Lotteriefonds

Geld aus dem Lotteriefonds für Kunst, Natur und Denkmalpflege

Sechs kulturelle Projekte am Obersee erhalten Beiträge des Kantons. Berücksichtigt sind Vorhaben aus dem Bereichen Kultur, Denkmalpflege, Natur, Investitionen sowie Bildung und Soziales.

Auf der Ufenau, auf dem Gebiet der Gemeinde Freienbach gelegen, soll das denkmalgeschützte «Haus zu den zwei Raben» komplett restauriert und saniert werden.

Auf der Ufenau, auf dem Gebiet der Gemeinde Freienbach gelegen, soll das denkmalgeschützte «Haus zu den zwei Raben» komplett restauriert und saniert werden. Bild: Archiv ZSZ

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Mit knapp einer halben Million Franken aus dem Lotteriefonds unterstützt der Kanton St.Gallen im zweiten Halbjahr 2016 verschiedene Projekte aus dem Linthgebiet. Am grosszügigsten fällt der Geldsegen für die Gesamtrenovation des Frauenhofs am Hauptplatz in Rapperswil-Jona aus. Mit 233 800 Franken subventioniert der Kanton das Vorhaben. Der stattliche viergeschossige Bau, in dessen Erdgeschoss sich bis Ende September 2015 die Drogerie Hörler befand, wechselte vor einiger Zeit die Eigentümerschaft. Die neuen Besitzer, Ulrike und Thomas Raible, führen eine grundlegende Renovation durch. Im Erdgeschoss ist ein Gastrobetrieb vorgesehen, darüber werden Wohnungen eingerichtet. Das Dach kann ebenfalls zu einer Wohnung ausgebaut werden, da bereits verschiedene historische Dachlukarnen bestehen. Neu konzipiert wird das Treppenhaus. In den Wohnungen wird die historische Substanz renoviert, zudem werden Küchen, Bäder und Haustechnik erneuert.

Seinen Namen verdankt der Frauenhof laut Bericht der St. Galler Regierung wahrscheinlich der Madonnenstatue aus dem 17. Jahrhundert, die die Ecke zum Hauptplatz ziert. Erbaut wurde das Haus um 1505, durch Erweiterungen 1613 und 1809 kamen zwei weitere Parzellen hinzu. Der Baukörper zeichnet sich durch zahlreiche gotische Fenster aus. Im Inneren sind Teile der gotischen Ausstattung, einige barocke Stuckdecken und jüngere Parkettböden erhalten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 7,85 Millionen Franken, worin Aufwendungen von rund 580 000 Franken aufgrund von denkmalpflegerischen Aspekten enthalten sind.

Restaurierung auf der Ufenau

Ein weiteres Restaurierungsprojekt auf der Insel Ufenau unterstützt der Kanton St. Gallen mit 135 000 Franken. Auf der Ufenau, auf dem Gebiet der Gemeinde Freienbach gelegen, soll das denkmalgeschützte «Haus zu den zwei Raben» komplett restauriert und saniert werden. Der spätbarocke Bau aus dem Jahr 1681 solle seine «früheren Qualitäten als gastfreundliche Begegnungsstätte» zurück erhalten, heisst es in der Begründung der Regierung. Im Erdgeschoss ist eine Gaststätte mit 80 Sitzplätzen geplant, im Anbau eine Küche, Lager und Infrastruktur, in den Nebengebäuden sollen die sanitären Anlagen den heutigen Bedürfnissen angepasst werden.

Als Kulturgut von nationaler Bedeutung ist die Ufenau seit jeher eng mit Rapperswil-Jona verbunden, und der Verkehrsverein Rapperswil-Jona veranstaltet beispielsweise zahlreiche kulturgeschichtliche Führungen. Der Musiksommer am Zürichsee, der von der St. Galler Kulturförderung mit einem wiederkehrenden Jahresbeitrag von 10 000 Fanken unterstützt wird, organisiert dort jährlich Konzerte. Zur Unterstützung der Restaurierung waren aus dem Lotteriefonds ursprünglich 250 000 Franken beantragt. Der Kanton hat die Zuwendung nun aber auf 135 000 Franken gekürzt – und damit auf den Beitrag, den auch die Stadt Rapperswil-Jona ins Budget 2017 gestellt hat.

Mensch und Himmel

Im Bereich Kultur erhält die IG Halle unter der Leitung von Peter Röllin 40 000 Franken an die Ausstellung und Publikation «Out of the Blue» zum 25-Jahr-Jubiläum des Vereins. Der Verein feiert 2017 sein Jubiläum mit einer grossen Ausstellung im Obergeschoss des Kunstzeughauses sowie mit einer Publikation zur Geschichte der IG Halle. Die Ausstellung umkreist das Verhältnis des Menschen zum Himmel anhand von Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Den Betrag erhält die IG Halle zusätzlich zum wiederkehrenden Jahresbeitrag von 10 000 Franken.

Ebenfalls aus dem Bereich Kultur erhalten die Literaturtage Rapperswil-Jona 12 000 Franken aus dem Lotteriefonds. Die Veranstaltung, die alle zwei Jahre durchgeführt wird, findet 2017 zum elften Mal statt, und zwar vom 9. bis 12. März im Kunstzeughaus. Im Mittelpunkt steht dieses Mal die deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Am Freitag lesen Schweizer Autorinnen und Autoren, am Wochenende wird der Kreis der angefragten Gäste internationaler.

Naturvielfalt zeigen

Einen Beitrag von 25 000 Franken erhält im Bereich Natur, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit der Verein Natur Rapperswil-Jona. Mit seinem Jubiläumsprojekt «Natur erleben in Rapperswil-Jona» will der Verein anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Bevölkerung von Rapperswil-Jona die lokalen Naturwerte auf kreative Weise näherbringen und ihre Rolle für die Allgemeinheit näherbringen. Der Verein arbeitet eine Jubiläumsbroschüre, die an alle Haushalte in Rapperswil-Jona verteilt wird. In diesem Wanderführer werden mit zwölf Monatswanderungen die Naturschönheiten der Gemeinde vorgestellt. 25 Blumenwiesen, 250 Wildrosensträucher und 2500 Wildstauden sollen das Stadtbild aufwerten.

Schliesslich wird aus dem Lotteriefonds ein denkmalpflegerisches Projekt in Schänis mit 36 200 Franken unterstützt. Die Schlossfabrik an der Oberdorfstrasse wurde 1885 errichtet. Der dreiteilige Hauptbau in rötlichem Sichtbackstein weist eine aussergewöhnliche Dachform auf, die sich über die beiden seitlichen Giebeldächer zieht. Das Dach ist aufwendig mit Biberschwanzziegeln eingedeckt. Diese benötigen eine Renovation. Die Biberschwanzdeckung wird erhalten und in traditioneller Art restauriert.

Der Kantonsrat entscheidet in der November-Session 2016 über die Beiträge, die dann durch das Amt für Kultur ausgerichtet werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.11.2016, 15:55 Uhr

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