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«Freigestellt wurde ich nach dem Urteil»

Bruno Hug schweigt über die Vorgänge vor seiner Kündigung. Der ehemalige Kopf der «Obersee-Nachrichten» erwägt aber, das Urteil weiter zu ziehen

Bruno Hug wurde freigestellt.
Bruno Hug wurde freigestellt.
Moritz Hager

Die Somedia hat am Freitag informiert, dass Bruno Hug aus dem Unternehmen der Obersee-Nachrichten «ausscheidet». Was ist passiert?Ich habe eine Kündigung erhalten und wurde per sofort freigestellt. Ich habe diesen Entscheid so zur Kenntnis genommen. Die Somedia hat all diese Rechte, ich hatte die Zeitung ja 1999 dem Verlag komplett verkauft.

Sie sind bereits Ende November aus dem Verwaltungsrat der Obersee-Nachrichten ausgeschieden. Wann wurde Ihnen gekündigt?Darüber möchte ich nicht sprechen. Freigestellt wurde ich nach dem Urteil des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland diese Woche.

Sie haben die Zeitung 1981 gegründet. Nun werden Sie bei ihrem eigenen Lebenswerk vor die Tür gesetzt. Wie fühlen Sie sich?Die Obersee-Nachrichten sind zum Glück nicht mein einziges Lebenswerk. Ich habe ja verschiedene Zeitungen und Verlage gegründet, die ich nach und nach wegegeben habe. Auch bei den Rapperswil-Jona Lakers habe ich 2010 nach 24 Jahren entschieden, mich zurückzuziehen. Das Leben ist endlich, entsprechend gehört Aufhören auch zum Leben. Es gibt ja auch immer wieder neue Aufgaben.

Aber es ist etwas anderes, wenn man nicht mehr selbst entscheiden kann, was passiert.Ja, das ist es. Aber auch das gehört zum Leben dazu, dass andere entscheiden. Das muss man einfach akzeptieren.

Was passiert nun mit ihrem Teil der Klage, akzeptieren Sie nach der Somedia nun ebenfalls das Urteil?An meinem Entscheid ändert sich nichts. Ich verlange die detaillierte Urteilsbegründung und schaue die Situation mit meinem Anwalt genau an. Tendenziell ziehe ich eher weiter, weil ja mit dem Urteil meine Artikel nicht widerlegt wurden.

Wie geht es nun für Sie persönlich weiter?Ich habe eine Familie mit der ich nun mehr Zeit verbringen kann. Des weiteren bin ich an verschiedenen Orten engagiert, so zum Beispiel auch in der Dieci-Gruppe. Aber grundsätzlich bin ich nun einmal freigestellt.

Ist die Entlassung bei den Obersee-Nachrichten das Ende Ihrer journalistischen Karriere?Über meine Zukunftspläne habe ich noch keine Entscheide gefällt.

Das Büro der Obersee-Nachrichten und der Südostschweiz am Hauptplatz 5 gehört Ihnen. Sie vermieten die Räumlichkeiten an die Somedia. Darf der Verlag bleiben?Ich hege keinen Groll gegen die Somedia. Wenn sie das möchten, dürfen sie aus meiner Sicht derzeit bleiben.

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