Rapperswil-Jona

«Hirschen» prüft Schliessung, «Speer» wird verkauft

Bewegung in der Rapperswiler Hotelerie. Nach der angekündigten Schliessung des Hotel Schwanen prüft das Hotel Hirschen derzeit eine Umnutzung der Räumlichkeiten. Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass das Hotel Speer and die Schweizer Sorell-Gruppe verkauft wird.

Ungewisse Zukunft: Im Hotel Hirschen könnten schon bald Wohnungen statt nur Zimmer vermietet werden.

Ungewisse Zukunft: Im Hotel Hirschen könnten schon bald Wohnungen statt nur Zimmer vermietet werden. Bild: Michael Trost

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«Mit 57 Jahren wird es Zeit an die Nachfolge zu denken», sagt Andreas Schnyder, Besitzer des Hotel Hirschen. Seit 16 Jahren leitet er mit Ehefrau Barbara das Hotel am Fischmarktplatz. In den letzen Jahren seien die Belegungszahlen jedoch immer mehr gesunken. «Vor allem der hohe Franken macht uns zu schaffen.» Als Geschäftsmann müsse er daher realistisch sein und mögliche Alternativen zum Hotelbetrieb ins Auge fassen, sagt Schnyder. «Sollte das Hotel nicht mehr rendieren, dann wollen wir erhobenen Hauptes und vor allem geplant gehen können.» Er habe deshalb eine Baubewilligung zur Umnutzung bei der Stadt beantragt. Die Idee sei es, die 13 Hotelzimmer in sechs Wohnungen umzubauen. «Das ist aber noch Zukunftsmusik und in keinster Weise definitiv.» Vorderhand werde der Hotelbetrieb normal weiterlaufen.

Steigender Preiskampf

Die Frankenstärke sei es aber nicht alleine, die den Hoteliers in Rapperswil-Jona das Leben schwer macht. Schnyder sieht den Grund für seine tiefen Belegungszahlen auch im steigenden Preiskampf. «Die grossen Hotels wie das «Swiss Star», das «Ramada» und das «Seedam Plaza» können die Preise gegenüber uns kleinen Betrieben extrem nach unten drücken.» Die Situation werde sich sicherlich noch verschärfen, wenn auch in Rapperswil-Jona grössere Hotelprojekte verwirklicht werden. Etwa jenes, der beiden Architekten Herbert Oberholzer und Stefano Ghisleni. Sie planen ein Hotel auf dem Weidmann-Parkplatz an der Neuen Jonastrasse mit rund 100 Zimmern. Die Baubewilligung soll laut Herbert Oberholzer demnächst erteilt werden, sämtliche Vorarbeiten seien erledigt, sagt er gegenüber der ZSZ. Ebenso seien intensive Verhandlungen mit verschiedenen Investoren im Gange.

Andreas Schnyder seinerseits schaut den Tatsachen nüchtern ins Auge: «1993 wurde das Hotel Hirschen letztmals komplett erneuert, nun wäre es an der Zeit für eine Generalrenovation.» Auch deshalb müsse man sich Gedanken zur Zukunft machen. «Wenn ich jetzt saniere und in vier Jahren rechnet sich der Betrieb nicht mehr, dann habe ich das Geld zum Fenster hinaus geworfen.» Zudem hätten seine Kinder nicht unbedingt ein Interesse daran, den Hotelbetrieb weiterzuführen. Der Umbau wäre daher eine durchaus sinnvolle Option, sagt Schnyder. Wann der definitive Enscheid über die Zukunft des «Hirschen» gefällt wird, kann der Hotelier indes noch nicht sagen, 2017 werde aber sicherlich noch alles beim alten bleiben.

Die mögliche Schliessung des Hotel Hirschen ist nicht die einzige Bewegung in der Hotelszene von Rapperswil. So wird das Vier-Stern-Hotel Schwanen am Seequai Ende Jahr bis auf weiteres geschlossen. Die Besitzerfamilie äussert sich derzeit nicht weiter über die Zukunft des Traditionshauses.

Verkauft wird das Hotel Speer. Wie gestern bekannt wurde übernimmt die Schweizer Sorell-Gruppe das Haus von Cécile und Urs Hämmerle. «Intern haben wir keine Lösung gefunden», sagt Hämmerle. Mit dem Verkauf an Sorell, welche zur Gastrogruppe ZFV gehört, habe man eine «nachhaltige Lösung» mit Schweizer Investoren gefunden. Beim Hotel bleibt alles beim alten - nur die Marke Best Western verschwindet. Mitarbeiter und das extern geführte Restaurant werden übernommen. ZFV-CEO Andreas Hunziker, bezeichnet den Markt Rapperswil als «attraktiv», weil sich Business-Gäste und Touristen die Türklinke in die Hand geben. Dass andere Hotels in Rapperswil schliessen, bedauern die beiden. Hämmerle sagt: «Bewegung ist gut im Markt, aber der Gast muss eine Auswahl haben.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.11.2016, 08:40 Uhr

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