Jona

Helle Beleuchtung am ­Bahnhof Jona sorgt für Unmut

Der neue Bahnhof Jona sollte das Ortsbild ­aufwerten. Tagsüber scheint das gelungen. Doch jetzt wehrt ­sich der Verein Dark-Sky gegen die hellen Lichter in der Nacht. ­Eine Korrektur wurde bereits gemacht, doch das reicht den ­Kritikern noch nicht.

Auf den ersten Blick schön beleuchtet, doch die Anwohner stören sich am hellen Licht des Bahnhofs. zvg / Dark-Sky Switzerland

Auf den ersten Blick schön beleuchtet, doch die Anwohner stören sich am hellen Licht des Bahnhofs. zvg / Dark-Sky Switzerland

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Ein neues Aushängeschild für ­ den öffentlichen Verkehr soll der Bahnhof Jona sein. Doch kaum ein halbes Jahr nach der Eröffnung werden kritische Stimmen laut. Das Aushängeschild hat einen Mangel: Viel zu hell leuchtet der Bahnhof in die Nacht hinaus.

Der Verein Dark-Sky Switzerland wehrt sich gemeinsam mit rund 20 Anwohnern gegen die ­Beleuchtung. Der Vorwurf: Die Per­rons sind dreimal heller beleuchtet, als der Normwert es vorschreiben würde. Dies ergaben Messungen des Vereins, der sich gegen Lichtverschmutzungen ein­setzt. Die Anwohner fühlten sich gestört, sagt Lukas Schu­ler von Dark-Sky: «Die Wohnungen werden so erleuchtet, als würde zwölfmal der Vollmond hineinscheinen.» Besonders hell leuchtet die Bahnhoftafel, ebenso störend sind laut Dark-Sky die Reflexionen der Pfeiler.

Lichtmessungen gemacht

Thomas Furrer, Bauchef von Rap­pers­wil-Jona, kann die Kritik nach­vollziehen. Auch bei der Stadt hatten sich bereits einzelne Anwohner gemeldet. Dar­auf­hin hätten die SBB Ende des letzten Jahres die Beleuchtung des Perrons korrigiert. Das habe wohlwollende Reaktionen ausgelöst.

Eine Veränderung hat auch Dark-Sky in diesem Zeit­raum beobach­tet, offenbar sei etwas ­ an der Abschirmung geändert worden. Allerdings zweifelt der Verein daran, dass die Licht­stärke reduziert wurde, wie dies die SBB auf Anfrage bekannt gaben. Dark-Sky hat die Lichtstärke im Januar gemessen.

Urteil des Bundesgerichts

Die helle Beleuchtung an Bahnhöfen führt immer wieder zu Kritik. Im zürcherischen Oberrieden etwa gingen zwei Anwohner bis vor Bundesgericht, weil sie sich an den Lampen störten. Dieses gab den Anwohnern teilweise recht: Unnötige Lichtimmissionen seien zu vermeiden und es sei nur das zu beleuchten, was beleuch­tet werden müsse. Das hatte zur Folge, dass die Beleuchtung im überdachten Bereich des Bahnhofs Oberrieden zwischen 22 und 6 Uhr um die Hälfte reduziert werden musste. Die Beleuch­tung in den nicht überdachten Aussenbereichen blieb eingeschaltet. Es gelte, zu ver­hindern, dass Personen auf die Gleise stürzten. Lokführer müssten Personen, die zu nahe am Gleis stünden, erkennen und ­warnen können.

Trotz des Urteils würden ­die SBB umgebaute Bahnhöfe immer wieder zu hell beleuchten: «Die SBB gehen ihren Weg stur weiter», meint Dark-Sky-Geschäftsstellenleiter Rolf Schatz. Konsequent würden die Haltestellen aufgerüstet. Die SBB schreiben, ­ in der Regel lasse sich, wie bereits bei anderen Projekten, eine einvernehmliche Lösung in Sachen Beleuchtung finden.

Planer suchen Lösungen

Am Bahnhof Jona wird die Suche nach Lösungen wegen der hellen Beleuchtung weitergehen. Während der Unterhalt der Leuchten auf dem Perron durch das Personal der SBB durchgeführt wird, gehören die hellen Lampen am Bus­hof­dach in den Aufgaben­bereich der Stadt Rappers­wil-Jona. Die Stadt verantwortet ­aufgrund historischer Verträge die Bauherrschaft und ist auch ­ für die Reinigung und den Unterhalt des Bushofdaches zuständig. Bauchef Furrer verspricht den Anwohnern, das Anliegen und mög­liche Lösungen genau zu prüfen: «Wir haben unsere Planer ­bereits damit beauftragt.»

Erstellt: 24.02.2016, 06:56 Uhr

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