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Freilaufende Hunde bedrohen brütende Vögel

Brutvögel wie das Braunkehlchen verlassen sofort ihr Nest, wenn sich ein Hund nähert. Die Folgen sind dramatisch. 15 neue Infotafeln im Kaltbrunner Riet erinnern an die Leinenpflicht.

Mit neuen Informationstafeln werden Hundehalter und andere Spaziergänger auf die Regeln im Naturschutzgebiet aufmerksam gemacht.
Mit neuen Informationstafeln werden Hundehalter und andere Spaziergänger auf die Regeln im Naturschutzgebiet aufmerksam gemacht.
zvg/Benedikt Jöhl

Meistens bemerkt der Hundehalter gar nicht, was er anrichtet. Ein freilaufender Hund wird von einem am Boden brütenden oder Nahrung suchenden Vogel als Bedrohung wahrgenommen – auch wenn er noch so gut erzogen ist. Bodenbrüter flattern aber nicht panikartig auf, sondern verlassen heimlich und leise ihr Nest, unbemerkt von Mensch und Hund. Die Folge: Die Eier kühlen aus, bereits geschlüpfte Küken verhungern. Wird ein Brutvogel im Frühling beim Auskundschaften eines Nistplatzes gestört, verlässt er das Areal und brütet womöglich überhaupt nicht.

Rücksicht nehmen

Das Kaltbrunner Riet ist eines der wenigen Gebiete, wo das selten gewordene Braunkehlchen noch regelmässig brütet. Auch Zugvögel nutzen das Riet auf ihren Reisen als «Tankstellenshop». Für das ganze Gebiet Benkner-, Burger- und Kaltbrunner Riet gilt deshalb seit 2015 ausnahmslos die Hundeleinenpflicht.

«Es sind nur wenige, die sich bewusst falsch verhalten.»

Benedikt Jöhl, Wildhüter

Auf diese Tatsache macht das St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei in einer Mitteilung zu Beginn der Brutsaison aufmerksam. Es hat an allen Eingängen neue Markierungstafeln aufstellen lassen, die den Spaziergängern die wichtigsten Verhaltensregeln in Erinnerung rufen. «Wir müssen uns daran gewöhnen, auf die Natur Rücksicht zu nehmen», sagt Wildhüter Benedikt Jöhl. Von März bis Juni, wenn die Vögel brüten, gelten strengere Regeln als etwa im Winter. Die Tafeln zeigen, welche Areale ganzjährig oder während der Brutsaison gesperrt sind.

Jöhl ist regelmässig im Riet unterwegs und spricht auf seinen Gängen immer wieder Hundehalter an, die sich nicht an die Leinenpflicht halten. Zwei- bis dreimal in der Woche komme das vor, sagt er. Meistens seien die Angesprochenen einsichtig. «Es sind nur wenige, die sich bewusst falsch verhalten.» Wenn jemand sich partout nicht an die Vorschrift halten will, kann Jöhl ihn anzeigen. Etwa dreimal im Jahr greift er zu dieser ultimativen Massnahme. Der Wildhüter ist zuversichtlich, dass sich dank den neuen Infotafeln noch mehr Hundehalter an die Leinenpflicht halten werden. «Man könnte denken, es sei nicht so schlimm, wenn ein Vogel mal beim Fressen gestört wird und wegfliegt», sagt Benedikt Jöhl. «Doch wenn das öfters geschieht, nimmt der Vogel zu wenig Nahrung auf, kann seine Küken nicht ausreichend ernähren oder ist so geschwächt, dass er leichte Beute für seine Feinde wird.»

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