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Gemeinden denken über verschärfte Feuerverbote nach

Im Kanton St. Gallen sind Feuer in und um den Wald verboten. Die Gemeinden im Linthgebiet behalten sich vor, das Feuerverbot zu schärfen und etwa Feuerwerke auch zu verbieten. In Amden und Weesen gilt bereits ein strengeres Feuerverbot.

Wälder sind unter anderem wegen ihrer Schutzfunktion wichtig – deshalb muss auf Feuer verzichtet werden.

Wälder sind unter anderem wegen ihrer Schutzfunktion wichtig – deshalb muss auf Feuer verzichtet werden. Bild: Keystone

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Wer sich diese Woche im schattigen Wald abkühlen möchte, der muss auf die Bratwurst verzichten. Im Kanton St. Gallen gilt seit Dienstag ein Feuerverbot in Wäldern und in Waldnähe. Der kantonale Führungsstab hat dem Regierungsrat aufgrund der anhaltenden Trockenheit diese Massnahme empfohlen. «Bei extremer Trockenheit Waldbrände zu löschen ist sehr schwierig», erklärt Erwin Schweizer vom Führungsstab. Daher gelte es einen solchen Waldbrand zu verhindern.

Die Wälder seien äusserst wichtig, zum Beispiel in Bergregionen wo sie darunterliegenden Dörfer vor Lawinen schützten. Im Moment darf auf Kantonsebene im Garten zuhause noch grilliert werden. Ein absolutes Feuerverbot wäre möglich, ist aber gemäss Schweizer noch nicht angezeigt.

Neben offenen Feuern sind auch Himmelslaternen, Ballone mit Wunderkerzen und ähnliche Flugobjekte verboten. Feuerwerke hingegen sind bis auf Weiteres erlaubt. «Bei Feuerwerken kann man die Distanz gut abschätzen», sagt Schweizer. Die Laternen hingegen könnten nicht gesteuert werden. Zudem würden die Kerzen in den Laternen sehr lange brennen. «Damit ist die Gefahr grösser, dass ein Wald erreicht wird.»

Aber auch beim Abfeuern von Feuerwerken in Siedlungsgebieten sei Vorsicht geboten, mahnt Schweizer. In vergangenen Jahren sei es immer wieder vorgekommen, dass ein Wiesenbord gebrannt habe.

Ein Verstoss gegen die Verbote, die das Wegwerfen von brennenden Streichhölzern und Rauchware beinhalten, wird mit einer Busse geahndet. Schweizer hofft, dass die vielen Medienberichte die Leute auf das Thema sensibilisieren.

Sogar der Holzkohlegrill ist verboten

Die Gemeinden haben die Möglichkeit, schärfere Verbote zu verhängen. Dies haben Weesen und Amden bereits Ende letzter Woche getan, da die Waldbrandwarnung dort bereits auf der zweithöchsten Stufe war. In den beiden Gemeinden gilt ein generelles Feuerverbot - nicht nur in Waldesnähe. Selbst das Grillieren mit einem Holzkohlegrill ist verboten. «Alles was Funken gibt, ist untersagt», sagt der Ammler Gemeindeschreiber Roman Gmür.

Der Anlass für das Feuerverbot war ein Wiesenbrand. Im Ammler Letzbüel musste die Feuerwehr letzten Mittwoch einen Mottbrand löschen, nachdem Unbekannte eine wilde Feuerstelle in Betrieb genommen hatten. Wiesenbrände seien immer eine Möglichkeit, meint auch Erwin Schweizer. Doch der Fokus des kantonalen Führungsstabs liege momentan auf den Wäldern. Gemäss Kantonspolizei wurde bis anhin in Weesen und Amden noch niemand wegen eines Verstosses gegen das Feuerverbot verzeigt.

Gemeinden arbeiten zusammen

Im übrigen Linthgebiet wurde die Waldbrandwarnstufe Anfang Woche ebenfalls erhöht. In Rapperswil-Jona schätze man die Lage jeden Tag neu ein, heisst es bei der Stadt. Die meisten der restlichen Gemeinden haben sich zusammengetan, um die Situation laufend beurteilen zu können. Der Kaltbrunner Gemeindepräsident Markus Schwizer (CVP) übernimmt die Koordination der Besprechungen. «Wir müssen derzeit keine weiteren Massnahmen treffen», meint er. Das Feuerverbot des Kantons reiche in dieser Form derzeit aus.

Ende Woche werden die Gemeinden die Situation im Hinblick auf ein mögliches Feuerwerkverbot besprechen. «Wenn die Lage so bleibt, könnte das für den 1. August ein Thema werden», sagt Schwizer. In Amden wartet man ab, ob der Kanton ein solches Verbot verhängt. Ansonsten sei eine kommunale Reglung gut denkbar. Auch der Kanton hält sich gemäss Erwin Schweizer die Möglichkeit eines Feuerwerkverbots vor. Der kantonale Führungsstab tagt Ende Woche erneut. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 24.07.2018, 16:35 Uhr

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