Zum Hauptinhalt springen

Fischart wird wieder angesiedelt

Der St. Galler Regierungsrat Bruno Damann hat diese Woche 20'000 Nasen, eine Fischart, an der Linth ausgesetzt. Mit diesem Projekt soll die vom Aussterben bedrohte Spezies gefördert werden.

Etwa 20'000 Jungfische wurden am Mittwoch beim Hänggelgiessen ausgesetzt.
Etwa 20'000 Jungfische wurden am Mittwoch beim Hänggelgiessen ausgesetzt.
Kanton St. Gallen / pd

Einst galt die Nase als Fisch der armen Leute und kam in unseren Gewässern massenhaft vor. Ab dem 19. Jahrhundert verlor sie jedoch immer mehr Lebensraum, weil die Flüsse zusehends verbaut und begradigt wurden.

Wie das Amt für Natur, Jagd und Fischerei am Mittwoch bekannt gibt, hat der Kanton St.Gallen im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekts 20'000 Nasen in den renaturierten Seitenarm der Linth, den so genannten Hänggelgiessen, ausgesetzt. «Götti» der Aktion war Regierungsrat Bruno Damann. Er entliess eigenhändig ein Becken voll fingerlanger Jungfische ins Wasser. «Die vermehrte Beobachtung von wildlebenden Nasen im Kanton St. Gallen gibt uns Hoffnung, dass sich die Bedingungen gebessert haben und die Nase vielleicht bald ein Comeback feiern kann», so Damann.

Vorgängige Untersuchungen von Fischbiologen haben ergeben, dass sich der Lebensraum an der Linth tatsächlich verbessert hat. Dies ist vermutlich auf Renaturierungsprojekte zurückzuführen. Um die nötige Anzahl an Jungfischen bereitzustellen, entnahm man Eier von wildlebenden Nasen aus der Murg im Kanton Thurgau. Diese reiften im Fischereizentrum Steinach am Bodensee zu Jungfischen heran.

Früher der Brotfisch vieler Fischer

Einst zogen die Nasen jedes Frühjahr genau wie die Lachse in grossen Schwärmen die Flüsse zu ihren Laichplätzen hoch. Dabei legten sie Strecken von über hundert Kilometern zurück. Doch die Kanalisierung und Verbauung der Fliessgewässer durch Kraftwerke im letzten Jahrhundert unterbrachen diese Laichwanderungen und brachte die Nase in der Schweiz an den Rand der Ausrottung.

Heute sind in der Schweiz nur noch rund zwei Prozent der ursprünglichen Population vorhanden. Aktuell gibt es jedoch Hoffnung, dass sich der karpfenartige Wanderfisch mit seiner namensgebenden verdickten Oberlippe wieder verbreitet. Denn seit einigen Jahren wird er in verschiedenen Kantonen wieder vermehrt beobachtet. Dies ist vor allem auf die Gewässerrenaturierungen zurückzuführen.

Früher war die Nase der Brotfisch vieler Fischer. Sie liessen sich tonnenweise fangen. Dabei waren sie so häufig, dass sie sogar als Dünger auf den Feldern eingesetzt wurden. Beim Kartoffelsetzen etwa gab man zu jeder Kartoffel eine Nase dazu.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch