Rapperswil-Jona

Gandalf verzaubert den Bächlihof

Die Kürbisernte auf dem Bächlihof hat dieses Jahr zwei Wochen früher begonnen als üblich. Die Kürbisausstellung ist deshalb bereits eröffnet.

Der Zauberer Gandalf aus der Fantasytrilogie Herr der Ringe ist die beliebteste der fünf Kürbisfiguren auf dem Bächlihof in Jona.

Der Zauberer Gandalf aus der Fantasytrilogie Herr der Ringe ist die beliebteste der fünf Kürbisfiguren auf dem Bächlihof in Jona. Bild: Michael Trost

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Kürbiszeit ist Herbstzeit? Nicht in diesem Jahr. Auf dem Bächlihof in Jona tummeln sich Kürbisse in allen Formen und Farben: runde, lange, kleine, grosse, grün-weiss gesprenkelte, gelbe und orange. Reif geworden sind sie diesen Sommer bereits Mitte August, zwei Wochen früher als üblich.

Geerntet wurden bereits 80 Tonnen, die Zahl wächst stetig.Im Unterschied zu anderem Obst und Gemüse bekommt dem Kürbis die Hitze und Trockenheit gut. «Der Kürbis wird von grossen Blättern bedeckt, der ihn vor der Sonne schützt», erklärt Nadine Gloor, Kommunikationsverantwortliche des Bächlihofs. Jedoch könnten auch sie einen «Sonnenbrand» bekommen, wenn die Blätter faulen. Das sei an hellen Flecken auf der Schale ersichtlich.

Thema Fabelwesen

Zur eröffneten Kürbis-Saison gehört traditionell die Ausstellung der Kürbisfiguren von Pit Ruge. Der Künstler arbeitet seit Jahren mit der Jucker Farm zusammen, zu deren Betriebsgemeinschaft der Bächlihof gehört. Das Thema der Ausstellung dieses Jahr: Fabelwesen. «Entstanden ist die Idee während eines Brainstormings. Pit Ruge träumte schon lange davon, einmal Fabelfiguren zu schnitzen», sagt Gloor.

Je fünf Figuren präsentiert Ruge auf dem Bächlihof in Jona und dem Juckerhof in Seegräben. Für Jona kreierte er den Zauberer Gandalf aus Herr der Ringe, Peter Pan, Pumuckl, Pikachu von Pokémon und einen Troll. «Wir haben uns für eine Mischung aus spezifischen Charakteren und allgemeinen Figuren entschieden», sagt Gloor. Die Kunstwerke ziehen nicht nur Kinder an, sondern Besucher jeder Generationen. «Die Figuren wirken wie Magnete. Seit wir sie aufgebaut haben, sind plötzlich viel mehr Leute auf dem Hof», sagt Gloor.

Historischer Ursprung

Die erste Ausstellung im Jahr 1997 entwickelte sich aus der Not heraus. Die Familie Jucker hatte sich im Kürbisanbau versucht. Vom Erfolg überrascht ernteten sie 50 Tonnen. Sie wussten nicht, wohin mit all den Kürbissen. So entstand Idee der Skulpturen.

Bis zu 30 000 Kürbisse werden für die Ausstellung verwendet. Sie müssen regelmässig ausgetauscht werden, ansonsten verfaulen sie. Das nicht mehr verwertbare Gemüse wird kompostiert und zu Biogas umgewandelt.

Drei Veranstaltungen bilden die Höhepunkte der Kürbissaison auf dem Bächlihof. Am 30. September findet die Schweizer Meisterschaft im Kürbiswiegen statt. Züchter transportieren ihre schwersten Exemplare nach Jona, die bis zu einer Tonne wiegen. 2014 hielten sie sogar für kurze Zeit den Weltrekord. Zum ersten Mal nimmt die Jucker Farm dieses Jahr selbst am Wettbewerb teil und zieht eigene Riesenkürbisse. «Die Besucherzahl variert von Jahr zu Jahr und ist sehr wetterabhängig. Wenn die Sonne scheint, kommen zahlreiche Schaulustige, bei Regen erscheinen nur wenige», sagt Gloor.

Ähnlich verhält sich dies während des Schnitzfestivals, das am 20. Oktober veranstaltet wird. An diesem Tag treten nationale und internationale Kürbisschnitzer gegeneinander an und verwandeln Riesenkürbisse in Kunstwerke. Schliesslich bildet das Kürbisschlachten am 3. November den krönenden Abschluss. Die grössten Kürbisse werden zerlegt und ihre Kerne entnommen, auf das im nächsten Jahr der Rekord abermals gebrochen wird. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.08.2018, 15:44 Uhr

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