Uznach/Schmerikon

Folgen der Gemeindefusion werden konkreter

Bei der Gemeindefusion von Uznach und Schmerikon ist auch das Schulwesen ein Thema. Es könnte grössere, dafür weniger Klassen geben, sagt die Regierung.

Grössere, dafür wenigere Schulklassen. Das könnte eine der Folgen der Gemeindefusion sein.

Grössere, dafür wenigere Schulklassen. Das könnte eine der Folgen der Gemeindefusion sein. Bild: Keystone

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Am 20. September stimmen die Uzner und Schmerkner Stimmberechtigten über die geplante Fusion ab. Nun wird immer klarer, welche Folgen eine Vereinigung haben könnte. Gestern hat die Regierung im Amtsblatt des Kantons St. Gallen Botschaft und Entwurf des Kantonsratsbeschlusses publiziert. In dieser Botschaft präsentiert die Regierung weitere Einschätzungen zur Zukunft der fusionierten Gemeinde. Und liefert Befürwortern und Gegnern damit auch Argumente für den Abstimmungskampf.

Vor allem Finanzen und Schule sind emotionale Themen. Der Kanton sieht vor allem in der Schulorganisation Sparpo­ten­zial. Ob dereinst Schulstandorte und Schulstufen zusammengelegt werden oder nicht, werden Behörden und Bürger zwar erst nach erfolgter Fusion weiter prüfen. Die Behörden der vereinigten Gemeinde Uznach-Schmerikon sollen aber zeitnah das optimale Syner­gie­po­ten­zial ausloten und umsetzen, heisst es in der Botschaft. Konkret bedeutet dies: Die Klassen würden grösser, wodurch die Anzahl Klassen um vier bis fünf reduziert würden – von derzeit 58 auf rund 53. Vor allem auf der Primarschulstufe könnten die Klassengrössen auf den kantonalen Schnitt angehoben werden.

Noch nicht so klar ist, wie die zukünftige Schulorganisation aussehen wird. Entschieden ist bisher einzig, dass es keinen Schulrat geben wird und das bisherige Schmerkner Modell – die Schulleitungen werden direkt dem Gemeinderat unterstellt – auf die vereinigte Gemeinde und damit die zusammengelegten Schulverwaltungen ausgeweitet wird.

Neubau geplant

Auf der Verwaltungsebene werden Steigerung der Effizienz, Syner­gie­effekte und eine Professionalisierung der Verwaltung als Argumente für die Fusion ins Feld geführt. Die Verwaltung der beiden Gemeinden wird an den bisherigen Standorten zusammengeführt. Langfristig ist ein zentraler Neubau geplant. Das kostet: Rund 8,6 Millionen Franken haben die Gemeinden dafür veranschlagt; eine Schätzung, die später noch konkretisiert werden müsste.

An diesen Kosten beteiligt sich der Kanton. Vom fusionsbedingten Mehraufwand abgezogen wird allerdings der Erlös, den ein Verkauf der drei bisherigen Verwaltungsgebäude in Uznach und Schmerikon bringen würde. Denn wenn die frei werdenden Liegenschaften nicht mehr benötigt werden, können sie laut Botschaft veräussert oder vermietet werden – ein Schicksal, wie es beispielsweise auch in der vereinigten Gemeinde Eschenbach die ehemaligen Gemeindehäuser in Goldingen und St.?Gallenkappel ereilte. Für das Uzner Rathaus beispielsweise schätzt die Gemeinde den hypothetischen Erlös auf 1,3 Millionen Franken.

Schlüsselprojekt für Region

Seit Ende Juni ist bekannt, dass die St. Galler Regierung den beiden Gemeinden Uznach und Schmerikon an die geplante Fusion einen Förderbeitrag von 10,5 Millionen in Aussicht stellt. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem Entschuldungsbeitrag, einem Startbeitrag und einem Beitrag an den fusionsbedingten Mehraufwand. Die beiden Gemeinderäte haben ihre Stellungnahme für Mitte August angekündigt. Die Förderbeiträge müssen, falls die Uzner und Schmerkner Stimmberechtigten an der Urne Ja zur Fusion sagen, noch vom Kantonsrat genehmigt werden.

Neben den finanziellen Kennzahlen hat die Regierung auch auf weitere Perspektiven einer vereinigten Gemeinde hingewiesen. Aus raumplanerischer Sicht sei die Fusion zu begrüssen. Die Ortsplanung sei aktuell noch zu sehr aus der Optik der einzelnen Gemeinden bestimmt. Eine Vereinigung stärkt damit auch das regionale Zen­trum, heisst es in der Botschaft. Ein städtebauliches Schlüsselprojekt für die ganze Region sei der geplante Neubau des Einkaufszentrums Linth-Park an der Schnittstelle der beiden Gemeinden.

Erstellt: 04.08.2015, 08:05 Uhr

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