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«Frau Gut geht es nicht so gut»

Obwohl Anna-Katharina Rickert vom Kabarettduo «schön & gut» nach der Pause krankheitsbedingt ausfiel, begeisterte der diesjährige «Bundesordner» das Publikum im Kreuz. Der satirische Jahresrückblick vermochte auch in diesem Jahr zu erfreuen.

Lieferten das Fazit des Abends: Pascal Dussex und Resli Burri (von links) vom Duo Les Trois Suisses.
Lieferten das Fazit des Abends: Pascal Dussex und Resli Burri (von links) vom Duo Les Trois Suisses.
Moritz Hager

Der satirische Jahresrückblick «Bundesordner» ist seit Jahren eine feste Grösse im Januarprogramm der Schweizer Kulturszene. Unter der Regie von Fabienne Hadorn machte die Produktion des Casinotheaters Winterthur am Samstag auch Halt im Kreuz Jona. Das zahlreich erschienene Publikum sollte denn auch einen denkwürdigen Abend erleben.

In der Pause musste nämlich Anna-Katharina Rickert (Frau Gut) vom Kabarettduo «schön&gut» krankheitsbedingt ihren restlichen Auftritt absagen. Was genau der Komikerin fehlte, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Ihr Bühnenpartner Ralf Schlatter (Herr Schön) war in der Folge gezwungen, die zweite Hälfte improvisierend zu gestalten. Bei einigen Nummern half ihm mitunter die ebenfalls auftretende Anet Corti. Trotz des somit gelebten Mottos «Die Show muss weitergehen» blieben einzelne Sketches erwartungsgemäss auf der Strecke.

Dass sich gerade die Bühnenfigur Frau Gut nicht wohl fühlte, veranlasste Pascal Dussex vom Duo «Les trois Suisses» jedoch zum spontan ins Programm eingefügten Satz, der einem passenden Fazit für den Abend gleichkam: «Alles ging heute gut, ausser dass es Frau gut nicht so gut geht.»

Annet Corti entzückte nicht nur als Melania Trump. Auch mit ihrer Zukunftsvision des Senders «Tele suisse voll privat» sorgte sie für Lacher. Bild: Moritz Hager.
Annet Corti entzückte nicht nur als Melania Trump. Auch mit ihrer Zukunftsvision des Senders «Tele suisse voll privat» sorgte sie für Lacher. Bild: Moritz Hager.

Freunde der Demokratie

Die erste Hälfte des Programms konnte aber noch nach Plan über die Bühne gehen. Nach einem musikalischen Intro, in welchem dem verstorbenen Mundartrocker Polo Hofer die Ehre erwiesen wurde, durfte Jess Jochimsen in seine Heimat blicken. Der deutsche Kabarettist kommentierte mit überaus spitzer Zunge, was die Bundesrepublik seit dem letzten Jahr alles aufzuweisen hat und was ihr alles abhandengekommen ist. Schmunzelnd warnte er die Politiker aller Länder, dass das Volk durchaus merken könnte, dass es sich ohne Regierung eigentlich ganz gut lebt. Dass mit der AfD eine selbsternannt antiparlamentarische Partei im Bundestag sitzt, beunruhigt ihn derweil zu gerademal 13 Prozent: «87 Prozent der Wähler waren ja schliesslich Freunde der Demokratie.»

Lea Whitcher und Jane Mumford alias 9 Volt Nelly. Bild: Moritz Hager.
Lea Whitcher und Jane Mumford alias 9 Volt Nelly. Bild: Moritz Hager.

Trump war in Jona

Nachdem bereits Jane Mumford und Lea Whitcher als «9 Volt Nelly» die Billagdebatte auf die Schippe genommen hatten, begeisterte Anet Corti das Publikum mit ihrer Zukunftsvision einer Medienwelt ohne Schweizer Fernsehen. Da würde dann etwa Natalie Rickli als Moderatorin die Sendung «Uf Rezäpt» von «Tele Suisse voll privat» präsentieren. Gesponsert von Novartis und Roche versteht sich. In der Sendung «Der Hätschelor» würde ein gewisser Andreas Glarner aus 20 Asylbewerberinnen eine Gewinnerin aussuchen, die dann in Oberwil-Lieli putzen dürfte. Und letztlich würde das Publikum die Produktion «Huusfrauechuchi» bestaunen, die von der Schweizerischen Bischofskonferenz und Opus dei finanziert würde.

Entzückt regierte das Publikum, als dann noch Melania Trump im Kreuz auftauchte und aus ihrem Nähkästchen plauderte. Das brisante Buch «Fire and fury» wolle ihr Mann im übrigen verbieten lassen, liess Melania verlauten. Es mache ihn krank. Und so würde Trump am Ende ja noch Obamacare benötigen. Welch eine grauenhafte Vorstellung.

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