plante Oberholzer ein Hotel, für das er nach vielen Verhandlungen vor allem über die Verkehrseinmündung vor zwei Jahren die Baubewilligung erhielt. Eine Einsprache konnte inzwischen erledigt werden.

Ein wenig verrückt

Der 80-jährige Architekt hat das Land und das baureife Projekt inzwischen verkauft. Als neue Bauherrin tritt die Firma GJMO auf, hinter der die regionalen Unternehmen Ghisleni, Johann Müller und Otal stehen. Als Betreiberin konnten sie die RIMC Schweiz gewinnen, ein Franchise-Unternehmen der Marriott-Gruppe. Sie betreibt unter anderem auch das Hotel Meierhof in Horgen. In Rapperswil-Jona will die Firma ihre Marke «Moxy» erstmals im Grossraum Zürich einführen. Der Name stehe für «ein etwas anderes, verrückteres Hotelkonzept», sagt Geschäftsführer Andrea Jörger.

Die Eröffnung ist für 2020 geplant. Heissen wird das neue Businesshotel «Rotbuche». Diesen Namen hat es von einer Blutbuche, die bis 1999 auf dem heutigen Parkplatz stand. Der Sturm Lothar brachte den hundertjährigen, geschützten Baumriesen damals zum Einsturz. Mit seinen 84 Zimmern soll das Hotel den längst ausgewiesenen Bedarf nach Übernachtungsmöglichkeiten in der Region decken helfen.

Firmen wie Geberit oder Weidmann, aber auch die Hochschule HSR beklagen den Mangel, der sich mit der Schliessung von «Schwanen» und «Hirschen» weiter verschärft hat, seit langem. Auch Tourismusdirektor Simon Elsener begrüsst das neue Angebot ausdrücklich. Im Erd- und im ersten Obergeschoss entstehen auf 900 Quadratmetern Büro- und Gewerbeflächen.

Die Stadt sei von Anfang hinter dem Projekt gestanden, erklärt Bauchef Thomas Furrer. Dass das Hotel in die Industriezone zu liegen komme, sei kein Hindernis gewesen. «Hier braucht es eine gewisse Offenheit.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.08.2018, 17:22 Uhr

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