1. August

Feuer und Feuerwerk sind jetzt im ganzen Linthgebiet verboten

Zu trocken, zu gefährlich: Die Gemeinden im Linthgebiet greifen dem Kanton vor und verbieten Feuer und Feuerwerk in der ganzen Region. Auch grillieren in der freien Natur ist untersagt.

Kein Feuerwerk, kein Grillieren im Freien: Die Gemeinden im Linthgebiet greifen wegen der Trockenheit durch.

Kein Feuerwerk, kein Grillieren im Freien: Die Gemeinden im Linthgebiet greifen wegen der Trockenheit durch. Bild: Keystone

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Heiss ist es draussen, heiss laufen auch die Telefone zwischen den Gemeindepräsidenten am Obersee. Mehrmals haben sie sich in den letzten Tagen ausgetauscht – Thema: die Hitze, die Trockenheit, Feuerwerk und der 1. August. Gemeinsam haben sie sich nun für ein generelles Feuer- und Feuerwerkverbot entschieden, teilten sie am Freitag mit.

Ein solches Verbot galt bislang erst in Amden und Weesen, nun ist es auf die ganze Region Zürichsee-Linth ausgeweitet. «Uns war wichtig, dass in allen Gemeinden einheitliche Regeln gelten», erklärt Markus Schwizer, Gemeindepräsident von Kaltbrunn und Präsident der Region Zürichsee-Linth. Er verweist darauf, dass im Linthgebiet viele Wohngebiete direkt an den Wald angrenzen, was die Situation verschärfe. Ausserdem seien bis auf Weiteres keine grossen Niederschläge zu erwarten. Und: Man habe nicht «bis zum letzten Moment» zuwarten wollen – zumal aus der Bevölkerung immer wieder die Frage kam, ob denn am 1. August nun Feuerwerk erlaubt sei.

Gemeinden haben die Hoheit

Derweil belässt der Kanton St. Gallen das Feuer- und Feuerwerksverbot auf der bisherigen Stufe «im Wald und in Waldesnähe». Aufgrund der örtlichen Unterschiede sei es den Gemeinden überlassen, strengere Vorschriften zu verfügen.

Das Verbot im Linthgebiet betrifft auch das Grillieren im Freien. Wer auf einer Liegewiese in freier Natur Würste braten will, etwa mit einem Einweggrill, verstösst gegen die Vorlagen. Auf dem Balkon oder der Terrasse bleibt es hingegen erlaubt – auch mit einem Holzkohlegrill, sagt Schwizer. Es gehe nicht darum, die Bevölkerung zu bevormunden. Vielmehr wolle man sensibilisieren. «Wir appellieren an die Vernunft der Bürger.»

Ob sich alle an die Regeln halten, wird die Polizei kontrollieren. Dies im Rahmen der üblichen Patrouillengänge, sagt Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Die Polizisten würden gezielt Plätze im Freien auswählen und auf das Verbot aufmerksam machen.

Verwarnen und kontrollieren

Wer draussen beim Feuermachen erwischt wird, bekommt zunächst eine Verwarnung. «In einem solchen Fall würden wir später nochmals überprüfen, ob das Feuer auch wirklich gelöscht wurde», sagt Rezzoli. Falls nicht, drohe eine Anzeige. Keine Toleranz gibt es auch beim Feuerwerk. Selbst bengalische Zündhölzer abzubrennen, falle in diese Kategorie. «Ein Verbot ist ein Verbot», konstatiert Rezzoli.

Würste gibts trotzdem

Ebenfalls vorbeischauen wird die Polizei bei der einen oder anderen 1. August-Feier. Sie müssen ohne Feuerwerk und Höhenfeuer auskommen. Würste werden aber trotz allem nicht fehlen. Dass ein Funke einen Brand auslöst, ist eher unwahrscheinlich: Wie eine Umfrage zeigt, benutzen die Grillmeister in allen Gemeinden einen Gasgrill. Rezzoli schmunzelt: «Der Cervelat ist also gesichert.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.07.2018, 16:17 Uhr

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