Rapperswil-Jona

Historische Ziegelhütte steht bald wieder

Der Wiederaufbau der historischen Ziegelhütte am Barenberg ob Jona ist in vollem Gange. Vor einer Woche wurden die Elementwände gestellt, am Montag folgte der Dachstock. In knapp zwei Wochen wird Aufrichte gefeiert.

Die Rahmeneckbinder werden von den Fachleuten vor Ort sorgfältig eingesetzt.

Die Rahmeneckbinder werden von den Fachleuten vor Ort sorgfältig eingesetzt. Bild: Michael Trost

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Noch haben die sechs Zimmerleute alle Hände voll zu tun. Sie befestigen die Sparren im Dachstuhl und nehmen an der Fassade diverse Ergänzungen vor. Doch an Form und Grösse des Neubaus ist die vor einem Jahr durch einen Sturm zerstörte Ziegelhütte bereits wieder erkennbar.

Die Rekonstruktion wird der 1834 erbauten und denkmalgeschützten Ziegelbrennerei gerecht. Das obwohl es nur wenige Vorlagen vom Heimatschutz gab. «Wir mussten wieder ein Holzbau errichten mit einem Ziegeldach», sagt Besitzer Walter Korrodi. Zudem seien sie verpflichtet gewesen, die Brennöfen im Keller der einstiegen Kalk- und Ziegelbrennerei zu erhalten. Da diese jedoch in das harte Nagelfluhgelände eingebaut wurden, kam eine Entfernung sowieso nie in Frage. Anders sieht es bei den mehr als einen halben Meter dicken Bollensteinmauern des Unterbaus aus, welche ebenfalls belassen werden mussten. «Eine Aussenwandverschalung hätte das Einpassen der Betondecke darauf vermutlich vereinfacht», sagt Korrodi. Denn die Bollensteinwände seien uneben und hätten darum mit Beton ausgeglichen werden müssen. Andererseits, gibt Korrodi zu bedenken, hätte der Abbau und die Entsorgung der alten Mauer viel Zeit und Geld gekostet.

110 Kubikmeter Fichtenholz

Die neue Ziegelhütte wird der alten zwar ähnlich sein, doch wurde auch der heutigen Nutzung Rechnung getragen. Waren die Holzwände einst wegen der Schräglatten durchlässig, bilden sie heute eine geschlossene Front und schützen vor Regen und Schnee. Zudem wurden nach Anpassen der Höhe nur noch zwei und nicht mehr drei Stockwerke errichtet. Nicht ersetzt werden der einstige kleine Schopf links vom Gebäude und die Garage. «Dieser Platzbedarf wurde in die Scheune integriert», sagt Korrodi. Eine gedeckte Durchfahrt an der Seite wird es jedoch wieder geben.

Mit viel Liebe wird die ehemalige Ziegelbrennerei am Barenberg ob Jona wiederaufgebaut.

Für den Wiederaufbau werden 110 Kubikmeter Fichtenholz verarbeitet. Das entspricht drei Sattelschlepperladungen an Holzteilen. Zusammengeschraubt wurden die teilweise bis zu viereinhalb Meter hohen Holzelemente von Zimmerleuten vor Ort. «Eine Herausforderung war es, die drei Tonnen schweren sowie elf Meter hohen und ebenso breiten sogenannten Rahmeneckbinder fürs Dach einzupassen», verrät Vorarbeiter Thomas Zuppinger von der Bertschinger Innenausbau AG aus Bubikon. Doch auch das schafften die Zimmermänner nach einer halben Stunde zirkeln.

Wie vor dem Sturmschaden wird die Ziegelhütte auch künftig als Lagerhaus und Unterstand für den Fahrzeugpark genutzt. Eine Werkstatt findet ebenfalls wieder Platz darin. Bis am Mittwochabend wollen die Zimmermänner mit ihrer Arbeit fertig sein. Dann können die Dachdecker und Spengler loslegen. Am Freitag in zwei Wochen ist Aufrichte. Der Landwirt freut sich, die Scheune bald wieder nutzen zu können. Er habe alle darin untergebrachten Landmaschinen und Gerätschaften verstellen müssen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.10.2017, 16:15 Uhr

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