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«Frieden interessiert mich mehr als Krieg»

Daniel Lätsch tritt in den Ruhestand. Der Brigadier ausser Dienst spielt Fussball mit höheren Stabsoffizieren der Schweizer Armee und Rockmusik auf seiner Bassgitarre. Sorgen bereitet dem 60-jährigen Joner, dass auf der Welt eines Tages im Kampf um die Freiheit Bürgerkriege ausbrechen.

Brigadier Daniel Lätsch hat das Kader der Schweizer Armee über moderne Kriegsführung aufgeklärt – das Militär hatte noch vor fünf Jahren kaum eine Ahnung von hybrider Kriegsführung.
Brigadier Daniel Lätsch hat das Kader der Schweizer Armee über moderne Kriegsführung aufgeklärt – das Militär hatte noch vor fünf Jahren kaum eine Ahnung von hybrider Kriegsführung.
Michael Trost

In Nordkorea droht ein Atomkrieg auszubrechen, in den USA herrschen Unruhen. 100 000 russische Soldaten stehen vor den Toren Osteuropas. Kribbelt es da ein hohes Militärtier nicht angesichts der Lage in der Welt?Daniel Lätsch:Wir leben tatsächlich in spannenden Zeiten. Allerdings sollten die Medien die Lage nicht übermässig dramatisieren, weil sich dann just als Folge davon das Ganze hochschaukeln kann. Was Europa betrifft, ist eine gefährliche Polarisierung in Gange: Gewisse Kreise verteufeln Europa und warnen vor fremden Vögten, andere geben sich vollends naiv und sehen nicht ein, wie die Finanzen mehrerer Staaten wegen der Einheitswährung nicht saniert werden können. Eine Folge davon ist eine unheilvolle Renationalisierung wie etwa in Ungarn und Polen, eine andere die zunehmend paternalistische Rolle Deutschlands. Das kann dazu führen, dass Europa auseinanderbricht – eine bedenkliche Entwicklung.

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